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In Kürze

  • Ob für den Urlaub, das erste Auto oder für die eigenen vier Wände - für Ziele zu sparen, macht glücklich, zeigen Studien.
  • Versuchen Sie bei Sparvorhaben, möglichst konkret abzuschätzen, wie viel Geld Sie wann brauchen werden. Diese Vorgaben sind wichtig, um passende Finanzprodukte auszusuchen.
  • Zeit und Rendite sind die Freunde des Sparers, die Inflation ist der größte Feind.
  • Je höher die Rendite, desto besser. Doch gute Chancen sind selten ohne Risiken zu haben. Anleger, die ihr Geld womöglich zwischendurch brauchen, müssen ohnehin vorsichtig bleiben.
  • Die persönliche Risikoneigung lässt sich kostenlos mit einem Test der Universität Mannheim checken.
Wenn Sie für ein konkretes Ziel sparen, dann sollten Sie dabei genau planen.

Wenn Sie für ein konkretes Ziel sparen, dann sollten Sie dabei genau planen.

Glückliche Sparer

Eine Studie des Office for National Statistics in London aus dem Jahr 2015 zeigt: Es macht glücklich, zu sparen. Das Fazit: Wer Erspartes im Hintergrund weiß, hat weniger Angst und ist zufriedener im Leben. Eine Beziehung zwischen selbst genutzten Immobilien oder Autos und Glück konnte hingegen nicht nachgewiesen werden.

Manchmal brauchen Wissenschaftler sehr lange, um zu beweisen, was viele unserer Großeltern längst wussten. So veröffentlichte das Office for National Statistics Ende 2015 eine Studie, die bestätigt: Geld macht glücklich. Die genauen Erkenntnisse fielen allerdings deutlich anders aus als erwartet: So konnten die Statistiker keine Beziehung zwischen selbst genutztem Immobilienbesitz, Autos oder Jachten mit Glück feststellen. Doch: „Wer Erspartes im Hintergrund hat, in welcher Form auch immer, hat offenbar weniger Angst, hat mehr Selbstvertrauen und ist zufriedener und glücklicher im Leben,“ hieß es in der Studie. Umgekehrt verhält es sich, wenn Menschen wenig, gar keines oder negatives Vermögen haben, also Schulden. Die Statistiker stellten fest, dass mit sinkendem Vermögen die Angst größer ist und Lebenszufriedenheit und Glück parallel dazu ebenfalls sinken.

Screenshot Anlagestrategie Detailansicht

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Wie Sie Ihre Pläne verwirklichen

1. So werden aus Träumen Ziele

Wovon träumen Sie und wofür wollen Sie Geld zurücklegen? Gibt es konkrete Anlässe, für die eine bestimmte Summe benötigt wird, wie eine Hochzeit oder die Traumreise? Oder legen Sie etwas für die Altersvorsorge oder für ein Eigenheim zurück? Wieviel Geld werden Sie für dieses Ziel brauchen ? Und wann sollte es bereitstehen?

Machen Sie aus Ihren Träumen möglichst konkrete Pläne, bei denen Sie den Betrag, den Zeitraum und Ihren Einsatz so klar wie möglich festlegen. Je kurzfristiger das Ziel, desto genauer sollten Ihre Vorstellungen sein. Bei langfristigen Vorhaben wie bei der Altersvorsorge können Sie allgemeiner bleiben. Dennoch helfen konkrete Vorstellungen, um sich selber zum Sparen zu motivieren. Zum anderen können Sie dann einige Fragen, die wichtig sind, um passende Produkte zu finden, leichter beantworten. Dazu zählt beispielsweise, wie flexibel sie zeitlich sind und wie hoch die Sparsumme mindestens am Ende sein sollte.

2. Freunde des Sparers

Sie wissen inzwischen in etwa, wie viel Geld Sie brauchen, wann es bereitstehen soll und wie viel sie ungefähr für dieses Projekt zurücklegen wollen. Ab jetzt haben Sie zwei Freunde: Der erste Freund des Sparers ist die Zeit. Der zweite ist die Rendite. Beide zusammen bewirken den Zinseszinseffekt. So werden aus 10.000 Euro, die sich jährlich durchschnittlich zu fünf Prozent verzinsen, nach fünf Jahren 12.763 Euro, nach zehn Jahren Anlagedauer sind es 16.288 Euro. Der Anstieg ist nicht linear, weil immer mehr Zinserträge angesammelt werden, die sich immer wieder verzinsen. Kleine Zinsunterschiede wirken dabei über längere Laufzeiten enorm.

Aus 10.000 Euro werden…

Zins pro Jahr Laufzeit 3 Jahre Laufzeit 5 Jahre Laufzeit 10 Jahre Laufzeit 20 Jahre
1% 10.303 10.519 11.045 12.201
2% 10.612 11.041 12.190 14.859
3% 10.927 11.593 13.439 18.061
4% 11.248 12.166 14.802 21.911
5% 11.576 12.763 16.289 26.533
10% 13.310 16.105 25.937 67.275

Quelle: Eigene Berechnungen

Der Effekt funktioniert auch bei Sparplänen, in die Anleger beispielsweise 100 Euro monatlich investieren. Hier kommen bei einer angenommenen Rendite von ebenfalls fünf Prozent per anno nach drei Jahren 3.886 Euro, nach zehn Jahren sogar 15.502 Euro zusammen. Je länger Sie also Zeit haben, desto größer wird die Rolle der Zinsen.

Aus 100 Euro monatlich werden…

Zins pro Jahr Laufzeit 3 Jahre Laufzeit 5 Jahre Laufzeit 10 Jahre Laufzeit 20 Jahre
1% 3.656 6.154 12.623 26.566
2% 3.712 6.313 13.382 29.472
3% 3.769 6.474 13.980 32.768
4% 3.827 6.640 14.720 36.508
5% 3.886 6.810 15.502 40.754
10% 4.187 7.723 20.161 72.453

Quelle: Eigene Berechnungen

Angenommen, Sie wollen 5.000 Euro für einen konkreten Anlass sparen. Dafür haben Sie drei bis zehn Jahre Zeit. Wie viel müssen Sie monatlich also dafür in ein Anlageprodukt einzahlen?

Um 5.000 Euro anzusparen, brauchen Sie monatlich…

Zins p.a. Laufzeit 3 Jahre Laufzeit 5 Jahre Laufzeit 10 Jahre
1% 137 81 39
3% 133 77 36
5% 129 73 32

3. Welcher Risikotyp sind Sie?

Das Problem: Rendite ist nicht alles. Die meisten Anleger wollen Anlageprodukte, die drei Kriterien erfüllen:

  • Hohe Sicherheit: Die Wahrscheinlichkeit, das eingesetzte Kapital zu verlieren, sollte so gering wie möglich sein.

  • Hohe Rendite: Die Geldanlage soll vor allem einen möglichst hohen Ertrag innerhalb der vorgesehenen Laufzeit abwerfen.

  • Hohe Liquidität: Sie wollen oder können sich letztlich nicht festlegen, sondern das Investment notfalls problemlos wieder zu Geld machen können.

Das magische Dreieck der Geldanlage

Das magische Dreieck der Geldanlage

Das ist das magische Dreieck der Geldanlage: Die Ziele Sicherheit, Rentabilität und Liquidität können nie gleichzeitig erreicht werden. Sparer stehen vor einem Dilemma: Wer kein Risiko eingehen will, muss eine vergleichsweise geringere Rendite akzeptieren. Wer hingegen viele Jahre Zeit hat und zwischenzeitliche Kursrückschläge in Kauf nimmt, kann auf hohe Erträge hoffen. Es sei denn, er oder sie muss plötzlich Geld abziehen. Wer Geld braucht und nicht liquide ist, darf überhaupt kein Risiko eingehen. Was ist Ihnen wichtig?

4. Produktauswahl und Renditen

Grundsätzlich darf ein Investment umso chancenreicher sein, je länger Investoren auf das Geld verzichten können. Denn chancenreiche Märkte unterliegen oft Zyklen. Und nur wer sein Geld nicht braucht, wenn es abwärts geht, sollte risikoreiche Investments eingehen. Wenn Sie also wissen, wann Sie den Betrag voraussichtlich wieder brauchen werden, haben Sie damit schon Einiges entschieden. Wichtig ist dabei auch: Sind Sie als Anleger am Ende der Laufzeit flexibel oder muss zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt ein fixer Betrag auf dem Konto stehen? Danach wählen Sie Investments aus.

Entscheidend für die Auswahl sollten dabei die Renditechancen, die voraussichtliche Laufzeit und die Risiken von Investments sein. Denn je besser die Chancen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, sein Ziel schnell zu erreichen. Kommt es jedoch in dieser Zeit zu Verlusten, müssen Pläne womöglich aufgeschoben werden.

5. Wählen Sie passende Produkte aus

  • Für kurzfristige Sparziele von bis zu drei Jahren sind Produkte wie Banksparpläne ideal. Denn hier können Anleger mit fixen Zinsen rechnen.

  • Können Sie sich bis zu fünf Jahre festlegen oder haben Sie länger Zeit, sind aber ein sicherheitsorientierter Investor, dann ziehen Sie Anleihen, flexibel gemanagte Anleihefonds, manche Absolute-Return-Varianten oder Mischfonds und ETFs mit maximal 30 Prozent Aktienanteil ins Kalkül. Grundsätzlich eignen sich auch offene Immobilienfonds und physisches Gold.

  • Kann das Geld länger als sieben Jahre arbeiten und Sie sind risikobereit, dann können auch reine Aktien- und Rohstoffinvestments für Sie interessant sein. Auch riskante Anleihekategorien können Sie in Betracht ziehen. Sind Sie eher jemand, der Risiken und Chancen sorgfältig abwägt, dann eignen sich Mischfonds oder ETFs mit maximal 50 Prozent Aktienanteil. Auch flexible Mischungen, bei denen Fondsmanager wie Vermögensverwalter das Geld auf verschiedene Märkte aufteilen, sind für Sie interessant.

Nutzen Sie auch den Risiko-Rendite-Simulator der Universität Mannheim, um Ihre Risikobereitschaft einzuschätzen und Ihre Vorstellungen zu konkretisieren.

Kurzfristige Sparvorhaben

Hier sind Banksparpläne ideal. Denn hier bleibt die Verzinsung zwar derzeit oft unter der Inflationsrate. Dennoch erhalten Sparer oft etwas mehr als auf dem Girokonto.

Grundsätzlich sind diese Produkte bei vielen Banken oft bereits ab 25 Euro monatlich zu haben. Grundsätzlich gibt es drei Modelle:

  • Die Verzinsung mit variablem Zinssatz, dessen Höhe sich an einem Referenzzins, wie der Umlaufrendite (derzeit bei unter 0,2 Prozent), orientiert.

  • Eine Verzinsung mit festem Zinssatz für die gesamte Laufzeit. Die Spitzensätze lagen hier im April 2017 bei 1,2 Prozent bei siebenjähriger Laufzeit.

  • Oder eine gestaffelte Variante mit regelmäßigen Zinssteigerungen.

Je länger dabei die Laufzeit, desto höher grundsätzlich die Zinsen. Doch die derzeitige Niedrigzinsphase macht Angebote für lange Laufzeiten wenig attraktiv. Unterschiede gibt es oft nur noch für Sparer, die sich drei bis vier Jahre festlegen. Onlinebanken bieten oft etwas höhere Zinsen als Großbanken. Was zu beachten ist: Sparpläne mit fest vereinbarten Fristen räumen oft kein Kündigungsrecht ein, bei flexibler Laufzeit ist ein Ausstieg jederzeit möglich. Manche Banken gewähren ihren Kunden außerdem das Recht auf eine gewisse Teilverfügung des Kapitals. Wer sich für eine feste Laufzeit entscheidet, sollte also sicher sein, den Vertrag bedienen zu können. Denn eine vorzeitige Kündigung kann teuer werden.

Gebühren und Abschlusskosten fallen bei Sparplänen in der Regel nicht an. Die Kapitalerträge unterliegen jedoch der Abgeltungssteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. So können bis zu 28 Prozent des derzeit ohnehin niedrigen Zinsertrags verloren gehen. Dank Sparer-Pauschalbetrag bis zu 801 Euro im Jahr steuerfrei. Für Ehepaare verdoppelt sich dieser Betrag entsprechend.

Längerfristige Sparvorhaben

Bessere Renditechancen bieten Sparpläne auf Fonds und ETFs. Auch hier investieren Anleger in regelmäßigen Abständen einen festen Betrag, mit dem Sie Anteile an Fonds erwerben. Damit verhalten sie sich automatisch optimal: Denn stehen die Kurse an den Wertpapierbörsen hoch, kaufen Fondssparer automatisch weniger Fondsanteile, bei fallenden Kursen erwerben sie hingegen mehr. Professionelle Vermögensverwalter kümmern sich bei Fonds darum, das Kapital zu vermehren. Sie kaufen mit dem Geld der Anleger Wertpapiere wie Aktien, Anleihen, setzen auf Währungen oder Rohstoffe. Bei einem ETF oder börsengehandelten Indexfonds wird hingegen ein Marktindex nachgebildet. Das kann eine bekannte Börsenmessgröße sein, wie der deutsche Aktienindex Dax. Es sind aber auch hauseigene Indizes der Emittenten in Gebrauch, deren Wertentwicklung manchmal schwer nachvollziehbar sind.

Je nach Laufzeit und Risikofreude haben Anleger hierzulande mit Sparplänen im Durchschnitt unterschiedlich hohe Renditen erzielt:

Historische Durchschnittsrenditen verschiedener Anlagen (Angaben in Prozent per annum)

Anlageform 3 Jahre 10 Jahre 20 Jahre
Aktienfonds Deutschland 7,6 4,7 6,4
Aktienfonds Welt 9,8 1,7 4,4
Anleihefonds Euro 2,2 3,6 3,8
Anleihefonds Welt 4,2 3,5 4,1
Mischfonds (30% Aktien) 2,4 2,9 3,2
Mischfonds (50% Aktien) 4,0 2,6 5,1

Quelle: BVI, Stand: 31.1.2017

Streuen Sie breit und reduzieren Sie das Risiko

„Lege nie alle Eier in einen Korb“, lautet eine der wichtigsten Börsenregeln. Denn es hat sich in der Praxis bewährt, in möglichst viele Werte zu investieren, statt alles auf eine Karte zu setzen. Da sich Anleihen und Aktienmärkte meist gegenläufig entwickeln, ist es bei Kurseinbrüchen sinnvoll, in beiden Märkten investiert zu sein. Achten Sie zudem darauf, dass Sie nicht nur Aktien von Unternehmen aus einem bestimmten Land oder einer bestimmten Region besitzen. So zählt es zu den häufigsten Anlegerfehlern nur deutsche Titel zu kaufen. Doch im Deutschen Aktienindex sind wichtige Branchen schlecht vertreten. Wenn Sie hingegen nur Werte von US-Unternehmen besitzen, dann dürfte es kaum verwundern, wenn Sie bei einer Krise der US-Wirtschaft Kursverluste in Kauf nehmen müssen. Diversifizieren Sie und besitzen beispielsweise Aktien von europäischen und asiatischen Titeln, könnten Sie Verluste in einem Markt oft durch Kursgewinne in einem anderen ausgleichen. Eine solche Strategie hat allerdings ein Problem: Sie benötigen viel Geld, um hinreichend diversifizieren zu können – eine sinnvolle Alternative sind daher Investmentfonds. Hier sind schon geringe Summen ausreichend, um an einem diversifizierten Portfolio teilhaben zu können.

Fazit

  • Sie wollen für ein Ziel sparen. Dann machen Sie möglichst konkrete Pläne.
  • Legen Sie fest, wann und wie viel Geld für Ihr Sparziel bereit stehen soll - und wie viel sie dafür zurücklegen wollen.
  • Bestimmen Sie anhand der voraussichtlichen Anlagedauer und Ihrer Risikobereitschaft passende Anlageprodukte.
  • Auch wenn historische Renditen keine Garantie für künftige Anlageergebnisse sind: Nutzen Sie den Simulator der Universität Mannheim und lernen Sie anhand von historischen Renditen den Anlageerfolg und das Risiko verschiedener Anlageformen einzuschätzen.

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