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In Kürze

  • Zu den Errungenschaften des Sozialstaats zählt in Deutschland die gesetzliche Unfallversicherung.
  • Diese Absicherung gilt am Arbeitsplatz oder in der Schule sowie auf dem Weg dorthin und zurück. Der Freizeitbereich bleibt allerdings ausgeschlossen.
  • Die meisten Unfälle passieren in der Freizeit - meistens im Haushalt oder beim Sport.
  • Ohne eigene Vorsorge kann in solchen Fällen die wirtschaftliche Existenz des Betroffenen gefährdet sein.
  • Eine private Unfallversicherung ist aber kein Ersatz für eine Berufsunfähigkeitspolice. Bei mehr als 90 Prozent der von Berufsunfähigkeit Betroffenen sind Krankheiten der Grund für die eingeschränkte Leistungsfähigkeit, nicht Unfälle, zeigt die Statistik.
Die Unfallversicherung lohnt sich für sportlich aktive Menschen oder Rentner besonders.

Die Unfallversicherung lohnt sich für sportlich aktive Menschen oder Rentner besonders.

Unfallversicherung für Schutz in der Freizeit

Acht bis neun Millionen Unfälle passieren jährlich in Deutschland, die meisten davon im Haushalt oder beim Sport. In der Mehrzahl der Fälle ziehen sich die Betroffenen zum Glück nur leichte Verletzungen und vorübergehende körperliche Einschränkungen zu. Sind die Folgen aber schlimmer, entstehen sehr schnell hohe Kosten. Diese können von einer mehrmonatigen Arbeitsunfähigkeit bis hin zur dauerhaften Vollinvalidität reichen, etwa durch eine Querschnittslähmung.

Im Zuge dessen sind nicht nur kurzfristige Umstellungen notwendig - im schlimmsten Fall die Beschaffung eines Rollstuhls und der Umbau zum barrierefreien Haushalt - sondern auch langfristig ist an selbstständiges Geldverdienen mittels eines Berufs nicht mehr zu denken. In Deutschland sollen die Folgen eines Unfalls von der Unfallversicherung aufgefangen werden.

Gesetzliche Unfallversicherung springt bei Arbeitsunfällen ein

Das System in Deutschland ist unterteilt in die gesetzliche bzw. staatliche Unfallversicherung und in private Unfallversicherungen. Der gesetzliche Schutz besteht allerdings nur, wenn der Unfall am Arbeitsplatz oder auf dem Weg dorthin und zurück passiert. Der Unfallschutz ist folglich lückenhaft und in der Freizeit durch den Staat nicht existent. Dafür ist die private Vorsorge vonnöten.

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Außerhalb der Arbeit bietet die private Unfallversicherung Schutz

Die privaten Unfallversicherungen leisten einen vorab vereinbarten Betrag, wenn nach einem Unfall eine körperliche Beeinträchtigung dauerhaft verbleibt. Dazu legen die Versicherungsgesellschaft und der Versicherte bei Vertragsabschluss eine Versicherungssumme fest. Anhand des Invaliditätsgrades berechnet der Versicherer im konkreten Leistungsfall die Höhe der Zahlung. Diese auch Gliedertaxe genannte Zuordnung beschreibt genau, wie viel Prozent der Versicherungssumme bei welcher Unfallfolge gezahlt werden.

Liegt die Versicherungssumme beispielsweise bei 200.000 Euro, so erhält der Versicherte nach einem Unfall, in dessen Folge ein Arm amputiert werden musste, eine Zahlung von 55 Prozent der Versicherungssumme, folglich 110.000 Euro.

Liegt die Invalidität außerhalb der Beschreibung der Gliedertaxe, bemisst sich die Invalidität danach, inwieweit die körperliche Leistungsfähigkeit durch die Unfallfolgen beeinträchtigt ist. Diese Feststellung trifft der behandelnde Arzt.

Mit der Progression zum Mehrfachen der Versicherungssumme

Beim Abschluss der Unfallversicherung kann eine Progression vereinbart werden. Diese sollte mindestens bei 225 Prozent liegen, um die Vollinvalidität im Verhältnis zur Erhöhung der Versicherungskosten optimal abzusichern, empfiehlt der Bund der Versicherten. Bei Vollinvalidität ist oftmals ein höherer Kapitalbedarf vorhanden, weil beispielsweise die Wohnumgebung komplett barrierefrei gestaltet oder entsprechend umgebaut werden muss. Alleine der Einbau eines Treppenlifts kann dabei schnell bis zu 30.000 Euro verschlingen.

Bei oben genanntem Beispiel (Versicherungssumme von 200.000 Euro) erhielte der Versicherte bei Vollinvalidität also 225 Prozent der Versicherungssumme, was einer Zahlung von 450.000 Euro entspricht.

Was sichert die private Unfallversicherung ab und wann ist sie sinnvoll?

Die private Unfallversicherung soll die lückenhafte Absicherung durch den gesetzlichen Unfallschutz, der nur auf dem Weg zur Arbeit und während der Arbeitszeit selbst wirksam ist, vervollständigen. So ist der Versicherte rund um die Uhr, bestenfalls auch im Ausland privat unfallversichert.

Die Unfallversicherung sichert nicht alle Unfallfolgen ab

Unfallversicherungen sind kein Ersatz für die Berufsunfähigkeitsversicherung, denn weniger als zehn Prozent der gesundheitlichen Schäden, die bei Betroffenen bisher statistisch gesehen zu einer Berufsunfähigkeit geführt haben, sind durch einen Unfall entstanden. Abzuziehen sind hier noch Arbeitsunfälle, bei denen die gesetzliche Unfallversicherung einspringt. Eine Berufsunfähigkeitspolice hat daher eine noch höhere Priorität für Erwerbstätige.

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Für Sportler, Kinder und Senioren ist der Unfallschutz besonders wichtig

Unterm Strich ist eine private Unfallversicherung aber für alle sinnvoll, die in ihrer Freizeit sportlich aktiv sind. Alle Sportler, nicht nur Extremsportler, können sich bei Ausübung ihres Hobbies schnell verletzen - da muss nicht mal Selbstüberschätzung eine Rolle spielen. Die Unfallversicherung bietet hier eine gewisse finanzielle Sicherheit.

Für Kinder ist der Schutz durch die Unfallversicherung besonders ratsam: Erleidet der Nachwuchs einen Unfall mit schweren Folgen, kann neben dem einmaligen Aufwand für Neuanschaffungen auch ein fortlaufender Kapitalbedarf bestehen. Der Einschluss einer Kinderinvaliditätsrente in die Unfallversicherung ist lohnenswert, da diese lebenslang gezahlt würde.

Auch für aktive Senioren kann der Abschluss oder die Aufrechterhaltung einer Unfallversicherung sinnvoll sein. Ein Problem: Altersbedingte Gebrechlichkeit wird immer wieder mit ursächlich für den Grad der Invalidität nach einem Unfall angeführt. Die Leistung der Unfallversicherung fällt daher häufig geringer aus.

Darauf sollten Sie bei einem Vertrag achten

  • Versicherungsleistung: Der Bund der Versicherten empfiehlt, mindestens 100.000 Euro Versicherungsleistung je versicherter Person zu vereinbaren.
  • Progression: Durch die Vereinbarung einer Progression steigen die Versicherungsleistungen bei höheren Invaliditätsgraden an. Hier sind mindestens 225 Prozent Progression bei Vollinvalidität ratsam.
  • Unfallrente: Bei den meisten Versicherern kann zusätzlich zur Invaliditätsleistung gegen Mehrbeitrag die Zahlung einer Unfallrente vereinbart werden. Das ist vor allem bei Kindern sinnvoll.
  • Gültigkeit: Eine Unfallpolice sollte weltweit und rund um die Uhr gültig sein. Keinesfalls sollte der Schutz nur auf die Freizeit oder eine bestimmte Tätigkeit wie zum Beispiel Autofahren beschränkt sein.
  • Vorauszahlung: Es kann zudem vereinbart werden, dass die Unfallversicherung bei einem Unfalltod des Versicherten eine Absicherung an Hinterbliebene zahlt. Damit die vereinbarte Summe gezahlt wird, muss der Unfalltod muss der Versicherung binnen 48 Stunden angezeigt werden. Doch nicht nur aus Gründen der Hinterbliebenenabsicherung kann eine solche Zusatzvereinbarung sinnvoll sein: Führt ein Unfall zur Invalidität des Versicherten, leistet die Unfallversicherung in der Regel erst nach einem Jahr. Wer eine Todesfallabsicherung vereinbart, der hat auch Anspruch auf Vorauszahlungen – allerdings maximal bis zur Höhe vereinbarten Todesfallsumme.

Unfallversicherung oder Berufsunfähigkeit?

Jeder dritte Bundesbürger hat eine private Unfallversicherung abgeschlossen und zahlt dafür im Schnitt 250 Euro im Jahr. Die finanziellen Folgen eines Unfalls deckt die Unfallversicherung, wie bereits angedeutet, aber nicht vollständig ab.

Wann ist die Unfallversicherung wirklich sinnvoll?

Bei der Bewertung der privaten Unfallversicherungen ist immer abzuwägen, wie wahrscheinlich es ist, dass durch einen Unfall eine dauerhafte körperliche Beeinträchtigung entsteht. Nur dieser Fall ist durch die Versicherung abgedeckt. Insgesamt ist es wahrscheinlicher, durch eine schwere Krankheit langfristig gesundheitlich beeinträchtigt zu bleiben. In diesem Fall bieten private Unfallversicherungen allerdings keinen Schutz, Berufsunfähigkeitsversicherungen hingegen schon. Trotzdem gilt: Sportler, Senioren und Kinder genießen guten Schutz mit einer Unfallversicherung.

Wer in der Freizeit häufig sportlich aktiv ist, der sollte über eine Unfallversicherung nachdenken.

Wer in der Freizeit häufig sportlich aktiv ist, der sollte über eine Unfallversicherung nachdenken.

Für wen ist die Berufsunfähigkeitsversicherung besser geeignet?

Alle Berufstätigen, unabhängig von Festanstellung oder Selbstständigkeit, sollten vorrangig Berufsunfähigkeitsversicherungen im Blick haben. Hier ist die Ursache für die Berufsunfähigkeit nicht von Belang. Wichtig ist nur, dass ein Arzt feststellt, dass sie vorliegt. Allerdings wird auch hier eine Unterscheidung nach Graden vorgenommen. Bei einigen körperlichen wie auch psychischen Erkrankungen ist es dem Betroffenen möglich, immerhin einige Stunden jeden Tag seiner Arbeit nachzukommen. Berufstätige sollten die Unfallversicherung als Ergänzung zur Berufsunfähigkeitsversicherung und zum gesetzlichen Unfallschutz verstehen.

Unfallversicherung wechseln oder kündigen?

Um eine Unfallversicherung zu kündigen, ist folgendes zu beachten: Es gilt eine Kündigungsfrist von drei Monaten, wobei als Stichtag der im Vertrag genannte Ablauftermin gilt. Wird diese Frist versäumt, verlängert sich der Vertrag automatisch um ein Jahr. Wer einen durchgehenden Versicherungsschutz genießen will, sollte zunächst eine neue Versicherung abschließen und erst dann den bestehenden Tarif kündigen. Die fristgerechte Kündigung ist hier ebenso zu beachten, da sonst zwei Verträge bestehen.

Rechtsschutzversicherung ebenfalls abschließen

Wer eine hohe Versicherungssumme vereinbart hat, sollte sein somit vereinbartes Recht ebenfalls absichern. Eine Rechtsschutzversicherung garantiert zwar nicht, im Streitfall tatsächlich Recht zugesprochen zu bekommen, schützt allerdings vor hohen Kosten einer juristischen Auseinandersetzung mit dem Unfallversicherer. Der Rechtsschutz sollte daher auch bei einem anderen Versicherer abgeschlossen werden als die private Unfallversicherung.

moneymeets Tipp: Die Suche nach einer neuen Unfallversicherung war bisher sehr aufwendig und zeitintensiv. Damit ist jetzt Schluss: Der Tarifassistent von moneymeets durchsucht für Sie nahezu den gesamten Versicherungsmarkt und findet immer den Tarif, der am besten zu Ihrem Absicherungsbedarf passt.

Wenn Sie bereits versichert sind, sollten Sie regelmäßig Ihren Vertrag auf den Prüfstand stellen, denn oft bieten neuere Tarife bessere Leistungen für weniger Geld. Mit dem Online-Vertrags-Check von moneymeets finden Sie heraus, wie Ihr Tarif im Vergleich zu den Top-Produkten am Markt abschneidet. So decken Sie Schwachstellen bei Preis und Leistung auf und vermeiden im Schadensfall unliebsame Überraschungen.

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Fazit

  • Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt nur bei Verletzungen, die bei der Arbeit, in der Schule oder auf dem Weg dorthin entstehen.
  • Die meisten Unfälle ereignen sich hingegen in der Freizeit. Eine private Unfallversicherung ist daher für viele eine sinnvolle Absicherung.
  • Für Erwerbsfähige hat eine Berufsunfähigkeitspolice eine höhere Priorität, da die Wahrscheinlichkeit, durch einen Unfall berufsunfähig zu werden, deutlich geringer ist als durch eine Krankheit.

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