Wissen > > Kfz-Kaskoversicherung

In Kürze

  • Die Kfz-Haftpflichtversicherung deckt die Unfallschäden von anderen Verkehrsteilnehmern ab, wenn Versicherte einen Unfall verursachen.
  • Die Vollkaskoversicherung übernimmt auch Schäden am eigenen Fahrzeug.
  • Für Neuwagen und geleaste Fahrzeuge lohnt daher fast immer eine Vollkasko-Police. Für besonders teure Autos ist zusätzlich eine Neuwertentschädigung überlegenswert.
  • Die Teilkasko deckt vor allem Schäden bei Diebstahl, Wildunfällen und Marderbissen ab.
  • Bei älteren Fahrzeugen reicht oft die Kfz-Haftpflichtversicherung.
  • Wenn Preisnachlässe an bestimmte Bedingungen geknüpft sind, sollten diese unbedingt eingehalten werden.
  • Freiberufler können die Kosten für Teil- oder Vollkasko als Betriebsausgaben ansetzen.
  • Die ordentliche Kündigungsfrist beträgt meist bei einem Monat zum Ende der Versicherungsjahres.
Eine Kaskoversicherung übernimmt auch Schäden, die an Ihrem eigenen Fahrzeug entstehen.

Eine Kaskoversicherung übernimmt auch Schäden, die an Ihrem eigenen Fahrzeug entstehen.

Teilkasko oder Vollkasko – teurer Luxus oder notwendig?

Jeder Autobesitzer steht vor der Frage: Reicht eine Kfz-Haftpflichtversicherung für mein Fahrzeug aus oder ist eine Voll- oder Teilkasko-Police besser? Welche Schäden wann abgesichert sind, wie teuer der zusätzliche Schutz ist und worauf Versicherungsnehmer achten sollten.

Keine Versicherung wird in Deutschland so häufig gewechselt wie die Kfz-Versicherung: Laut einer Umfrage des Statistikportals Statista haben drei von zehn Autofahrern mindestens einmal ihre Police ausgetauscht. 42 Prozent gaben sogar an, schon häufiger gewechselt zu haben.

Die wichtigste Frage für alle, die bei ihren Autoversicherungen sparen wollen, lautet aber: Vollkasko, Teilkasko oder nur Haftpflicht? Der Unterschied: Eine Kfz-Haftpflicht deckt Personen- und Sachschäden ab, die anderen Verkehrsteilnehmern durch fehlerhaftes Verhalten des Versicherten oder mitversicherter Fahrer entstehen. Sie zahlt aber nicht für Sachschäden am eigenen Auto, dafür muss der Unfallverursacher selbst aufkommen.

Leistungen einer Vollkaskoversicherung

Eine Vollkasko-Police kommt für selbst verursachte Unfallschäden am eigenen Kraftfahrzeug auf. Zu den versicherten Leistungen zählen:

  • Selbstverschuldete Unfälle
  • Vandalismus
  • Fahrerflucht durch Dritte
  • Schäden durch Dritte, die selbst nicht versichert sind
  • Alle Leistungen der Teilkaskoversicherung

Die Entschädigung erfolgt in der Regel zum Zeitwert des Wagens. Und da ein Auto vor allem in den ersten Jahren stark an Wert verliert, sollte jeder, der einen besonders teuren Neuwagen fährt, zusätzlich eine Neuwertentschädigung vereinbaren. Wer hingegen ein älteres Fahrzeug besitzt, das er aus Ersparnissen ersetzen kann, der kann sich mit einer Kfz-Haftpflichtversicherung begnügen.

Dabei zahlen Vollkaskoversicherte pro Jahr 537 Euro für ihre Kfz-Haftpflicht und Vollkasko. Davon entfallen nach Zahlen des Versicherungsverbandes rund 317 Euro auf die Vollkasko.

Leistungen einer Teilkaskoversicherung

Alternativ können Autofahrer auch eine Teilkaskoversicherung abschließen. Diese Police hat jedoch mit herkömmlichen Verkehrsunfällen wenig zu tun.

Sie deckt folgende Schäden ab:

  • Brand
  • Explosion
  • Raub
  • Diebstahl
  • Elementarschäden (z.B. Sturm, Hagel oder Überschwemmungen)
  • Zusammenstöße mit Haarwild
  • Schäden durch Kurzschlüsse
  • Marderbisse
  • Glasbruch

Die Kosten einer Kaskoversicherung

Nach Angaben des Versicherungsverbandes GDV besitzen 19,1 Millionen Autofahrer hierzulande eine Teilkaskoversicherung. Im Schnitt kostet die Absicherung 89 Euro jährlich. Eine Vollkasko-Police ist mehr als drei Mal so teuer: 317 Euro lassen sich die 28,2 Millionen Vertragsinhaber die Versicherung durchschnittlich kosten.

Wichtig ist auch bei Kfz-Kaskoversicherungen in erster Linie die Schadensfreiheitsklasse: Sie ist umso vorteilhafter, je mehr schadensfreie Jahre ein Autofahrer nachweisen kann. Aber auch die Typklasse des Fahrzeugs, die jährliche Kilometerzahl und die Regionalklasse sind wichtig. So lebt die Mehrheit der deutschen in einem städtischem Umfeld, aufgrund der geringeren Unfallwahrscheinlichkeit zahlen Landbewohner jedoch weniger als Stadtmenschen.

Zudem wird es teurer, wenn weitere Personen den Wagen fahren dürfen – bei Führerscheinneulingen um bis zu 85 Prozent. Sparen können Autobesitzer mit einem eigenen Stellplatz oder einer Garage. Zudem zahlen vorsichtige Fahrer, die ihr Fahrverhalten aufzeichnen lassen, bei manchen Anbietern mit Telematik-Tarifen deutlich weniger.

Die Kosten einer Kfz-Kaskoversicherung hängen von vielen Faktoren ab.

Die Kosten einer Kfz-Kaskoversicherung hängen von vielen Faktoren ab.

Vorsicht: Wenn ausdrücklich nur der Fahrzeughalter versichert ist, weitere Personen das Auto aber nutzen, kann es gefährlich werden. Bedingungen, an die Preisnachlässe geknüpft sind, müssen unbedingt eingehalten werden: Andernfalls sind Versicherte ohne Risikoschutz unterwegs.

Das sollten Versicherte beim Abschluss beachten

  • Bei einer Vollkasko-Police ist insbesondere der Einschluss von grober Fahrlässigkeit wichtig. Der Versicherer zahlt dann beispielsweise auch, wenn der Fahrer einen Unfall verursacht, weil er über eine Kreuzung mit roter Ampel gefahren ist.

  • Manchmal zahlen Kunden für mehr Schutz sogar weniger Prämie. In einigen Regionen wie in Mecklenburg-Vorpommern ist Vollkaskoschutz günstiger als eine Teilkasko-Police. Vor allem bei Cabrios lohnt sich ein genauer Blick auf die Konditionen der Versicherer.

  • Viele Kfz-Kaskopolicen kommen nicht nur für Schäden durch den Zusammenstoß mit Haarwild auf, sondern zahlen auch bei Unfällen mit Rindern, Schafen, Pferden oder Vögeln.

Kfz-Kasko-Versicherung von der Steuer absetzen

Ähnlich wie bei der obligatorischen Kfz-Haftpflicht können Selbstständige die Beiträge zur Kaskoversicherung steuerlich als Betriebsausgaben geltend machen. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Versicherte das Auto überwiegend beruflich nutzt.

Angestellte hingegen können in ihrer Einkommenssteuererklärung lediglich die Ausgaben für ihre Kfz-Haftplicht-Police als Vorsorgeaufwendungen ansetzen.

Zum richtigen Zeitpunkt kündigen

Grundsätzlich können Versicherte ihren Vertrag zum Ende des Versicherungsjahres ordentlich kündigen. Die Kündigungsfrist liegt dabei in den meisten Fällen bei einem Monat. Endet der Vertrag beispielsweise zum Jahreswechsel, muss das Kündigungsschreiben spätestens am 30.11. beim Versicherer vorliegen. Zudem besteht in folgenden Fällen die Möglichkeit einer außerordentlichen Kündigung:

Kündigungsgrund Kündigungsfrist Beginn der Frist Benötigte Unterlagen
Erhöhung der Beiträge ein Monat Zugang der Information über die Beitragserhöhung Kündigungsschreiben
Regulierung eines Schadens (beidseitige Kündigung möglich) ein Monat Zugang des Bescheides über die Schadensregulierung Kündigungsschreiben sowie Bescheid über den abgeschlossenen Versicherungsfall
Verkauf des versicherten Fahrzeugs/Fahrzeugwechsel ein Monat Nach Stilllegung des alten Fahrzeugs bei der Zulassungsbehörde Kündigungsschreiben sowie Kopie der Abmeldebestätigung bzw. des Kaufvertrags des neuen Fahrzeugs

Die Kündigung sollte grundsätzlich schriftlich erfolgen. Zum Nachweis, dass das Kündigungsschreiben auch fristgemäß bei der Versicherungsgesellschaft eingegangen ist, empfiehlt sich gerade bei drohendem Fristablauf die Versendung per Einschreiben mit Rückschein.

moneymeets Tipp: Versicherungsjahr und Kalenderjahr sind nicht zwangsläufig identisch. Wer seinen Vertrag fristgerecht kündigen möchte, der sollte vorher prüfen, bis wann die Kündigung beim Versicherer vorliegen muss. Liegt die Kündigung nicht rechtzeitig vor, verlängert sich der Vertrag automatisch um ein Jahr.

Fazit

  • Ein Neuwagen, vor allem ein teures Gefährt, sollte stets umfassend versichert sein, empfehlen Verbraucherschützer. Und nur eine Vollkaskoversicherung sichert auch Schäden ab, die bei einem selbstverschuldeten Unfall am eigenen Fahrzeug entstehen.
  • Fahrer eines Leasing-Wagens benötigen stets den Rundum-Schutz. Daher bieten einige Leasinggesellschaften auch direkt Service-Pakete an, bei denen der Vollkaskoschutz inbegriffen ist. Doch hier ist Vorsicht geboten: Meist sind diese teurer als reguläre Versicherungen.
  • Bei älteren Fahrzeugen mit geringem Zeitwert lohnt sich der Abschluss einer Vollkaskoversicherung dagegen oft nicht.
  • Bei besonders wertvollen Wagen sollten Versicherte unbedingt darauf achten, eine Neuwertentschädigung einzuschließen. Ansonsten erstattet die Versicherung nur den Zeitwert des Fahrzeugs. Das kann zu einem kostspieligen Ärgernis werden, da der Wertverlust eines Wagens in den ersten Monaten grundsätzlich am höchsten ist.
  • Selbstständige können ihre Beiträge steuerlich als Betriebsausgaben geltend machen.
  • Eine ordentliche Kündigung muss bis einen Monat vor Ende des Versicherungsjahres beim Versicherer vorliegen.

Erstellt am:

War dieser Artikel hilfreich für Sie?

Testen Sie unseren kostenlosen Newsletter – und verpassen Sie keine Tipps rund um Ihre Finanzen & Versicherungen.