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In Kürze

  • Banksparpläne sind eine einfache und kostengünstige Sparform, die als sehr sicher gilt.
  • Wie bei Festgeld können sich Sparer einen vorab festgelegten Zinssatz sichern. Sie zahlen dafür über eine gewisse Laufzeit regelmäßig Beiträge ein.
  • Der Einstieg ist ab monatlichen Raten von 25 bis 50 Euro möglich.
  • Die Zinsspanne reicht aktuell (April 2017) je nach Vertrag von 0,1 bis etwa 1,5 Prozent per annum, zeigt ein Vergleich von moneymeets.
  • Das Problem: Die Zinsen gleichen meist nicht den Kaufkraftverlust durch die Inflation aus. Anleger verlieren also real gesehen Geld.
  • Vor allem für kurzfristige Sparprojekte können Banksparpläne dennoch interessant sein.
Mit einem Banksparplan können Sie sukzessive Geld für bestimmte Ziele sparen.

Mit einem Banksparplan können Sie sukzessive Geld für bestimmte Ziele sparen.

So funktioniert ein Banksparplan

Bei einem Banksparplan können Sparer variable Zinsen wählen oder wie bei Festgeld mit festen Konditionen rechnen: Für die zweite Variante stellen Anleger dem Geldhaus für einen bestimmten Zeitraum regelmäßig Kapital zur Verfügung. Vor allem Sparer, die Online-Angebote nutzen, achten auf die Einlagensicherung.

Wenn sich Sparer verpflichtet haben, regelmäßig einen bestimmten Betrag auf einen Banksparplan zu überweisen, legt das Geldhaus das Guthaben zu den vorher vereinbarten Konditionen an. Mit den vereinbarten Zinsen können Sparer kalkulieren. Denn ein Wertverlust oder Minuswachstum, wie man es von riskanteren Anlagen, wie Aktien oder Fonds kennt, ist ausgeschlossen.

Einzig wenn die Bank pleitegeht, kann es gefährlich werden. Sparer achten daher darauf, dass für das Geldhaus die europäische oder deutsche Einlagensicherung gilt. Dann sind Guthaben bis 100.000 Euro gesetzlich garantiert. Wermutstropfen: Viele Banksparpläne sind wenig flexibel, wenn Sparer unvorhergesehen vorab Geld brauchen.

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Ein Banksparplan ist interessant,…

  • wenn Sparer über mehrere Jahre regelmäßig einen bestimmten Betrag zur Seite legen wollen,
  • sie auf das Guthaben in dieser Zeit voraussichtlich nicht zugreifen müssen
  • und auf hohe Sicherheit und Kalkulierbarkeit Wert legen.

Zinsen im Vergleich

Es gibt Banksparpläne mit variablen und garantierten Zinsen. Beide Varianten können interessant sein:

  • Die Verzinsung mit variablem Zinssatz orientiert sich meist an einer Kennzahl wie der Umlaufrendite (derzeit bei unter 0,2 Prozent, Stand April 2017). Diese Variante lohnt sich, wenn Sie mit voraussichtlich steigenden Zinsen rechnen.

  • Eine Verzinsung mit festem Zinssatz für die gesamte Laufzeit ist interessant, wenn Sie ein fallendes oder gleichbleibendes Zinsniveau erwarten.

  • Gestaffelte Varianten bieten einen eher niedrigen fixen Zinssatz, zahlen aber jährliche Bonuszahlungen aus, die meist zum Ende der Laufzeit steigen. Hier sollten sich Sparer nicht von hohen Prozentzahlen blenden lassen, sondern genau nachrechnen.

Insgesamt reicht die Zinsspanne derzeit bei Neuabschlüssen von unter 0,1 bis zu 1,5 Prozent (Stand April 2017). Banksparpläne können also in vielen Fällen keinen Inflationsausgleich leisten, weshalb Anleger real gesehen mit einem realen Verlust oder einem Nullgeschäft rechnen müssen.

BEISPIEL Bei einer Inflationsrate von 1,3 Prozent und einer durchschnittlichen Rendite von 1,0 Prozent, verlieren Anleger mit einem Banksparplan real gesehen Geld. Wer unter diesen Bedingungen 15 Jahre lang 100 Euro monatlich in einen Sparplan einzahlt und den Ertrag zu 26,0 Prozent, versteuert, macht real gesehen einen Verlust von insgesamt 407 Euro.

Die derzeit niedrige Verzinsung bedeutet jedoch nicht, dass Banksparpläne immer eine falsche Entscheidung sein müssen. Sie bleiben dennoch für manche Sparvorhaben interessant.

Oft wenig flexibel

Die Laufzeit von Banksparplänen ist unterschiedlich. Je nach Ausgestaltung sind Laufzeiten von bis zu 30 Jahren denkbar. Kürzere Fristen sind meist mit festen, längere mit variablen Zinsen verbunden.

Sparpläne mit fest vereinbarten Laufzeiten räumen meist kein Kündigungsrecht ein, bei flexibler Laufzeit ist ein Ausstieg jederzeit möglich. Manche Banken räumen ihren Kunden außerdem das Recht auf eine gewisse Teilverfügung des Kapitals ein.

Wer sich für eine feste Laufzeit entscheidet, sollte also sicher sein, den Vertrag bedienen zu können. Denn eine vorzeitige Kündigung kann mit hohen Kosten verbunden sein.

Von Kosten und Steuern

Gebühren und Abschlusskosten fallen bei Sparplänen in der Regel nicht an.

Die Kapitalerträge aus Banksparplänen unterliegen jedoch der Abgeltungssteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. So können bis zu 28 Prozent des jährlichen Zinsertrags verloren gehen. Der Sparer-Pauschbetrag ermöglicht es allerdings, dass bis zu 801 Euro steuerfrei bleiben. Für Ehepaare verdoppelt sich dieser Betrag entsprechend.

Fazit

  • Dank Einlagensicherung gelten Banksparpläne zu Recht als sichere Anlage. Sparer achten jedoch darauf, nie mehr als 100.000 Euro bei einem Geldhaus zu parken, um bei einer Pleite der Bank auf der sicheren Seite zu stehen.
  • Die Produkte punkten zudem mit niedrigen Kosten.
  • Ein Minuswachstum ist bei Banksparplänen zwar ausgeschlossen, doch angesichts der niedrigen Zinsen gleichen neu abgeschlossene Verträge derzeit die Inflation nicht aus. Real gesehen müssen Anleger also mit einem Minus rechnen.
  • Außerdem sind Sparpläne nicht besonders flexibel. Sonderzahlungen, eine Beitragsfreistellung, eine Kündigung oder ähnliches sind je nach Vertrag oft teuer oder nicht möglich.

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