Wissen > > Fonds- und ETF-Sparpläne

In Kürze

  • Mit Fonds oder börsengehandelten Indexfonds (ETFs) können sich Sparer auch mit kleinen Beträgen in ein breit gestreutes Wertpapierportfolio einkaufen. Bei Fonds legen Finanzprofis das Geld an den Märkten an, ETFs bilden eins zu eins Indizes nach.
  • Die Aktienmärkte bieten über lange Zeiträume besonders gute Chancen auf eine hohe Rendite. Doch auch andere Fondssegmente bieten interessante Möglichkeiten.
  • Fonds- und ETF-Sparer können jederzeit über ihr Kapital verfügen und Zahlungen erhöhen oder verringern.
  • Fonds und ETFs streuen Investments oft über mehrere Regionen und Branchen. Das verringert die Risiken.
  • Fondssparer, die regelmäßig einen gleich hohen Betrag investieren, müssen sich keine Gedanken über den optimalen Einstiegszeitpunkt machen.
Mit einem Fondssparplan können Sie von Chancen an den Börsen profitieren.

Mit einem Fondssparplan können Sie von Chancen an den Börsen profitieren.

Mit Sparplänen ein Vermögen aufbauen

Schritt für Schritt auch größere Sparziele erreichen – dafür sind Sparpläne auf Fonds und ETFs ideal. Je nach Risikoneigung können Anleger in unterschiedliche Produkte investieren. Dabei können sie ihr Geld bei Fonds von namhaften Finanzprofis verwalten lassen oder mit ETFs kostengünstig Marktsegmente nachbilden.

Fondssparer überweisen jeden Monat oder quartalsweise einen festen Betrag an eine Fondsgesellschaft, die dieses Geld verwaltet. Ein Finanzprofi legt das Geld der Investoren dann in Wertpapieren wie Aktien oder Anleihen an und versucht eine möglichst attraktive Rendite zu erwirtschaften. Im Fondsprospekt ist dabei genau festgelegt, was er beim Investieren beachten muss: Kein Fonds darf beispielsweise nur in eine Aktie investieren. Oft gibt es Limits, wieviel Prozent des Fondsvermögens maximal in ein Unternehmen oder in einem Markt investiert und inwieweit Derivate eingesetzt werden dürfen. Fonds werden von den Finanzbehörden genau kontrolliert. Macht die Fondsgesellschaft pleite, ist das Kapital der Anleger zudem geschützt. Denn Fonds sind Sondervermögen.

Letzteres gilt auch für börsengehandelte Indexfonds (ETFs). Diese Produkte haben meist geringere Kosten als herkömmliche, aktive Investmentfonds. Dafür wählt auch kein Experte aktiv die besten Wertpapiere eines Marktes aus, sondern ETFs bilden eins zu eins Marktindizes wie den deutschen Aktienindex Dax nach. Das machen sie, entweder dadurch, dass sie die enthaltenen Titel kaufen oder dadurch, dass sie entsprechende Swap-Geschäfte machen (synthetischer ETF). Anleger sollten sich die Strategie und die zugrundeliegenden Indizes der Produkte genau anschauen.

Screenshot Anlagestrategie Detailansicht

Welcher Anlegertyp sind Sie?

Unser Marktplatz für professionelle Anlagestrategien bietet für jeden Anleger die passende Strategie. Starten Sie Jetzt Ihre eigene Vermögensverwaltung.

Welche Renditen sind möglich?

Durch den Zinseszinseffekt kommen bei Sparplänen auf Aktienfonds und ETFs auch bei kleinen Beträgen beträchtliche Summe zusammen. Wer beispielsweise 20 Jahre lang jeden Monat 100 Euro – insgesamt also 24.000 Euro – in einen Fondssparplan einzahlt, der im Schnitt jedes Jahr fünf Prozent Rendite erzielt, verfügt am Ende über fast 41.000 Euro.

Aus einem Sparplan mit 100 Euro pro Monat werden…

Laufzeit/ Rendite p.a. 7 Jahre (Endbetrag in Euro) 10 Jahre (Endbetrag in Euro) 15 Jahre (Endbetrag in Euro)
1 % 8.703 12.623 19.421
2 % 9.017 13.382 20.977
3 % 9.344 13.980 22.681
4 % 9.683 14.720 24.550
5 % 10.035 15.502 26.596
6 % 10.400 16.333 28.839
eingezahlt 8.400 12.000 18.000

Und eine Rendite von fünf Prozent pro Jahr zu erreichen, ist über lange Laufzeiten nicht unrealistisch, zeigt folgender Vergleich:

Historische Sparplan-Renditen diverser Anlageklassen (in % p.a.)

Laufzeit/ Kategorie 10 Jahre (in Prozent p.a.) 20 Jahre (in Prozent p.a.) 30 Jahre (in Prozent p.a.)
Aktien Deutschland 7,3 5,8 6,9
Aktien Europa 5,5 3,2 4,7
Aktien Welt 7,0 4,7 6,2
Anleihen Euro (lang) 4,3 4,0 4,3
Mischfonds 3,0 3,7 5,3
Immob. -Fonds 1,2 2,9 3,8

Quelle: BVI (Stand Dez. 2016)

Wie viel Risiko wollen Sie eingehen?

Renditen sind jedoch nicht alles. Denn gerade die Aktienmärkte können stark schwanken. Und weil sich nach Verlusten immer nur ein geringerer Betrag verzinsen kann als vorher, ist es oft mühsam, Verluste wieder aufzuholen.

So viel ist bei Verlusten aufzuholen

Verlust Notwendige Ausgleichsrendite
10 Prozent 12 Prozent
20 Prozent 25 Prozent
30 Prozent 43 Prozent
40 Prozent 67 Prozent
50 Prozent 100 Prozent
60 Prozent 150 Prozent

Jeder Anleger und jede Anlegerin, muss also überlegen, zu wie viel Risiko er oder sie bereit ist. Stellen Sie sich also vor: Sie haben ihr Anlageziel definiert, ein überzeugendes Anlageprodukt gefunden und investiert. Es ist noch Zeit, bis Sie das Geld brauchen. Doch plötzlich geht es an den Finanzmärkten bergab. Wann werden Sie nervös? Wenn ihr Geld zwischenzeitlich zehn Prozent an Wert verliert? Oder erst bei 20 oder 30 Prozent?

Grundsätzlich gilt: Wer jung ist, kann generell bei der Altersvorsorge hohe Risiken nehmen und viel Geld in Aktienmärkte investieren. Älteren dagegen fehlt dagegen oft die Zeit, um Baisse-Phasen an der Börse auszusitzen. Und wer zudem schon bei überschaubaren Kursverlusten unter schlaflosen Nächten leidet, wird mit weniger riskanten Anlagen zufriedener sein.

Welche Fonds oder ETFs kommen in Frage?

In Deutschland werden laut Morningstar mehr als 26.000 Tranchen von Investmentfonds und mehrere tausend ETFs angeboten. Für viele der Produkte sind Sparpläne erhältlich. Um die Vielzahl der Portfolios zu vergleichen, fassen Ratingagenturen sie in verschiedene Segmente zusammen. Unterschieden werden:

Aktienfonds oder -ETFs: Hier setzen Fondsmanager das Geld der Anleger an den Aktienbörsen ein. Diese Titel zählen zu den riskanten Anlagen, da ihre Kurse stark schwanken können. Sie sind daher vor allem für Investoren mit längeren Zeithorizont interessant. Basis sollten bei der Altersvorsorge vor allem breit aufgestellte Fonds sein, die welt- oder europaweit investieren. Länderfonds, die beispielsweise auf deutsche Aktien setzen, sind deutlich riskanter. Sie sollten dem Portfolio höchstens beigemischt werden; Anleger investieren also insgesamt etwa 80 Prozent der Sparraten in breit investierende Aktienfonds und maximal 20 Prozent in riskantere Papiere. Das gilt erst recht für Fonds auf Schwellenländer, deren Volkswirtschaften stark wachsen und Unternehmen in guten Zeiten ein attraktives Wachstumsumfeld bieten. Doch in schlechten Zeiten ziehen Investoren hier oft sehr rasch Geld ab und die Kurse brechen ein. Zudem Anleger gezielt Aktien aus Branchen wie Pharma, Technologie oder Konsumgüter investieren. Auch Fonds, die vor allem kleinkapitalisierte Aktien kaufen, sind deutlich riskanter als Aktien mit hoher Marktkapitalisierung, die sogenannten Blue Chips. Grundsätzlich sollten Anleger die Regel beachten, dass die Risiken umso größer sind, je kleiner oder spezieller das Anlagesegment ist. Interessant für Investoren, die Risiken und Chancen sorgfältig abwägen sind neben weltweit oder europaweit investierenden Fonds oder ETFs, Produkte mit einer Dividendenstrategie. Hier werden Aktien von Unternehmen bevorzugt, die über Jahre hohe Gewinne an Aktionäre ausschütten.

Rentenfonds oder -ETFs: Diese Fonds investieren in Anleihen, auch Bonds genannt, die Unternehmen oder Staaten auflegen. Anleger stellen diesen Emittenten für einen vereinbarten Zeitraum Geld zur Verfügung und erhalten dafür in der Regel einen festen Zinssatz. Solange der Emittent nicht pleite geht, ist diese Forderung zu begleichen. Doch manche Anleiheemittenten werden von Ratingagenturen schlecht bewertet. Bei solchen Papieren kann das Risiko noch höher als bei Aktien sein. Es ist daher ein weit verbreiteter Irrglaube, dass sich alle Rentenfonds für Sicherheitsorientierte eignen. Denn die Palette reicht von Portfolios, die ausschließlich Staatsanleihen mit Spitzenratings kaufen, über Fonds, die vor allem auf Papiere aus Schwellenländern setzen, bis zu Portfolios, die ausschließlich aus Unternehmensanleihen, auch Corporate Bonds genannt, bestehen. Bei letzteren unterscheiden Profis Anleihen von guter Bonität und risikoreiche High-Yield-Papiere. Rentenfonds eignen sich also sowohl für konservative als auch für risikobereite Investoren. Attraktiv für Vorsichtige sind Fonds, die flexibel auf europäische oder weltweite Anleihemärkte setzen und Fonds für inflationssichere Anleihen. Deren Kurs oder ihr Kupon steigt mit der Teuerungsrate.

Mischfonds oder -ETFs: Wer an den Finanzmärkten Risiken aufteilt, steht oft besser da als ein Anleger, der nur auf vermeintlich sichere Anlagen wie Anleihen setzt. So ist ein Investment mit 30 Prozent Aktien kaum riskanter als ein reines Anleiheportfolio, bieten aber höhere Renditechancen. Moderne Mischfonds teilen dabei das Geld nicht nur auf Aktien- und Anleihemärkte auf, die sich meist gegenläufig entwickeln. Sie investieren auch in Edelmetalle, Immobilien oder profitieren von Währungsgewinnen. Klassischerweise werden Produkte mit bis zu 30 Prozent Aktienanteil für sicherheitsorientierte Investoren, riskantere Varianten mit bis zu 70 Prozent Aktienanteil und Mischfonds mit bis zu 50 Prozent Aktien unterschieden. Bei flexiblen Mischfonds können Fondsmanager das Vermögen je nach Marktlage auf die Märkte verteilen. Vom Risiko-Chance-Profil rangieren Dachfonds in denselben vier Anlageklasse. Hier investieren Fondsmanager jedoch nicht in einzelne Aktien, sondern in Fonds.

Absolute-Return-Produkte: Diese Anlageklasse ist relativ jung. Ihre Fondsmanager streben über festgelegte Zeiträume positive Erträge an und setzen sich meist klare Performanceziele. Eine Garantie, dass sie es schaffen, gibt es nicht. Die Fondsmanager dürfen jedoch gezielt Derivate einsetzen, die von steigenden und fallenden Marktpreisen profitieren können. Das kann in Verlustphasen ein Vorteil sein.

Garantiefonds: Bei diesen Produkten garantieren Emittenten den Erhalt des Großteils des Kapitals zum Ende einer festgelegten Laufzeit. Wer vorher verkauft, verzichtet auf die Garantieleistung. Manche Fonds sichern bei ihren Investments auch immer wieder neue Höchststände ab. Anleger sollten beachten, dass es die Garantie in der Regel nicht umsonst gibt. Das Portfolio wird in der Regel mit Derivaten abgesichert, die umso teurer sind, je stärker die Kurse schwanken.

Offene Immobilienfonds: Diese Assetklasse ist eine deutsche Erfindung – für die besondere Bedingungen gelten: Fondsmanager investieren das Geld der Anleger in Gewerbeimmobilien, also vor allem in Bürotürme und Einzelhandelsflächen. Anleger profitieren von Mieteinnahmen und Wertsteigerungen er Objekte. Das Problem: Obwohl das Geld in Immobilien investiert ist, die nicht über Nacht verkauft werden können, hatten Anleger über Jahrzehnte die Möglichkeit, täglich ein- und auszusteigen. Im Zuge der Finanzkrise mussten daher viele Fonds schließen, weil Großanleger im großen Stil Geld abzogen und die Liquidität nicht ausreichte, um Anleger auszuzahlen, die ihre Anteile zurückgeben wollten. In vielen Fällen kamen Anleger über Jahre nicht an ihr Geld. Manche Investoren mussten hohe Verluste in Kauf nehmen. Daher wurden die Spielregeln für diese Anlageklasse geändert: Neueinsteiger können ihre Anteile erst nach zwei Jahren zurückgeben. Danach sind Verkäufe zwölf Monate vorher anzumelden. Für Altbestände gelten Ausnahmen für Beträge bis zu 30.000 Euro.

Wie Sie gute Fonds und ETFs finden

Bei mehr als 26.000 Fondstranchen und mehr als 3.000 ETFs müssen Datenbanken bei der Auswahl geeigneter Produkte helfen. Vor allem Ratingagenturen bieten einen raschen Überblick.

Wer beispielsweise einen europäischen Aktienfonds sucht, geht auf die Seite der Fondsratingagentur Morningstar und wählt unter der Rubrik Fonds oder ETFs „Quickrank“ die Kategorie Aktien Europa Standardwerte Blend. Dann erscheint eine Liste mit einer Vielzahl von Fonds, die nach dem Morningstar-Rating vorsortiert werden können. Das Rating bewertet jedes einzelne Produkte nach Performance – und Risikokennzahlen. Wer einsteigen will, zieht nur Fonds und ETFs mit Spitzenbewertungen wie vier oder fünf Sternen bei Morningstar in Betracht und geht danach ins Detail. Neben der Fondsstrategie , die auf den Fondsfactsheets erläutert wird, können Kennziffern bei der weiteren Entscheidung helfen:

Performance: Bei keinem Anlageprodukt ist das Ergebnis so transparent wie beim Investmentfonds. Und auch wenn historische Renditen keine Garantie für die Zukunft sind: Richtig interpretiert ist die Performance oder Wertentwicklung die wichtigste Kennzahl überhaupt. Denn für eine hohe Wahrscheinlichkeit überdurchschnittlicher Ergebnisse spricht ein Fondsmanager, der über viele Jahre besser abgeschnitten hat als der Vergleichsindex oder der Durchschnitt der Fondskategorie. Liegt ein Portfolio hingegen über einen kürzeren Zeitraum, etwa über ein Jahr in Rankings weit vorn, kann das gefährlich sein. Denn hier gehen Fondsmanager manchmal überdurchschnittlich hohe Risiken ein und schneiden in der Folge deutlich schlechter ab.

Maximaler Verlust: Auch mit dieser Größe, von Experten auch maximal Drawdown genannt, können die meisten Anleger intuitiv etwas anfangen. Das maximale Minus über verschiedene Zeiträume zeigt, wie viel Verlust Investoren in der Vergangenheit hinnehmen mussten.

Volatilität: Doch die gängige Risikogröße unter Finanzprofis ist die Volatilität. Sie beschreibt, wie stark der Rücknahmepreis um seinen Mittelwert schwankt und wird formal als Standardabweichung der jährlichen Renditen berechnet.

Sharpe-Ratio: Hier wird der Mehrertrag des Fonds gegenüber einer risikolosen Anlage zur Volatilität ins Verhältnis gesetzt. Je höher diese Kennziffer ist, umso besser ist das Rendite-Risiko-Verhältnis.

Beta: Diese Risiko-Kennzahl zeigt, wie stark das Fondsportfolio auf Schwankungen des Gesamtmarktes reagiert. Je weniger das Portfolio Marktschwankungen mitmacht und je kleiner damit das Beta, umso weniger riskant ist der Fonds.

Treynor-Ratio: Hier wird der Mehrertrag des Fonds gegenüber einer risikolosen Anlage ins Verhältnis zum Beta des Fondsportfolios gesetzt. Je weniger das Portfolio auf Marktschwankungen reagiert, je kleiner also das Beta ist, umso höher ist die Treynor-Maßzahl und damit auch die risikoadjustierte Wertentwicklung des Fonds. Die geringe Anfälligkeit des Fonds gegenüber Marktschwankungen wird hier als ein Indiz für ein niedrigeres Risiko gewertet.

Wann steige ich am besten ein?

Sparpläne auf Fonds oder ETFs bieten einen unschlagbaren Vorteil gegenüber Einmalinvestments, der aus dem Auf und Ab der Kapitalmärkte entsteht, den Cost-Average-Effekt. So verhalten sich Fondssparer, die über einen gewissen Zeitraum regelmäßig einen gleich hohen Betrag in ein Produkt investieren, ökonomisch gesehen optimal. Denn sie kaufen automatisch mehr Anteile, wenn die Börsenkurse und damit die Fondspreise niedrig stehen und weniger, wenn die Notierungen an der Börse hoch sind. Dieser Effekt wirkt am Anfang eines Fondssparplans sehr stark auf das Depot. Daher ist der beste Einstiegszeitpunkt immer jetzt und gleich, denn je länger Sie investiert sind, desto öfter kann sich das Geld verzinsen.

Doch Anleger müssen auch wissen: Je größer das angesparte Volumen, desto kleiner wird die Wirkung vom Cost-Average-Effekt. Sind größere Summen angespart, erhält Ihr Sparplan immer mehr den Charakter von Einmalinvestments und der Ausstieg kann schwierig werden. Denn kommt es am Ende der Sparphase zu einem Markteinbruch, trifft das Anleger, die verkaufen wollen, hart. Daher empfehlen Anlageexperten, das angesparte Guthaben mindestens fünf bis sieben Jahre vor dem Ende der angepeilten Laufzeit von Aktienfonds in risikoärmere Anlageklassen wie defensive Mischfonds oder Rentenfonds umzuschichten.

Und warum nicht einfach einen ETF auf den MSCI-World kaufen?

Viele Verbraucherschützer werben derzeit dafür, mit ETFs zu sparen, die kostengünstig den weltweiten Aktienindex MSCI World nachbilden. Denn so streuen Anleger Risiken breit und investieren kostengünstig. Die meisten aktiven Fonds würden ohnehin den Vergleichsindex nicht schlagen.

Doch diese Argumentation stimmt nur zum Teil, warnen Vermögensverwalter. Wahr ist: Weltweit in Aktien zu investieren, macht Sinn, zumal Risiken auch bei ETFs breit gestreut werden. Und von 363 Aktienfonds Welt Standardwerte Blend schneiden über einen Zeitraum von fünf Jahren nur 96 besser ab als der Vergleichsindex MSCI World, zeigt ein Vergleich vom April 2017 mit Daten der Ratingagentur Morningstar. Und alle 363 Fonds haben höhere Kosten als ETFs, die ebenfalls von Morningstar bewertet werden.

Dennoch gibt es mindestens zwei Gegenargumente, die Anleger kennen sollten: Zum einen besteht der Aktienindex MSCI World zu 60 Prozent aus US-Aktien. Nur 16 Prozent vom Index spiegeln europäische Aktien (ex Großbritannien ). Titel aus Schwellenländern fehlen ganz. Diese geografische Mischung ist für Euro-Anleger nicht optimal. Zum anderen belegt eine Studie von Allianz Global Investors, dass Indexprodukte in Krisenzeiten deutlich schlechter abschneiden als aktiv gemanagte Fonds. So erzielten aktive Fonds für US-Standardwerte beim Platzen der Technologieblase zwischen 2000 und 2001 eine Mehrrendite von durchschnittlich 4,71 Prozentpunkten und und fuhren auch während der Finanzkrise im Mittel um einen Prozentpunkt besser als ETFs.

Die Entscheidung, ob Fonds- oder ETF-Sparplan bleibt also eine Geschmacksfrage. Doch auch bei ETFs sollten Anleger stets genau hinsehen.

Und was ist mit den Kosten?

Ausgabeaufschlag: Wer Fonds kauft, zahlt im Gegensatz zu ETF-Käufern meist einen Ausgabeaufschlag, zumindest, wenn er über die Hausbank ordert. Diese Gebühr liegt bei Aktienfonds oft bei fünf Prozent und mehr vom Anlagebetrag. Wer also 100 Euro monatlich investiert, zahlt bei jeder Rate fünf Euro Kaufgebühr. Wer diese Kosten bereits bezahlt hat, sollte gut überlegen, rasch wieder auszusteigen und in ein anderes Produkt zu wechseln. Denn dann gewinnt erst einmal der Fondsverkäufer. Die Kaufgebühr fließt zur Gänze an den Fondsvertrieb, wird also für die Beratung bezahlt. Wer hingegen selbst Produkte auswählt und online ordert, kann sich diese Kosten oft zur Gänze sparen. So erhalten Fondssparer bei einem Kauf über eine der moneymeets-Partnerbanken oft bis zu 100 Prozent Rabatt.

Jährliche Gebühren: Zusätzlich fallen bei Fonds und ETFs laufende Kosten an, die die Gesellschaften direkt von der Performance abziehen. Bei Fonds sind diese Gebühren in der Regel höher als bei ETFs. Denn die Gesellschaften müssen Fondsmanager, Research und andere Kosten begleichen. Die Indexprodukte laufen meist mit einer Software. Doch ein Teil der Jahresgebühr oder TER fließt an den Vertrieb, die sogenannte Bestandsprovision.

Fazit

  • Mit Sparplänen auf Fonds oder börsengehandelten Indexfonds (ETFs) können sich Sparer auch mit kleinen Beträgen in ein breit gestreutes Wertpapierportfolio einkaufen. Bei Fonds legen Finanzprofis das Geld an den Märkten an, ETFs bilden eins zu eins Indizes nach.
  • Aktienfonds oder -ETFs bieten zwar die höchsten Renditechancen. Aber es gibt auch weniger riskante Produkte, die mehrere Anlageklassen mischen, in Anleihemärkte investieren oder Garantiefonds.
  • Ist die passende Anlageklasse gefunden, können Anleger mithilfe von Ratings, die Fonds und ETFs nach Risiko und Rendite bewerten, rasch interessante Kaufkandidaten ausmachen.
  • Im Gegensatz zu ETFs fallen beim Kauf von Fonds oft Ausgabeaufschläge an, die bei jeder Sparrate fällig werden.

Erstellt am:

War dieser Artikel hilfreich für Sie?

Testen Sie unseren kostenlosen Newsletter – und verpassen Sie keine Tipps rund um Ihre Finanzen & Versicherungen.