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In Kürze

  • Die gesetzlichen Krankenkassen streichen immer mehr Leistungen, weil die medizinischen Behandlungskosten steigen. Krankenzusatzversicherungen fangen teure Zuzahlungen ab.
  • Vor allem eine Zahnzusatzversicherung ergibt Sinn – besonders bei teurem Zahnersatz wie Implantaten oder Kronen. Denn sie zählen nicht zu den Standardleistungen der gesetzlichen Kassen.
  • Die Krankenkassen unterscheiden zwischen der Regelversorgung sowie der gleichartigen und der andersartigen Versorgung, die auch hochwertigere Leistungen bieten.
  • Eine Zahnzusatzversicherung übernimmt die Differenz zwischen dem Kassenzuschuss und den Behandlungskosten.
  • Erst nach einer Wartefrist können Versicherte Leistungen in Anspruch nehmen.
  • Wer eine Zahnzusatzversicherung abschließen will, muss im Vorfeld die Gesundheitsfragen beantworten.
Ohne eine Zahnzusatzversicherung können besonders Implantate und Kronen teuer werden.

Ohne eine Zahnzusatzversicherung können besonders Implantate und Kronen teuer werden.

Was bringen Zahnzusatzversicherungen?

Der Schmerz ist zermürbend. Wenn der Zahnarzt dann noch den Bohrer zückt, macht sich auch nicht unbedingt ein Gefühl der Erleichterung breit. Ist die Ursache schließlich behoben, drohen weitere Probleme: Ohne eine Zahnzusatzversicherung kann der Zahnersatz ein tiefes Loch in den Geldbeutel reißen.

Die gesetzlichen Krankenkassen streichen immer mehr Leistungen. Versicherte müssen daher tief in die Tasche greifen, wenn sie sich wie Privatpatienten Implantate, Chefarztbehandlung oder Behandlungen vom Heilpraktiker sichern wollen.

Eine Krankenzusatzversicherung hilft, Lücken zu schließen. Besonders beliebt sind Zahnzusatzversicherungen. Insgesamt haben die Deutschen 25 Millionen Krankenzusatzversicherungen abgeschlossen, darunter knapp 15 Millionen Zahnzusatz-Tarife. Das geht aus einer Statistik des Verbandes der privaten Krankenversicherer hervor.

Frau schaut beim Zahnarzt in einen Handspiegel

Für ein strahlendes Lächeln

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Der Besuch beim Zahnarzt kann teuer werden

Grundsätzlich zahlen die gesetzlichen Krankenkassen etwa 50 Prozent der Standardleistungen (die sog. „Regelversorgung“). Die genaue Höhe der Zuschüsse legt der Gemeinsame Bundesausschuss Jahr für Jahr neu fest. Wer fünf Jahre lang ein Bonusheft lückenlos führt, erhöht seinen Zuschuss auf 60 Prozent, bei zehn Jahren sind es maximal 65 Prozent.

Kassenpatienten zahlen also mindestens 35 Prozent der Kosten für den Zahnersatz selber. Bei kostspieligeren Maßnahmen wächst der Eigenanteil, je nach Behandlung, schnell in den vierstelligen Bereich.

Alternative Leistungen sind kostspielig

Neben der Regelversorgung, die allen Versicherten zusteht, unterscheiden die Krankenkassen zusätzlich zwischen der gleichwertigen und der andersartigen Versorgung.

Die gleichwertige Versorgung beinhaltet alle Leistungen der Regelversorgung sowie zusätzliche Leistungen. Erhält ein Patient beispielsweise eine Metall-Krone, betrachten die gesetzlichen Krankenkassen dies als „Standardleistung“. Eine keramisch verblendete Krone hingegen erfüllt zwar den gleichen Zweck wie die günstigere Variante aus Metall – wegen der aufwendigeren optischen Gestaltung gilt sie allerdings als Zusatzleistung. Gesetzlich Versicherte tragen zusätzlich zu ihrem Anteil an der Regelversorgung die vollen Kosten für solche Extras.

Bei der andersartigen Versorgung dreht sich alles um alternative Behandlungsmethoden: Wenn ein Patient eine Zahnlücke lieber mit einem Implantat als mit einer Brücke (Regelversorgung) schließen möchte, gilt dies als „andersartige Leistung“. Auch hier übernimmt der Versicherte die Zusatzkosten in voller Höhe.

Zahnzusatzversicherung senkt Eigenanteil

Als am zweckmäßigsten für eine Füllung gilt beispielsweise Amalgam. Doch dieses silbrige Metall schimmert zwischen den Zähnen hindurch. Für ein strahlend weißes Lächeln sorgt eine Keramikfüllung, die allerdings deutlich teurer ist. Die Krankenkassen erstatten aber nur die Kosten der günstigeren Amalgamfüllung.

Versicherte, die sich für die ästhetischere Lösung aus Keramik entscheiden, zahlen also abzüglich des Zuschusses ihrer Krankenkasse mehr als 600 Euro aus eigener Tasche.

Kosten verschiedener Behandlungen

Art der Behandlung Gesamtkosten Festzuschuss der Krankenkasse 2018 (mit Höchstbonus) Eigenanteil
Krone      
Krone aus edelmetallfreier Legierung (Regelversorgung) 300 Euro 197,26 Euro 102,74 Euro
Metall-Keramik-Krone 600 Euro 197,26 Euro 402,74 Euro
Füllung      
Amalgam-Füllung (Regelversorgung) 50 Euro 50 Euro 0 Euro
Keramik-Inlay 660 Euro 50 Euro 610 Euro
Ersatz fehlender Zähne      
unverblendete Brücke aus edelmetallfreier Legierung (Regelversorgung) 702 Euro 456,24 Euro 245,76 Euro
Implantat mit verblendeter Metall-Keramik-Krone 3.762 Euro 456,24 Euro 3.305,76 Euro

Quellen: Stiftung Warentest (Finanztest 05/18), Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung

Was zahlt eine Zahnzusatzversicherung?

Eine Zahnzusatzversicherung übernimmt die Differenz zwischen dem Zuschuss der gesetzlichen Krankenkassen und den Behandlungskosten beim Zahnarzt oder Kieferorthopäden.

Eine gute Zahnzusatzversicherung zahlt für folgende Leistungen:

  • Zahnersatz (Kronen, Implantate oder Prothesen)
  • Füllungen
  • Kieferorthopädische Behandlungen
  • Professionelle Zahnreinigung

Zusätzlich genießen Besitzer einer Zahnzusatzversicherung ähnliche Vorteile wie bei anderen privaten Zusatzversicherungen: Sie bekommen schneller Termine und können frei entscheiden, zu welchem Zahnarzt sie gehen.

In vielen Fällen schont eine Zahnzusatzversicherung zwar den eigenen Geldbeutel, allerdings legen manche Versicherer eine jährliche Höchstgrenze für ihre Erstattungen fest. Besonders bei teurem Zahnersatz wie Implantaten oder Prothesen kann das dazu führen, dass Patienten trotz Zahnzusatzversicherung einen großen Teil der Kosten selbst begleichen müssen.

Implantate sind ein hochwertiger, aber auch sehr teurer Zahnersatz. (© coldwaterman)

Implantate sind ein hochwertiger, aber auch sehr teurer Zahnersatz. (© coldwaterman)

Wann lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung?

Selbst bei den Leistungen der Regelversorgung müssen Patienten mindestens 35 Prozent der Kosten aus eigener Tasche begleichen. Grundsätzlich ist eine Zahnzusatzversicherung also für alle gesetzlich Versicherten sinnvoll. Insbesondere dann, wenn der Zahnersatz nicht nur zweckmäßig, sondern auch hochwertig und optisch ansprechend sein soll, lohnt sich der Abschluss.

Ein optimales Einstiegsalter gibt es dabei nicht: Auch bei Kindern können beispielsweise durch Zahnfehlstellungen schon kostspielige Behandlungen notwendig sein, daher kann sich ein Abschluss auch schon im Kindesalter lohnen.

Wartefristen und Vorerkrankungen bei der Zahnzusatzversicherung

Sobald die Tinte unter dem Vertrag getrocknet ist, steht meist der Versicherungsschutz. Bei einer Zahnzusatzversicherung ist das anders, hier müssen Versicherte bestimmte Wartefristen beachten: Für Zahnbehandlungen wie Füllungen sind das in der Regel drei Monate und bei Zahnersatz oder Kieferorthopädie bis zu acht Monate.

Demnach gilt eine Zahnzusatzversicherung nur für Erkrankungen, die nach der Unterschrift des Vertrags erkannt werden. Hat der Zahnarzt schon vorher zur Behandlung geraten, zahlt die Versicherung für diesen Eingriff nicht. Je nach Tarif legen einige Versicherer auch Höchstbeträge für die ersten Jahre fest, bis zu denen sie die Kosten übernehmen.

Dies gilt auch bei einem Wechsel von einer Versicherung zur anderen: Zwar locken oft günstigere Beiträge, doch bei einem Wechsel ist meist erneut eine Wartezeit einzuhalten. Zudem gehen Altersrückstellungen verloren, die Versicherte in jungen Jahren beim Versicherer ansparen, um starke Preiserhöhungen im Alter abzufedern. Ein Wechsel sollte daher gut überlegt sein und mit einem Fachmann besprochen werden.

Vor dem Abschluss Gesundheitsfragen beantworten

Jeder, der eine Zahnzusatzversicherung abschließen möchte, muss – wie bei anderen Zusatzversicherungen auch – Fragen zur eigenen Gesundheit und zu Vorerkrankungen beantworten. Auf Basis der Antworten entscheiden Versicherer dann, ob und unter welchen Bedingungen der Antragsteller eine Police erhält. So können Vorerkrankungen an den Zähnen zu höheren Beiträgen oder dem Ausschluss bestimmter Leistungen führen. Im schlimmsten Fall kann der Versicherer den Antrag ablehnen.

moneymeets Tipp: Einige Versicherer bieten Tarife ohne Gesundheitsfragen an. Wer den genauen Gesundheitszustand seiner Zähne nicht angeben kann oder aufgrund von Vorerkrankungen sonst keine Zahnzusatzversicherung bekäme, der sollte gezielt nach solchen Tarifen suchen.

Zahnzusatzversicherung kündigen

Wer sich von seiner Zahnzusatzversicherung trennen oder den Tarif wechseln möchte, der muss die Kündigungsfrist des alten Vertrags beachten. In der Regel haben die Versicherungen eine Laufzeit von 24 Monaten und verlängern sich automatisch um ein Jahr. Nach Ablauf der Mindestlaufzeit, ist die Kündigung jährlich zum 31. Dezember möglich. Die Kündigungsfrist beträgt meist drei Monate, daher muss die Kündigung spätestens am 30. September bei der Versicherungsgesellschaft vorliegen.

Erhöht der Versicherer die Gebühren, ist zudem eine Sonderkündigung möglich. Die Kündigungsfrist liegt in diesem Fall bei zwei Monaten und tritt unmittelbar nach der schriftlichen Bekanntgabe der Erhöhung in Kraft.

Unabhängig vom Grund der Kündigung sollten Versicherte diese erst dann verschicken, wenn sie eine neue Versicherung haben, damit der Risikoschutz lückenlos Bestand hat.

moneymeets Tipp: Die Suche nach einer Zahnzusatzversicherung war bisher sehr aufwendig und zeitintensiv. Damit ist jetzt Schluss: Der Tarifassistent von moneymeets durchsucht für Sie nahezu den gesamten Versicherungsmarkt und findet immer den Tarif, der am besten zu Ihrem Absicherungsbedarf passt.

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Fazit

  • Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen selbst bei Standardleistungen maximal 65 Prozent der Kosten. Eine Zahnzusatzversicherung schließt die Lücke und kommt zudem auch für alternative Behandlungsmethoden auf.
  • Eine Zahnzusatzversicherung ist für jeden gesetzlich Krankenversicherten lohnenswert, der keine Einschränkungen in der Zahngesundheit und beim Zahnersatz hinnehmen will.
  • Manche Versicherer übernehmen die Behandlungskosten nur bis zu einer jährlichen Höchstgrenze. Das kann dazu führen, dass der eigene Geldbeutel trotz Zusatzversicherung belastet wird. Besonders im Hinblick auf teure Implantate oder Prothesen ist es daher sinnvoll, gezielt nach einem Tarif ohne solche Einschränkungen zu suchen.

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