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In Kürze

  • Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten, die bei Streitfällen vor Gericht entstehen.
  • Viele Policen sind modular aufgebaut: Sie bieten also für klar definierte Rechtsbereiche Schutz.
  • Bei vorsätzlichen Straftaten greift die Versicherung nicht.
  • Meistens gilt zudem für Schadensfälle eine Wartefrist von drei Monaten. Bei unvorhersehbaren Ereignissen wie etwa bei einem Unfall entfällt die Frist.
  • Manche Versicherungen bieten Zusatzleistungen wie eine Anwalt-Hotline an.
  • Für Mietangelegenheiten reicht oft eine Mitgliedschaft beim zuständigen Mieterbund. Auch hier können Interessierte oft juristischen Beistand bekommen.
Bei Streitigkeiten vor Gericht kann eine Rechtsschutz-Police Gold wert sein.

Bei Streitigkeiten vor Gericht kann eine Rechtsschutz-Police Gold wert sein.

Rechtsschutzversicherungen helfen bei zahlreichen Klagen in Deutschland

Allein 2015 wurden fast 1,1 Millionen Streitfälle vor deutschen Zivilgerichten abgeschlossen. 648.000 waren es bei Familiengerichten, 392.000 vor Arbeits- und 371.000 vor Sozialgerichten. Auch unbeabsichtigt und unschuldig landen viele Bundesbürger vor Gericht.

Solch ein Gerichtsverfahren kann sehr schnell sehr teuer werden: Bei 100.000 Euro Streitwert kostet ein Prozess in der ersten Instanz bis zu 12.000 Euro. Berechtigte Ansprüche drohen also Ihre Ersparnisse aufzuzehren, wenn der Rechtsschutz nicht versichert ist.

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Typische Beispiele für ungewollte Rechtsstreitigkeiten

  • Ein Arbeitgeber löst eine Abteilung auf und will Mitarbeiter trotz langer Firmenzugehörigkeit von jetzt auf gleich kündigen, doch das ist juristisch heikel. Hier geht es oft um viel Geld und Verfahren sind teuer. Sowohl für den Arbeitgeber als auch für den kurzfristig gekündigten Arbeitnehmer. Die Kombination aus verlorener Arbeitsstelle und nicht vorhandener Rechtsschutzversicherung ist finanziell besonders heikel.

  • Ihr Vermieter will nicht für den Schimmel in der Wohnung aufkommen, weil er glaubt, Sie lüften zu wenig und droht mit einer Klage. Streitigkeiten in Mietfragen landen schnell vor Gericht. Ist die Beweisführung schwierig, dauern auch die Verhandlungen entsprechend lang.

  • Ihre Kfz-Kaskoversicherung verweigert die Zahlung eines Unfallschadens aus fadenscheinigen Gründen. Gegen eine Versicherung zu klagen ist sehr ärgerlich, denn der vorausgegangene Schaden belastet die Finanzen. Eine Rechtsschutzversicherung hilft dabei, die Finanzen nicht weiter zu strapazieren.

Welche Leistungen bieten die Versicherer?

Ganz allgemein gesagt, kommt eine Rechtsschutzversicherung für die Kosten auf, die Versicherten durch Rechtsstreitigkeiten entstehen können. Dazu zählen:

  • Anwaltskosten
  • Gerichtskosten
  • Kosten für Zeugen
  • Kosten für Sachverständige
  • Kosten der Gegenseite bei verlorenen Prozessen
  • Zahlung von Kautionen

Einzel- und Familientarife

Die Tarife der Rechtsschutzversicherung können sowohl für Einzelpersonen als auch für Familien abgeschlossen werden. Einige Tarife bieten die Aufnahme der Familie in den Einzeltarif ohne höhere Kosten an. Single-Tarife sind also nicht unbedingt immer günstiger (mehr dazu später im Rechtsschutzversicherungs-Vergleich).

In welchen Fällen zahlt der Versicherer nicht?

Es gibt einige Rechtsfragen, bei denen die Versicherung nicht für Ihre Kosten aufkommt. Zu diesen sogenannten Leistungsausschlüssen zählen unter anderem:

  • Geldstrafen
  • Schadensersatzansprüche Dritter (hier können Sie sich an Ihre Haftpflichtversicherung wenden)
  • Vorsätzliche Straftaten
  • Urheberrechtsverletzungen (z.B. illegales Downloaden von Filmen)
  • Familien- und Erbrecht (meist wird nur die erste Beratung bezahlt)
  • Baustreitigkeiten
  • Verfahren vor internationalen Gerichten (z.B. Internationaler Gerichtshof in Den Haag)
  • Verfahren vor Verfassungsgerichten

Rechtsschutz für verschiedene Rechtsgebiete

Der Aufbau von Rechtsschutzversicherungen ist dem Aufbau des deutschen Justizsystems nachempfunden und richtet sich daher nach den verschiedenen Rechtsgebieten. Die Rechtsgebiete müssen also von der Versicherung eingeschlossen sein, damit die Kosten für ein Gerichtsverfahren in diesem Rechtsbereich übernommen werden.

Rechtsschutzversicherungen sind meist modulbar aufgebaut.

Rechtsschutzversicherungen sind meist modulbar aufgebaut.

Verkehrsrecht

Zwischen den Teilnehmern am Straßenverkehr kommt es häufig zu Streitigkeiten. Unabhängig vom Verkehrsmittel folgt auf einen Unfall zumeist ein Verfahren. Dieser Baustein der Rechtsschutzversicherung hilft, die persönlichen Rechte besser durchsetzen zu können. Opfern von Verkehrsunfällen wird – unabhängig von der Faktenlage – zumeist dazu geraten Anzeige zu erstatten. Muss daraufhin ein anwaltliches Schreiben aufgesetzt werden, entstehen sofort Kosten.

Beim Verkehrsrecht sollten Kinder nur solange bei den Eltern im Familientarif mitversichert sein, wie sie kein eigenes Fahrzeug führen. Also spätestens mit dem ersten eigenen Auto sollte der Rechtsschutz im Verkehrsrecht gewährleistet sein.

Miet-, Wohn- und Vermieterrecht

In diesem Rechtsgebiet werden die Rechte von Mietern und Vermietern geregelt. Die Rechtsschutzversicherung hilft auch hier dabei, Rechte zu wahren und durchsetzen zu können. Mieter oder Pächter einer Wohnung können so gegen rechtswidriges Verhalten ihres Vermieters vorgehen. Der Vermieter einer Immobilie schützt sich so gegen säumige Mieter, die partout nicht zahlen wollen. Auch vermeintlich kleine Ursachen können einen Rechtsstreit zur Folge haben: Seien es Beschädigungen des Mietgegenstands, die verspätete oder unvollständige Rückzahlung der Mietkaution oder eine unrechtmäßige Kündigung. Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten, die bei der Durchsetzung der Rechte in diesem Gebiet entstehen.

Privatrecht

Im Privatrecht sind zahlreiche private Streitigkeiten abgedeckt. Der Versicherungsschutz ist je nach Tarif sehr unterschiedlich geregelt. Der berühmte Nachbarschaftsstreit fällt in dieses Gebiet, aber auch die minderwertige Handwerksdienstleistung. Ein sehr großer Teil des Privatrechts ist das Kaufrecht. Hier sind unter anderem Umtausch und Reklamationen geregelt. Gerade teure Sonderanfertigungen sind häufig vom Umtausch ausgeschlossen. Dagegen können Sie mit einer Rechtsschutzversicherung, die Privatrecht abdeckt, vorgehen. Besonders zu beachten in diesem Rechtsgebiet ist das Familien- und Erbrecht, denn hier lauern zahlreiche Leistungsausschlüsse. Die Kosten von Scheidungen oder vor Gericht ausgetragenen Familienstreitigkeiten übernehmen die meisten Versicherungen beispielsweise nicht. In der Regel können Sie allenfalls mit der Kostenübernahme für ein Erstgespräch bei einem Fachanwalt rechnen.

Berufs- und Arbeitsrecht

Sei es wegen einer unrechtmäßigen Abmahnung, der Verweigerung ein Arbeitszeugnis auszustellen oder dem Ausbleiben der versprochenen Gehaltserhöhung – gegen den eigenen Arbeitgeber zu klagen ist immer schwierig, aber in einigen Fällen ein notwendiges Übel. Die Tarife sind hier sehr variabel, weil sie beispielsweise von der Art der Anstellung abhängen. Angestellte erhalten zumeist günstigere Tarife als Selbstständige, da bei letzteren die Wahrscheinlichkeit in eine Rechtsstreitigkeit verwickelt zu werden höher ist. Der Tarif sollte also unbedingt an die Gegebenheiten des Arbeitsverhältnisses angepasst werden, um zum einen überhöhte Kosten und zum anderen eine zu geringe Abdeckung zu vermeiden.

Vergleich von Rechtsschutzversicherungen

Rechtsschutzversicherungen miteinander zu vergleichen ist recht aufwendig, denn es gibt viele verschiedene Faktoren, die bei der Zusammensetzung des Preises für Rechtsschutz zu beachten sind. Grundsätzlich gibt es zwei Varianten: Zum einen sogenannte Kombi-Produkte, welche verschiedene Leistungsbausteine enthalten. Das sind vor allem Privat-, Arbeits-, Miet- und Verkehrsrechtsschutz. Zum anderen können Sie viele Rechtsgebiete einzeln versichern. Einige Bausteine erhalten Sie jedoch nur im Paket mit anderen. So gibt es den Arbeitsrechtsschutz nur in Kombination mit einer Privatrechtsschutz-Police. Die Angebote der Versicherer lassen sich also in Einzelangebote und Kombi-Produkte unterteilen.

In welchen Punkten sind die Versicherungen miteinander vergleichbar?

Um die verschiedenen Tarife der Rechtsschutzversicherungen miteinander vergleichen zu können, ist nicht nur der Endpreis der Versicherung ausschlaggebend. Wichtig sind zudem:

  • Unterscheidung von Einzel- und Kombitarif
  • Zusatzleistungen
  • Selbstbeteiligung
  • Wartezeit
  • Höhe der Deckungssumme
  • Zahlungsintervall
  • Vertragsdauer

Preisliche Unterschiede bei den Versicherungstarifen

„Die Unterschiede zwischen den Versicherungen sind inhaltlich und preislich enorm“, lautet ein Fazit von finanztest. Die Experten testeten Kombitarife zum Rechtsschutz zuletzt 2014 und zum Verkehrsrechtsschutz 2017. Der Preisunterschied zwischen zwei guten Tarifen könne leicht über hundert Euro pro Jahr ausmachen, so das Urteil der Tester. Und was ist „gut“? - Eine Versicherung, die in möglichst vielen Lebenslagen hilft.

Der Vergleich der Rechtsschutzversicherungen zeigt: Ein günstiges Kombi-Paket mit verbraucherfreundlichen Versicherungsbedingungen kostet mindestens 200 Euro pro Jahr. Verkehrsrechtsschutz und Mietrechtsschutz sind einzeln für jeweils unter 100 Euro pro Jahr zu bekommen. Arbeitsrechtsschutz ist hingegen meist nicht allein erhältlich.

Zusatzleistungen im Versicherungs-Vergleich

Oft werden zudem zusätzliche Serviceleistungen angeboten. Viele Versicherer offerieren beispielsweise eine Anwalt-Hotline, unter der schnell Antworten zu Rechtsfragen eingeholt werden können, auch wenn es sich um Versicherungsgebiete handelt, die nicht mitversichert sind. So können Sie schnell und unkompliziert erste Fragen klären.

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Kosten sparen durch Selbstbehalt

Der Selbstbehalt spielt bei den Kosten von Rechtsschutzversicherungen ebenfalls eine wichtige Rolle. Je höher der Selbstbehalt ist, also je mehr Kosten Sie selber übernehmen, desto günstiger wird der Versicherungstarif. Gute Familientarife mit 150 Euro Selbstbehalt sind so schon für etwa 200 Euro pro Jahr erhältlich.

moneymeets Tipp: Kunden mit einer Rechtsschutz-Police gelten zwar als Anwalts Liebling, doch Vorsicht: Die Tarife vieler Top-Anwälte liegen über den Sätzen, welche die Versicherer zahlen. Die Kostenfrage sollten Versicherte im Erstgespräch daher unbedingt ansprechen und eventuelle Kostengrenzen klar vereinbaren.

Wartezeiten in der Rechtsschutzversicherung

Zudem sind in manchen Fällen Wartezeiten zu beachten: So werden Kosten oft erst nach drei Monaten übernommen. Wer also beispielsweise heute gekündigt wird und gestern eine Police abgeschlossen hat, die Arbeitsrecht inkludiert, muss mögliche Prozesskosten voraussichtlich selbst übernehmen. Gleiches gilt für Steuer-, Sozial-, Miet- und Vertragsrecht. Besonders lange Wartezeiten gibt es im Familien- und Eherecht. Bis zu 36 Monate Wartezeit sind hier keine Seltenheit, falls Ihre Police dieses Rechtsgebiet überhaupt beinhaltet.

Wann entfällt die Wartezeit bei der Rechtsschutzversicherung?

Treten unvorhergesehene Versicherungsfälle ein, wie zum Beispiel bei einem Unfall, entfällt die Wartezeit, sofern das Verkehrsrecht Bestandteil der Rechtsschutzversicherung ist.

Die Höhe der Deckungssumme

Die Deckungssumme ist für einen umfassenden Versicherungsschutz entscheidend, denn sie legt fest, bis zu welcher Grenze der Versicherer für die entstandenen Kosten aufkommt. Je höher die Deckungssumme sein soll, desto teurer wird die gesamte Police. Als Faustregel gilt: Die Deckungssumme sollte so gewählt werden, dass zwei gerichtliche Instanzen durchlaufen werden können. Einige Tarife legen auch günstig unbegrenzte Deckungssummen fest, sodass auch bei langfristigen Prozessen und hohen Streitwerten kein finanzieller Schaden zu erwarten ist.

Variierende Zahlungsintervalle, unterschiedliche Preise

Wie bei den meisten Versicherungen ist es günstiger, die fällige Summe für die Versicherungspolice komplett auf einen Schlag zu bezahlen. Wer monatliche oder quartalsweise Raten bevorzugt, zahlt in der Regel drauf.

Lange Vertragsdauer für günstigere Tarife

Kann der Versicherer langfristig planen, ist der Tarif für den Rechtsschutz günstiger. Allerdings sind die Versicherten über die Vertragslaufzeit auch an diesen Anbieter gebunden.

moneymeets Tipp: Schließen Sie eine Rechtsschutzversicherung immer bei einem Anbieter ab, bei dem Sie noch keine anderen Versicherungen haben. Sollte es beispielsweise in der Berufsunfähigkeitsversicherung zum Streit mit dem Versicherer kommen, so wäre es ungünstig, wenn beide Policen beim selben Anbieter lägen.

In welchen Fällen ist die Rechtsschutzversicherung nicht nötig?

Bei Mietfragen kommt es zwar häufig zu Rechtsstreitigkeiten, allerdings lohnt sich der Abschluss einer einzelnen Police zu diesem Rechtsthema nicht unbedingt. In vielen Städten ist es günstiger, in einen der örtlichen Mietervereine einzutreten, der dann Beratungs-Rechtsschutz bietet. Für eine außergerichtliche Hilfe gibt es zudem anders als beim Rechtsschutz keine Wartefrist. Oft können auch laufende Streitigkeiten an den Mieterverein herangetragen werden.

Der Beratungsrechtsschutz umfasst meist auch die aktive Unterstützung durch Juristen des Mietervereins, die im Bedarfsfall versuchen, Streitigkeiten zu schlichten oder die Interessenvertretung gegenüber dem Vermieter übernehmen. Die Modalitäten sind hier von Ort zu Ort etwas unterschiedlich. Interessierte können auch direkt mit den Mietervereinen Kontakt aufnehmen.

moneymeets Tipp: Die Suche nach einer neuen Rechtsschutzversicherung war bisher sehr aufwendig und zeitintensiv. Damit ist jetzt Schluss: Der Tarifassistent von moneymeets durchsucht für Sie nahezu den gesamten Versicherungsmarkt und findet immer den Tarif, der am besten zu Ihrem Absicherungsbedarf passt.

Wenn Sie bereits versichert sind, sollten Sie regelmäßig Ihren Vertrag auf den Prüfstand stellen, denn oft bieten neuere Tarife bessere Leistungen für weniger Geld. Mit dem Online-Vertrags-Check von moneymeets finden Sie heraus, wie Ihr Tarif im Vergleich zu den Top-Produkten am Markt abschneidet. So decken Sie Schwachstellen bei Preis und Leistung auf und vermeiden im Schadensfall unliebsame Überraschungen.

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Fazit

Worauf Sie bei einem Abschluss achten sollten

  • Mitversicherung: Nicht nur der Versicherungsnehmer auch der Ehepartner oder der Partner aus einer Lebensgemeinschaft sollte abgesichert sein. Allerdings muss dafür eine Mitversicherung vereinbart werden. Kinder sollten auch mitversichert sein, bis sie selbst eine auf Dauer angelegte Tätigkeit ausüben.
  • Deckungssumme: Wichtig ist, bei Rechtsschutzpolicen auf eine ausreichende Deckungssumme zu achten. Sie sollte mindestens bei 250.000 Euro liegen, sodass zwei Gerichtsinstanzen problemlos durchlaufen werden können. Für eine Kaution im Zusammenhang mit einem Gerichtsverfahren sollte die Mindestsumme 100.000 Euro betragen.
  • Geltungsbereich: Der Versicherungsschutz sollte auch außerhalb Europas gültig sein.

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