Wissen > > Sparbriefe

In Kürze

  • Bei Sparbriefen legen Sie einen Geldbetrag einmalig für eine feste Laufzeit an. Diese kann zwischen einem und zehn Jahren liegen. Während dieser Zeit können Sie nicht auf das Geld zugreifen.
  • Es gibt Sparbriefe mit festem oder jährlich steigendem Zins. Hier erhalten Sie die Zinsen regelmäßig auf Ihr Konto.
  • Eine weitere Möglichkeit, um zusätzlich zu profitieren, sind auf- oder abgezinste Sparbriefe.
  • Derzeit sind die Zinssätze jedoch unterm Strich so niedrig, dass die Inflation nicht ausgeglichen werden kann.
  • Sparer sollten auf die gesetzliche Einlagensicherung achten, die innerhalb der EU bis zu einem Betrag von 100.000 Euro gilt, sofern der Sparbrief auf ihren Namen lautet.
Sparbriefe eignen sich für Leute, die einmalig einen Betrag für eine feste Laufzeit anlegen wollen.

Sparbriefe eignen sich für Leute, die einmalig einen Betrag für eine feste Laufzeit anlegen wollen.

Traditionsreiche Geldanlage

Seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts sind Sparbriefe ein fester Bestandteil des Anlageangebotes von Banken. Vorbild waren die englischen “Savings certificates”, die ursprünglich der Kriegsfinanzierung dienten. Heutzutage werden Sparbriefe vor allem von Sparkassen und Genossenschaftsbanken angeboten.

Hohe Zinsen mit staatlicher Absicherung - das war 1964 das Kennzeichen der ersten modernen Sparbriefe, die damals die Volksbanken-Gruppe aufgelegt hatte. Da der Verwaltungsaufwand geringer war als bei Festgeld und keine Mindestreserven hinterlegt werden mussten, sanken nach der Auflegung dieser Produkte zunächst die Einlagen in Festgeld. Doch die Aufsicht korrigierte rasch diese Gesetzeslücke.

Grundsätzlich funktionieren Sparbriefe ähnlich wie Festgeld. Sparer legen einen festen Betrag für eine bestimmte Laufzeit an und erhalten dafür regelmäßige Zinszahlungen. Es sind Angebote von einem bis zu zehn Jahren zu haben. Während dieser Frist können Sparer in der Regel nicht auf das angelegte Geld zurückgreifen. Wer vorzeitig an sein Geld muss, kann den Sparbrief zwar beleihen – die Zinsen hierfür sind in der Regel aber höher als die, die dem Sparbrief gutgeschrieben werden. Die Beleihung empfiehlt sich daher nur in ausgesprochenen Notfällen. Im Gegenzug können Sie aber in der Regel immer noch mit einer etwas höheren Verzinsung rechnen als zum Beispiel bei Sparbüchern. Zudem sind Sparer selbst im Falle der Insolvenz ihrer Bank auf der sicheren Seite, sofern sie darauf geachtet haben, dass das Geldinstitut der europaweiten gesetzlichen Einlagensicherung unterliegt. Damit sind bis zu 100.000 Euro pro Bank und Anleger geschützt.

Arten von Sparbriefen

Sparbriefe werden in verschiedenen Varianten abschließen, die sich insbesondere im Hinblick auf die Auszahlung der Zinsen unterscheiden. Die Zahlungsweise ist vor allem steuerlich relevant:

1. Jährlich verzinste Sparbriefe: Bei der Standardvariante unter den Sparbriefen verbleibt der Anlagebetrag für die gesamte Laufzeit bei der Bank. Sie erhalten aber regelmäßig (meist jährlich) die Zinsen auf Ihr Girokonto gutgeschrieben. Am Laufzeitende erhalten Sie den gesamten Anlagebetrag zurück. Vorteil: Jeder Bundesbürger kann dank Sparer-Pauschbetrag jährlich bis zu 801 Euro Zinsen und Dividenden steuerfrei verdienen. Bei gemeinsam veranlagten Ehepaaren sind bis zu 1.602 Euro steuerfrei. Wer diesen Betrag überschreitet, zahlt 25 Prozent Kapitalertragssteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätsbeitrag und oft noch Kirchensteuer auf die Erträge.

2. Thesaurierende Sparbriefe: Sie sind das Gegenstück zu den jährlich verzinsten Sparbriefen. Hier verbleiben die Zinsen beim Spar-Guthaben und werden wieder angelegt. Das verstärkt den Zinseszinseffekt.

3. Sparbriefe mit Stufenzins: Die Bank zahlt hier einen Zinssatz, der von Jahr zu Jahr steigt. Wie genau der Zinsanstieg aussieht, bekommen Sie beim Vertragsabschluss mitgeteilt. Hier sollten Interessenten auf jeden Fall die Gesamtverzinsung genau nachrechnen und sich nicht von hohen Prozentsätzen zum Ende der Laufzeit blenden lassen. Ohnehin sind solche Sparbriefe meist nur mit längeren Laufzeiten zu bekommen.

4. Abgezinste Sparbriefe: Bei Vertragsabschluss legen Sie eine niedrigere Summe an, als bei normalen Sparbriefen. Die Zinsen werden während der Laufzeit zur angelegten Summe hinzugerechnet. Dadurch können Sie etwa einen Sparbrief mit einem Nennbetrag von 10.000 Euro für 9.700 Euro erwerben und erhalten am Ende der Laufzeit durch die angesammelten Zinsbeträge 10.000 Euro.

Minizinsen auch bei langen Laufzeiten

Grundsätzlich können Anleger bei längeren Laufzeiten mit höheren Zinsen rechnen. Doch in der Niedrigzinsphase sind die Unterschiede minimal. So werden derzeit im Schnitt für zweijährige Sparbriefe 0,3 Prozent Zinsen bezahlt, bei fünf Jahren sind es etwa 0,6 Prozent und bei zehnjährigen Papieren 1,1 Prozent, zeigt ein Vergleich der fmh-finanzberatung vom 23.5.2017.

Wie auch bei anderen traditionellen Sparformen sind also die möglichen Erträge durch Zinsen derzeit relativ begrenzt. Selbst wer sich auf lange Zeiträume festlegt, bleibt derzeit unter der Inflationsrate und verliert real gesehen Kaufkraft. Wer dennoch einsteigen will, geht nicht zu lange Laufzeiten ein. Denn die Wahrscheinlichkeit einer Leitzinserhöhung durch die Europäische Zentralbank steigt. Zudem achten Investoren auf die Auszahlungsvarianten, auch um Steuern zu optimieren.

Geschützt durch die Einlagensicherung

Sparbriefe fallen grundsätzlich unter die gesetzliche Einlagensicherung, sofern sie auf den eigenen Namen ausgestellt werden. Gerät Ihre Bank in eine Schieflage und droht in die Insolvenz zu rutschen, dann muss der Staat einspringen, sofern das Institut der europäischen Einlagensicherung unterliegt. Geschützt sind in einem solchen Fall bis zu 100.000 Euro pro Bank und Anleger. Zusätzlich haben die verschiedenen Bankenverbände freiwillig eigene Sicherungssysteme eingerichtet, die über den gesetzlichen Anspruch hinaus gehen. Allerdings sind diese Systeme im Ernstfall schwer einzuschätzen.

Fazit

  • Bei Sparbriefen legen Sie einmalig einen Betrag für eine feste Laufzeit an. Zinsen erhalten Sie je nach Ausgestaltung regelmäßig während der Laufzeit oder bei Fälligkeit.
  • Grundsätzlich steigen die Zinsen mit der gewählten Laufzeit. Doch die Verzinsung ist selbst bei langen Fristen derzeit so niedrig, dass Sparer fast immer inflationsbereinigt Geld verlieren.
  • Während der Laufzeit kommen Anleger nicht an Ihr Geld.
  • Die Wahl der Auszahlungsweise ist für die Berechnung der Steuern wichtig.
  • Unterliegt der Anbieter der europäischen Einlagensicherung sind bis zu 100.000 Euro pro Anleger und Bank gesetzlich geschützt, sofern der Sparbrief auf Ihren Namen lautet.

Erstellt am:

War dieser Artikel hilfreich für Sie?

Testen Sie unseren kostenlosen Newsletter – und verpassen Sie keine Tipps rund um Ihre Finanzen & Versicherungen.