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In Kürze

  • Sparer bleiben beim Tagesgeld flexibel und gehen kein Risiko ein.
  • Wegen seiner täglichen Verfügbarkeit eignet es sich vor allem als Kapitalreserve für unerwartete Ausgaben oder für kurzfristige Ziele wie den nächsten Urlaub.
  • Für langfristige Sparziele ist ein Tagesgeldkonto hingegen wenig attraktiv, da die Zinsen sehr gering ausfallen. Zudem kann sich ihre Höhe täglich ändern.
  • In der aktuellen Niedrigzinsphase ist es nahezu unmöglich, für Guthaben noch Zinssätze zu erhalten, die den Kaufkraftverlust durch die Inflation ausgleichen.
  • Klassische Filialbanken zahlen im Schnitt nur noch 0,05 Prozent Zinsen (Stand: Dezember 2018). Online-Banken bieten zwar oft deutlich bessere Konditionen, allerdings sind viele Angebote zeitlich begrenzt.
Ein Tagesgeldkonto ist sinnvoll für Sparer, die ihr Geld kurzfristig nicht benötigen.

Ein Tagesgeldkonto ist sinnvoll für Sparer, die ihr Geld kurzfristig nicht benötigen.

Geld, das jederzeit verfügbar ist und dennoch verzinst wird: Das bietet ein Tagesgeldkonto. Online-Anbieter zahlen meist deutlich mehr als klassische Filialbanken. Derzeit reichen aber auch besser verzinste Angebote oft nicht aus, um den Kaufkraftverlust durch die Inflation auszugleichen.

Früher haben Sparer ihre eiserne Reserve bevorzugt auf klassischen Sparbüchern bei ihrer Bank deponiert. Diese sind mit ihren festen Kündigungsfristen jedoch unflexibel, wenn das Geld spontan benötigt wird. Mittlerweile haben sich Tagesgeldkonten daher als beliebte – und häufig besser verzinste – Alternative etabliert.

Wie funktioniert Tagesgeld?

Das Prinzip hinter einem Tagesgeldkonto ist relativ simpel: Sparer können Geld von ihrem Girokonto auf ein Tagesgeldkonto überweisen und erhalten dafür von ihrer Bank Zinsen. Das Ersparte bleibt dabei jederzeit verfügbar. Grundsätzlich sind Tagesgeldkonten variabel verzinst, wobei sich die Höhe des Zinses an der Entwicklung eines Referenzzinses wie dem EURIBOR oder dem EONIA orientiert. Angebote für Neukunden beinhalten allerdings häufig eine vorübergehende Zinsgarantie.

Wird das Geld benötigt, muss es zunächst auf das bei der Bank hinterlegte Girokonto zurück überwiesen werden. Eine direkte Auszahlung von einem Tagesgeldkonto ist nicht möglich. Meist lässt sich die Umbuchung aber auch bequem per Online-Banking durchführen.

Große Unterschiede bei den Konditionen

Klassische Filialbanken zahlen nach Angaben des Statistikportals Statista derzeit durchschnittlich 0,05 Prozent Zinsen pro Jahr (Stand: Dezember 2018). Direktbanken bieten in der Regel deutlich attraktivere Konditionen. Zudem sind Angebote aus dem europäischen Ausland häufig besser verzinst als die der deutschen Anbieter.

Sparer sollten allerdings darauf achten, ihr Geld nur bei Banken zu parken, die der europäischen Einlagensicherung unterliegen. Andernfalls wird es bei einer Pleite der Bank schwierig, sich das angelegte Geld zurückzuholen.

Bis zu 100.000 Euro sind sicher

Seit Dezember 2010 gilt für alle Banken, deren Hauptsitz in einem EU-Land liegt, eine einheitliche Einlagensicherung. Unter diesen gesetzlich garantierten Schutzschirm für Sparer fallen neben Guthaben auf Girokonten oder klassischen Spareinlagen unter anderem auch Gelder auf Tagesgeldkonten.

Im Falle der Zahlungsunfähigkeit einer Bank sind 100.000 Euro pro Kunde und Bank gesetzlich abgesichert. Für Eheleute verdoppelt sich der Betrag entsprechend. Bei höheren Summen ist es aufgrund der Begrenzung sinnvoll, das Geld auf mehrere Institute zu verteilen.

Viele Geldhäuser bieten darüber hinaus einen zweiten freiwilligen Ausfallschutz, der meist innerhalb einer Institutsgruppe gilt. Dazu zählen unter anderem der Einlagensicherungsfonds des Bankenverbandes, dem die meisten Privatbanken hierzulande angehören, das Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe und die Einlagensicherung der deutschen Genossen­schaftsbanken.

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Wann lohnt sich ein Tagesgeldkonto?

Einer der wichtigsten Vorteile eines Tagesgeldkontos ist, dass Sparer flexibel über ihr Geld verfügen können. Der Auftrag dafür kann meist bequem per Online-Banking erteilt werden. Daher ist Tagesgeld die ideale Anlageform für kurzfristige Sparvorhaben wie den nächsten Urlaub oder um einen Notgroschen beiseite zu legen.

Weniger sinnvoll ist Tagesgeld hingegen für langfristige Sparziele. Die Verzinsung ist meist so gering, dass Sparer oft nicht einmal den Kaufkraftverlust durch die Inflation ausgleichen können. Zudem kann sich der Zinssatz täglich ändern, weshalb keine Planungssicherheit bezüglich der Erträge gegeben ist.

Was ist steuerlich zu beachten?

Zinsen, die Sparer für ihre Tagesgeldanlagen erhalten, gelten als Einkünfte aus Kapitalvermögen. Sie unterliegen der Kapitalertragssteuer. Diese liegt bei 25 Prozent (zzgl. Solidaritätszuschlag). Kirchenmitglieder zahlen darüber hinaus Kirchensteuer. In Bayern und Baden-Württemberg fallen acht Prozent an, in den übrigen Bundesländern sind es neun Prozent. Die steuerliche Gesamtbelastung liegt damit bei etwa 28 Prozent.

Bis zu einer Höhe von 801 Euro pro Sparer bleiben Zinsen allerdings steuerfrei. Bei gemeinsam veranlagten Eheleuten verdoppelt sich der Betrag. Um diesen Freibetrag (den „Sparerpauschbetrag“) nutzen zu können, müssen Sparer ihrer Bank einen Freistellungsauftrag erteilen.

Übersteigen die Zinseinkünfte den Sparerpauschbetrag, führt die Bank die fälligen Steuern direkt an das Finanzamt ab. Die Steuerschuld gilt damit als abgegolten und der Sparer muss die Zinserträge nicht in seiner Steuererklärung angeben.

Fazit

Das ist beim Tagesgeld wichtig:

  • Verfügbarkeit: Ein Tagesgeldkonto ist ideal für Geld, das gerade nicht benötigt wird, aber schnell verfügbar sein soll.
  • Zinsen: Grundsätzlich ist der Zinssatz bei Tagesgeld variabel. Er kann sich daher täglich ändern. Viele Banken bieten Neukunden aber oft über einige Monate eine Zinsgarantie.
  • Sicherheit: Guthaben auf Tagesgeldkonten unterliegen der europäischen Einlagensicherung. Diese gilt bis zu einem Betrag von 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Es ist daher sinnvoll, größere Summen aufzuteilen.

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