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In Kürze

  • Festgeldkonten bieten Sparern, die ihr Geld für eine bestimmte Laufzeit nicht brauchen, feste Zinsen.
  • Im Gegensatz zum Tagesgeld können Anleger beim Festgeld während der Laufzeit nicht auf ihr Geld zugreifen. Wenn sie dennoch zwischendurch einen Teil des Guthabens abheben, müssen sie in der Regel Verluste in Kauf nehmen.
  • Es gibt einige moderne Varianten, die während der Laufzeit den Zugriff auf einen Teilbetrag des Guthabens ohne Zinsverluste erlauben.
  • Bei Guthaben, die der europäischen Einlagensicherung unterliegen, sind im Pleitefall der Bank 100.000 Euro pro Konto und Person gesetzlich abgesichert.
Festgeld eignet sich als Anlage für Leute, die ihr Geld für eine bestimmte Zeit nicht benötigen.

Festgeld eignet sich als Anlage für Leute, die ihr Geld für eine bestimmte Zeit nicht benötigen.

Wie funktioniert Festgeld?

Neben Tagesgeld zählen Festgeldkonten zu den beliebtesten Anlageformen in Deutschland. Sparer legen dabei ihr Geld für einen fest vereinbarten Zeitraum an und erhalten für diese Zeit einen festgeschriebenen Zinssatz. Eine vorzeitige Kündigung ist bei vielen Produkten mit Kosten verbunden.

Festgeldangebote gibt es für Laufzeiten zwischen einem Monat und zehn Jahren. Normalerweise steigt der Zinssatz mit der gewählten Laufzeit an. Doch in der derzeitigen Niedrigzinsphase sollten sich Sparer nicht auf zu lange Laufzeiten festlegen. Zum einen zeigt ein Vergleich beim Zinsportal fmh-finanzberatung: Wer 10.000 Euro über zehn Jahre anlegt, bekommt derzeit kaum höhere Zinsen als bei drei Jahren Laufzeit (Stand: April 2017). Zum anderen steigt auf lange Sicht die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen wieder steigen. Wer sich dann auf eine Anlage von bis zu zehn Jahren Laufzeit festgelegt hat, kann dann nicht von den höheren Zinsen profitieren.

Wann lohnt sich ein Festgeldkonto?

Aufgrund seiner mangelnden Flexibilität ist ein Festgeldkonto kein Lagerplatz für Geld, das Sie verfügbar haben wollen. Wer hingegen für ein bestimmtes Ziel spart und das Geld zu einem festgeschriebenen Zeitpunkt braucht, ist mit einem Festgeldkonto grundsätzlich gut aufgehoben. Aufgrund der derzeitigen Niedrigzinsen eignet sich Festgeld aber nicht für langfristige Sparprojekte. Hier gibt es etwa bei defensiven Mischfonds Optionen die bessere Renditechancen bieten. Denn die Verzinsung von Festgeldkonten ist aktuell vergleichsweise niedrig.

Wie sicher ist mein Geld?

Die besten Konditionen für Festgeld bieten oft kleinere oder ausländische Banken. Hier müssen Sparer wissen: Innerhalb der europäischen Union sind Guthaben im Pleitefall der Bank durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Sie gilt stets für bis zu 100.000 Euro pro Bank und Kunde.

Guthaben, die über diesen Betrag hinausgehen, sollten Anleger möglichst auf Konten verschiedener Banken aufteilen. Zwar bieten viele Geldhäuser über die gesetzliche Sicherung hinaus eigene Systeme, aber diese sind schwer einzuschätzen.

Wie viel Zins kann ich erwarten?

Die fehlende Flexibilität ist sicher einer der größten Nachteile von Festgeldkonten. Als Ausgleich dafür erhalten Anleger etwas höhere Zinsen. Es lohnt sich in jedem Fall, Angebote zu vergleichen. Die Zinsen unterscheiden sich oft deutlich. Interessant sind darüberhinaus auch Angebote, die Kunden erlauben, zwischendurch einen Teilbetrag des Guthabens problemlos abzuheben.

Screenshot Anlagestrategie Detailansicht

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Wie viel Steuern muss ich zahlen?

Zinserträge von bis zu 801 Euro pro Person und Jahr sind steuerfrei. Auf alles, was darüber hinaus geht, wird eine Abgeltungssteuer von 25 Prozent erhoben. Das Finanzamt schlägt noch den Solidaritätszuschlag auf. Kirchenmitglieder zahlen darüber hinaus Kirchensteuer, die je nach Bundesland unterschiedlich ausfällt. Die Banken führen die Abgeltungssteuer direkt an das Finanzamt ab. Es sei denn, es liegt ein Freistellungsauftrag vor. Bei manchen ausländischen Banken ohne Niederlassung in Deutschland müssen sich Kunden selber um die Steuern kümmern und Zinserträge in ihrer Einkommenssteuererklärung nennen.

Fazit

  • Aufgrund der Zinssicherheit lohnt sich ein Festgeldkonto vor allem für kurzfristigere Sparziele, die in maximal drei bis vier Jahren erreichbar sind.
  • Wer mit Festgeld spart, sollte jedoch sicher sein, das Geld während der vereinbarten Zeit nicht zu brauchen. Denn eine vorzeitige Kündigung kann teuer werden.
  • Sparer achten jedoch darauf, dass der Anbieter der europäischen Einlagensicherung unterliegt. Gerät die Bank dann in finanzielle Schwierigkeiten sind bis zu 100.000 Euro pro Konto und Person gesetzlich geschützt.

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