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In Kürze

  • Beamte und Anwärter auf einen Beamtenposten können grundsätzlich zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung wählen.
  • Bei Staatsdienern übernimmt der Dienstherr mit der Beihilfe einen von der familiären Situation abhängigen Teil der Gesundheitskosten. Eine Krankenversicherung muss nur den verbliebenen Anteil abdecken.
  • Nur private Krankenversicherer haben spezielle Beihilfe-Tarife, die umfassenden Gesundheitsschutz zu sehr günstigen Konditionen bieten.
  • Beamte können zwischen einer Restkostenversicherung der privaten Krankenkassen und der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung wählen.
  • Auch bei der Gesundheitsprüfung gibt es für Beamte, Anwärter und deren Ehepartner Vorteile.
  • In der Regel steigen die staatlichen Beihilfen für Beamte im Ruhestand.
  • Ein Tarifwechsel beim aktuellen Versicherer ist meist problemlos möglich. Bei einem Wechsel des Anbieters geht allerdings ein großer Teil der Altersrückstellungen verloren.
Für Beamte ist die private Krankenversicherung günstiger als die gesetzliche.

Für Beamte ist die private Krankenversicherung günstiger als die gesetzliche.

Private Krankenversicherung fast immer optimal

Grundsätzlich können Beamte und Anwärter frei zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung wählen. Aufgrund der Beihilfe des Dienstherren ist ein privater Krankenversicherer in diesem Berufsstand jedoch die erste Wahl.

Ob im Bund oder in den Ländern und Gemeinden: Der Dienstherr übernimmt für Beamte einen großen Teil der Gesundheitskosten in Form einer Beihilfe. Beamte und deren enge Familienangehörige müssen also nur den Rest der Ausgaben für Ärzte, Medikamente oder einen Krankenhausaufenthalt versichern.

Die Möglichkeit eine sogenannte „Restkostenversicherung“ abzuschließen, haben nur privat Krankenversicherte. Für die ergänzende Absicherung bieten die Versicherer spezielle „Beihilfe-Tarife“ an. „Die Entscheidung für die private Krankenversicherung ist für Beamte daher leicht“, urteilen die Experten des Verbrauchermagazins Finanztest.

Beihilfe für Beamte und deren Familie

Die Höhe der Beihilfe ist abhängig vom Familienstand des Versicherten: Grundsätzlich übernimmt der Dienstherr für jeden Beamten 50 Prozent der Krankheitskosten, ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern erhöht sich die Beihilfe auf 70 Prozent. Ehepartner kommen ebenfalls auf 70 Prozent, sofern sie berücksichtigungsfähig sind. Kinder erhalten bis zum Alter von 25 Jahren sogar eine Beihilfe von 80 Prozent.

Hier erfahren Versicherte wie hoch die für sie relevante Beihilfe ist.

Vorzüge für Ehepartner von Beamten

Wer nach seiner Verbeamtung heiratet, kann dem Ehepartner einen besonderen Vorteil bieten: Bei Beamten und deren engen Angehörigen darf die private Krankenversicherung bei Vorerkrankungen zwar auch einen Risikoaufschlag berechnen, doch dieser ist auf 30 Prozent gedeckelt. Hohe Zuzahlungen aufgrund etwaiger Vorerkrankungen sind somit ausgeschlossen, auch wenn das Risiko für den Versicherer steigt. Zudem besteht Kontrahierungszwang: Private Krankenkassen dürfen Antragsteller mit Vorerkrankungen nicht ablehnen. Diese Regelung gilt allerdings nur für die Tarife, deren Leistungen auch in der jeweiligen Beihilfeverordnung eingeschlossen sind.

Der Ehepartner muss außerdem bestimmte Einkommensgrenzen einhalten, um beihilfeberechtigt zu bleiben. Bei Bundesbeamten sind das derzeit bei 17.000 Euro Brutto jährlich. Maßgeblich ist das Einkommen im zweitletzten Kalenderjahr vor Antragstellung. Für alle anderen Beamten legen die Bundesländer die Grenzen unabhängig voneinander fest.

Hier erfahren Versicherte, bis zu welchem Einkommen ihre Ehepartner in den verschiedenen Bundesländern beihilfeberechtigt sind.

Kostenvorteile für Beamtenanwärter bei PKV

Beamtenanwärter haben ebenfalls die freie Wahl zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung. Zu den Beamten auf Widerruf zählen beispielsweise Referendare für den Schuldienst sowie Polizei- oder Finanzamtanwärter. Die private Krankenversicherung ist auch für sie in den allermeisten Fällen finanziell reizvoller als eine gesetzliche Krankenkasse. Der Grund: Sie haben ebenso wie vollwertige Beamte Anspruch auf die Beihilfe der öffentlichen Hand, die mindestens die Hälfte der Krankheitskosten abdeckt.

Daher brauchen auch die Beamten von morgen nur für den Rest eine Versicherung. Private Krankenversicherer bieten hier besonders kostengünstige Anwärter-Tarife an. Diese wandeln sich nach der Verbeamtung automatisch in vollwertige Beamten-Tarife um. Deswegen sollten sich Beamtenanwärter bei der Auswahl ihrer Police an den besten Tarifen der privaten Krankenversicherer für Beamte orientieren.

Beihilfelücke bei laufenden privaten Krankenversicherungen

In manchen Fällen – etwa bei heilpädagogischen oder rein ästhetischen Behandlungen – entfällt die Beihilfe durch den Dienstherren und der Beamte muss die Kosten privat tragen. Dafür bieten die privaten Krankenversicherer ebenfalls Lösungen: Die Beihilfeergänzungsversicherung sowie Zusatzversicherungen für Wahlleistungen im Krankenhaus. Beamte können sie zusätzlich zu ihrer privaten Krankenversicherung abschließen, allerdings nur beim selben Versicherer. Der Eigenanteil an den Behandlungskosten wird so stark abgemildert oder sogar auf Null reduziert.

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Den privaten Krankenversicherer als Beamter sorgfältig auswählen

Wer verbeamtet wird, sollte seinen Krankenversicherer gut auswählen, denn später wird es schwierig, den Anbieter zu wechseln. Grund dafür sind die Altersrückstellungen, für die ein Teil der Beiträge aus jüngeren Jahren bestimmt ist. Hier sparen Versicherte ein Polster an, das die höheren Krankheitskosten im Alter abfedern soll.

Beamte, die den Versicherer wechseln, verlieren einen großen Teil ihrer Altersrückstellungen. Es lohnt sich für sie allerdings, gelegentlich zu überprüfen, ob sie beim selben Anbieter in einen günstigeren Tarif wechseln können. Neuere Tarife bieten oft bessere Leistungen zu gleichen oder sogar geringeren Beiträgen. Bei einem Tarifwechsel innerhalb einer Versicherungsgesellschaft bleiben zudem die Altersrückstellungen erhalten.

Fazit

  • Für Beamte und Anwärter ist eine private Krankenversicherung fast immer die beste Lösung.
  • Die Beihilfetarife der privaten Krankenversicherer sind deutlich günstiger als die Tarife der gesetzlichen Krankenkassen und bieten darüber hinaus bessere Gesundheitsleistungen.
  • Enge Angehörige sind ebenfalls beihilfeberechtigt und können günstig privat krankenversichert werden.
  • Im Alter steigt die Beihilfe oft noch, sodass die Prämien zur privaten Krankenversicherung tendenziell günstiger werden.
  • Wer innerhalb einer Versicherungsgesellschaft den Tarif wechselt, behält seine Altersrückstellungen meist in voller Höhe. Versicherte, die zu einem anderen Anbieter wechseln, verlieren den Großteil dieser Rücklagen.

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