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In Kürze

  • Zu Beginn des Studiums ist vor allem die Versicherung der Eltern ein wichtiges Kriterium zur Auswahl, denn danach richten sich Möglichkeit und Preis der Krankenversicherung.
  • Sind beide Elternteile gesetzlich versichert, können sich Studenten über die Familienversicherung zunächst kostenlos mitversichern.
  • Kinder verbeamteter Eltern erhalten in der Regel kostengünstige Beihilfe-Tarife in einer privaten Krankenversicherung.
  • Mit Vollendung des 25. Lebensjahrs benötigen alle Studenten eine eigene Krankenversicherung und stehen wieder vor der Wahl: Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) oder private Krankenversicherung (PKV)?.
Ob sich für Studenten eher die gesetzliche oder die private Krankenversicherung lohnt, hängt meist vom Elternhaus ab.

Ob sich für Studenten eher die gesetzliche oder die private Krankenversicherung lohnt, hängt meist vom Elternhaus ab.

Zu Beginn eines Studiums entscheidet meist der Versicherungsstatus der Eltern darüber, ob Studenten sich über die gesetzliche Familienversicherung oder die private Krankenversicherung absichern können. Frühestens ab dem 25. Geburtstag oder nach dem 14. Fachsemester müssen sie selbst entscheiden.

Wer sich für ein Studium entscheidet, für den steht zunächst einmal die Wahl des Studiengangs und der passenden Universität oder Fachhochschule im Mittelpunkt. An Themen wie die Absicherung im Krankheitsfall denken da nur die Wenigsten. Trotzdem sollten angehende Studenten frühzeitig ausloten, ob sie über ihre Eltern versichert sind oder ob sie einen eigenen Vertrag benötigen.

Zu Studienbeginn ist die Krankenversicherung der Eltern wichtig

Nur wenige Studenten müssen sich bereits im ersten Semester selbst krankenversichern. Notwendig ist ein eigener Vertrag, wenn

  • beide Elternteile Mitglieder in der privaten Krankenversicherung sind.
  • nur ein Elternteil privatversichert ist, dieser aber auch gleichzeitig Hauptverdiener der Familie ist.
  • Studenten im Nebenjob mehr hinzuverdienen, als bei der Familienversicherung oder den Beihilfetarifen für Beamtenkinder erlaubt ist.
  • Studenten ihr Studium erst mit 25 Jahren beginnen.

Eltern in der gesetzlichen Krankenversicherung

Sind beide Elternteile Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung, können sich Studenten kostenlos in der Familienversicherung mitversichern lassen. Das gilt auch, wenn nur ein Elternteil gesetzlich versichert ist, dieser aber mehr verdient als der privat abgesicherte Elternteil. Diese Lösung ist auf der Kostenseite nicht zu schlagen. Es gilt allerdings, einige Einschränkungen zu beachten:

  • Hinzuverdienstgrenzen: Neben dem Studium dürfen familienversicherte Studenten maximal 435 Euro monatlich verdienen, bei Minijobbern sind es 450 Euro. Bei einem höheren Hinzuverdienst ist eine eigene Police notwendig, bei sozialversicherungspflichtigen Anstellungen besteht die Krankenversicherung über die Arbeitsstelle.

  • Altersgrenze: Mit Vollendung des 25. Lebensjahrs benötigt jeder Student eine eigene Versicherung. Wer den Bundesfreiwilligendienst oder einen vergleichbaren anerkannten Freiwilligendienst abgeleistet hat, erhält eine Verlängerung von bis zu zwölf Monaten.

Studentische Krankenversicherung bei verbeamteten Eltern

Für Studenten, deren Eltern verbeamtet sind, ist die private Krankenversicherung attraktiv: Der Dienstherr übernimmt für Kinder von Beamten bis zu 80 Prozent der Krankheitskosten.

Hier profitieren Studenten von den günstigen Restkostentarifen der PKV, welche die restlichen ca. 20 Prozent der Kosten übernehmen.

Bei der Entscheidung gilt es zudem, einige Dinge zu bedenken:

  • Bindungsdauer: Studenten wählen die private Krankenversicherung grundsätzlich für die gesamte Studiendauer. Einzig zu Beginn eines zweiten Studiums, also eines Fachwechsels, können sie die gesetzliche Krankenversicherung anstelle der PKV wählen. Auch bei einer Pause von mindestens vier Wochen zwischen dem Bachelor- und dem Masterstudium besteht die Möglichkeit, neu zu wählen.

  • Beihilfe nur bis 25: Die Beihilfe des Dienstherren der Eltern endet mit der Vollendung des 25. Lebensjahrs. Ein zwischen Schulabschluss und Studium abgeleisteter Bundesfreiwilligendienst verlängert diese Frist. Anschließend haben Studenten nur die Wahl zwischen Tarifen der privaten Krankenversicherer. Wer zu Beginn des Studiums privat versichert war, kann bis zu seinem Abschluss nicht in die gesetzliche Krankenversicherung eintreten.

  • Hinzuverdienstgrenze: Die Beihilfe entfällt für Studenten, die mehr als 640 Euro im Monat verdienen.

  • Vorteile für künftige Beamte: Nach dem Studium sind jene, die selbst eine Beamtenlaufbahn planen, versicherungstechnisch gut aufgestellt. Für Beamte ist die private Krankenversicherung die beste Wahl, urteilt auch das Verbrauchermagazin Finanztest. Mit einem sogenannten „Anwartschaftstarif“ können sich Studenten zusätzliche Vorteile verschaffen: Sie müssen beispielsweise keine erneute Gesundheitsprüfung durchlaufen, wenn sie zwischenzeitlich in die GKV gewechselt sind und sich danach wieder privat absichern möchten.

Gerade für Studenten ist es besonders wichtig, eine günstige Krankenversicherung zu haben.

Gerade für Studenten ist es besonders wichtig, eine günstige Krankenversicherung zu haben.

Grundsatzentscheidung in der studentischen Krankenversicherung mit 25 Jahren

Zu Studienbeginn fällt die Entscheidung über die Art der Krankenversicherung noch leicht, da die Versicherung der Eltern maßgeblich ist. Spätestens mit der Vollendung des 25. Lebensjahrs steht der erste eigene Versicherungsvertrag an – eine Entscheidung für die Zukunft.

Sowohl zuvor in der Familienversicherung abgesicherte Studenten als auch Beamtenkinder müssen mit 25 eine neue Versicherung wählen. Letztere sind bei der Folgeversicherung auf eine private Krankenversicherung festgelegt. Einzig wer zwischen Schulabschluss und Studium seinen Bundesfreiwilligendienst geleistet hat, kann noch einige Zeit mit der Lösung Familienversicherung oder Restkostentarif weiter studieren.

Studentische Krankenversicherung

Die gesetzlichen Krankenkassen bieten Spezialtarife für Studenten an. Der Grundbeitrag liegt seit dem Wintersemester 2017/18 bei etwa 90 Euro inklusive des Beitrags zur Pflegeversicherung und des Zusatzbeitrags der jeweiligen Krankenkasse.

In puncto Leistung gibt es bei der GKV nicht viel zu entscheiden: 95 Prozent der Leistungen in der GKV sind vom Gesetzgeber für alle Kassen vorgeschrieben. Es ist bei diesem Tarif keine absolute Hinzuverdienstgrenze zu beachten. Allerdings dürfen Studenten während des Semesters nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten. Im Falle einer Selbstständigkeit sind es 18 Stunden. Zudem endet die studentische Krankenversicherung in der Regel zum Ende des Semesters, in dem Studenten 30 Jahre alt werden oder in ihrem Studiengang mehr als 14 Semester absolviert haben.

Private Krankenversicherung für Studenten

Hier ist das Spektrum an Tarifen und Leistungen enorm. Es reicht von günstigen Angeboten, die dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen, bis hin zu Tarifen mit Premium-Behandlungen in allen Bereichen. Entsprechend stark variieren auch die Beitragssätze.

Für Studenten empfiehlt sich das private Gegenstück zur studentischen Krankenversicherung in der GKV: Die private studentische Krankenversicherung (PSKV) des Branchenverbandes der privaten Krankenversicherungen. Derzeit bieten die Allianz, die Central, die Debeka, die Gothaer und die Landeskrankenhilfe diesen Tarif an. Zum Leistungsumfang zählen freie Arztwahl, Regel-Leistungen im Krankenhaus sowie 100 Prozent Ersatz für Zahnbehandlungen und 50 Prozent für Zahnersatz. Studenten Anfang 20 kostet dieser Tarif 76,50 Euro monatlich, im Alter von 25 Jahren sind es aktuell 99,50 Euro. Versicherte Studenten können bis zur Vollendung des 34. Lebensjahres in diesem Tarif bleiben.

Ein wichtiger Vorteil: Das sonst bei privat Versicherten übliche Kostenerstattungsprinzip entfällt. Ärzte können direkt mit der Krankenversicherung abrechnen und versicherte Studenten müssen nicht in Vorleistung gehen.

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Sonderfall Medizinstudenten: Vorzugskunden bei privaten Krankenversicherungen

Für Medizinstudenten lohnt sich der Abschluss eines Tarifs der privaten Krankenversicherung besonders. Viele Versicherer bieten günstige und gleichzeitig leistungsstarke Tarife für diese Zielgruppe an.

moneymeets Tipp: BAföG-Zuschuss sichern

Wer erfolgreich Bafög beantragt hat und nicht familienversichert ist, kann einen Zuschuss zur gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung beantragen. Voraussetzung dafür ist, dass die BAföG-Förderung unter dem Höchstsatz liegt. Dieser beträgt seit 2016 735 Euro monatlich. Wer diese Bedingung erfüllt, kann bis zu 86 Euro monatlich für seine Kranken- und Pflegeversicherung erhalten. Den Antrag für den Zuschuss müssen Studenten beim zuständigen BAföG-Amt stellen.

Für Studenten ab 30 ist die private Krankenversicherung oft günstiger

Nach dem 30. Geburtstag oder nach Abschluss des 14. Fachsemesters müssen gesetzliche versicherte Studenten erneut eine Entscheidung bezüglich der Krankenversicherung treffen. Die Mitgliedschaft in der studentischen Pflichtversicherung endet. Nur wer auf dem zweiten Bildungsweg die Hochschulreife erworben hat, kann sich bis zum Alter von 37 Jahren günstig gesetzlich versichern. Wieder können Studenten wählen: Entweder sie lassen sich freiwillig bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichern oder sie wählen einen Ausbildungstarif der privaten Krankenversicherung.

Freiwillig gesetzlich versichert

Hier müssen Studenten einen Vertrag abschließen, der ans Einkommen gekoppelt ist. Der Mindestbeitrag bestimmt sich anhand einer fiktiven Mindestbemessungsgrundlage. 2018 liegt diese bei 1.015 Euro im Monat. Für Studenten gilt zudem der ermäßigte Beitragssatz von 14,0 Prozent statt der regulären 14,6 Prozent. Hinzu kommt der Beitrag für die Pflegeversicherung, sodass Studenten unterm Strich auf monatliche Kosten von etwa 185 Euro kommen. Wer mehr als das fiktiv angesetzte Einkommen verdient, zahlt auch entsprechend mehr.

Ausbildungstarif privater Krankenkassen

Die meisten Tarife sind etwas teurer als jene für Studienanfänger, weil sich die Kosten auch nach dem Alter richten. Allerdings sind sie meist immer noch günstiger als die Tarife in der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung.

Fazit

Checkliste: Kosten und Leistungen der privaten Krankenversicherung für Studenten

1. Kosten

Für gesetzlich Versicherte gilt grundsätzlich das Solidarprinzip: Die wirtschaftlich Stärkeren unterstützen die Schwächeren, indem sie höhere Beiträge zahlen, aber die gleichen Leistungen erhalten.

In der privaten Krankenversicherung sorgt hingegen jeder Versicherte individuell für den Krankheitsfall vor. In Bezug auf die Kosten ist zudem für Studenten wichtig zu wissen:

  • Kostengünstige Einstiegstarife: Für die Kalkulation der privaten Krankenversicherung sind der gewählte Leistungsumfang, der Gesundheitszustand und das Alter des Versicherten die wichtigsten Kriterien. Ein junger, gutverdienender Versicherungsnehmer zahlt daher für Einstiegstarife in der privaten Krankenversicherung oft vergleichsweise niedrige Beiträge. Diese können teils sogar unter der Summe liegen, die monatlich für die gesetzliche Krankenversicherung fällig ist.
  • Billiger als bei Angestellten: Für Studenten ist die Absicherung deutlich günstiger als beispielsweise für Angestellte im selben Alter, denn die Versicherer bilden während des Studiums keine Altersrückstellungen. - Stabile Beiträge bei Nebenjobs: Wer neben dem Studium arbeitet, muss anders als bei einer gesetzlichen Krankenkasse in der Regel keine Hinzuverdienstgrenze einhalten.
  • Beitragserstattung: Wenn Versicherer gut wirtschaften oder versicherte Studenten nur wenige Leistungen in Anspruch nehmen, erstatten einige Anbieter im Folgejahr einen Teil der Beiträge.
  • Selbstbehalt: Wer im Krankheitsfall einen Teil der Kosten selber zahlt, kann bei den Beiträgen erheblich sparen. Die private Krankenversicherung springt dann erst für Krankheitskosten ein, die über diesen Betrag hinausgehen.

2. Leistungen

Die Leistungsvielfalt bei den privaten Krankenversicherungen ist kaum überschaubar. Wie in einem Baukastensystem lassen sich Tarife nach den eigenen Wünschen zusammenstellen. Die meisten Studententarife sind zwar vor allem kostengünstig, dennoch ist es ratsam auf einige Standards zu achten:

  • Ambulante Leistungen: Die meisten Mitglieder einer privaten Krankenversicherung können den Arzt frei wählen. In Tarifen mit dem Hausarztprinzip, bei dem der Hausarzt an entsprechende Fachärzte überweist, steckt ebenfalls hohes Sparpotenzial. Zudem übernehmen einige Versicherer die Kosten für homöopathische Behandlungen.
  • Stationäre Leistungen: Im Krankenhaus gelten in herkömmlichen Studententarifen meist Regelleistungen. Für Extras wie Chefarztbehandlung und Einbettzimmer zahlen Studenten zusätzlich.
  • Zahnärztliche Leistungen: Die Kostenübernahme für Zahnersatz und kieferorthopädische Behandlungen ist für die meisten Studenten ein wichtiger Kostenfaktor. Hier sollte möglichst viel abgedeckt sein.

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