Wissen > > Wertpapierdepot

In Kürze

  • Jeder Anleger, der in Wertpapiere investieren möchte, benötigt ein Depot.
  • In einem Wertpapierdepot können alle Arten von Wertpapieren verwahrt werden, in Fondsdepots nur Anteile von Investmentfonds.
  • Vor der Depoteröffnung müssen Anleger Angaben zu ihren Erfahrungen und Kenntnissen mit Wertpapieren machen.
  • Filial- und Direktbanken sowie Online-Broker bieten Depots an.
  • Jeder Depotinhaber benötigt ein Verrechnungskonto.
  • Für die Depotführung fallen in der Regel Gebühren an, ebenso wie für alle getätigten Transaktionen.
  • Bei einem Depotwechsel dürfen keine Gebühren anfallen.
© sebra

© sebra

Wertpapiere wie Aktien können nicht auf normalen Konten verbucht werden. Daher benötigt jeder Anleger, der an der Börse investieren möchte, zunächst ein eigenes Depot. Alles rund um Depoteröffnung, Anbieter und Kosten im Überblick.

Wer sein Geld in Aktien, Anleihen, Investmentfonds oder Derivaten anlegen möchte, für den führt kein Weg daran vorbei, zuvor ein Wertpapierdepot zu eröffnen. Welche Arten von Depots es zu unterscheiden gilt und was Anleger ansonsten beachten sollten.

Was ist ein Wertpapierdepot?

Wenn Anleger Aktien oder Fonds über die Börse handeln wollen, dann müssen sie zunächst ein Depot bei einer Bank oder einem Finanzdienstleister eröffnen. Dabei handelt es sich um ein Konto, über das Käufe und Verkäufe von Wertpapieren abgewickelt werden können.

Zudem werden die Wertpapiere für den Anleger im Depot verwahrt und deren Wert laufend durch die verantwortliche Depotbank aktualisiert.

Arten von Depots

Nicht jedes Depot eignet sich für jedes Wertpapier. Manche Banken bieten zum Beispiel Depots an, mit denen Anleger ausschließlich Fonds handeln können. Deswegen gilt es stets darauf zu achten, ein für die eigene Anlagestrategie passendes Produkt zu wählen.

Wertpapierdepot

Anleger, die ihr Vermögen über verschiedene Assetklassen streuen möchten, benötigen ein Depot, in dem sich alle Arten von Wertpapieren verwahren lassen. Solche Depots sind der Regelfall, denn sie bieten dem Anleger – zumindest rein theoretisch – die Möglichkeit, jedes Wertpapier, das auf dem Markt verfügbar ist, zu handeln.

Fondsdepot

In einem Fondsdepot können lediglich Investmentfonds- und ETF-Anteile verwahrt werden. Solche Produkte werden in der Regel von darauf spezialisierten Fondsbanken angeboten.

Wie eröffne ich ein Wertpapierdepot?

Grundsätzlich bieten sich Anlegern zwei Möglichkeiten bei der Depoteröffnung: Entweder sie wählen den klassischen Weg über die Filiale ihrer Hausbank oder sie eröffnen ihr Depot ganz bequem online.

Bei Online-Depotbanken tragen Anleger zunächst ihre persönlichen Daten in ein Anmeldeformular ein. Aufgrund der Finanzmarktrichtlinie MiFiD II muss die Bank oder der Finanzdienstleister hier auch ermitteln, wie es um den Anlagehorizont des Kunden sowie um seine Kenntnisse und Erfahrungen im Wertpapierbereich bestellt ist.

So soll gewährleistet werden, dass jeder nur die Wertpapiere handelt, die er kennt und versteht. Zudem bestimmt sich über diese Angaben, wie umfangreich die Informationspflicht des Depotanbieters ausfällt.

Im letzten Schritt muss sich der Anleger legitimieren. Möglich ist das entweder mit dem Post-Ident-Verfahren, bei dem ein Angestellter der Deutschen Post die Identität des (zukünftigen) Depotinhabers bestätigt oder online mittels des Video-Ident-Verfahrens.

Sind alle Formalitäten erledigt, versendet die Bank die Unterlagen zur Depoteröffnung und der Anleger kann das Depot nach dem Erhalt der Login-Daten nutzen.

Wird das Wertpapierdepot in einer Bankfiliale eröffnet, ist es Aufgabe des Beraters die o.g. Daten zu ermitteln und festzuhalten.

Screenshot Anlagestrategie Detailansicht

Professionelle Vermögensverwaltung

Wir helfen Ihnen, die besten Anlagestrategien für Ihr Vermögen zu finden. Kostenlos, transparent und unabhängig.

Anbieter

Bei der Depotwahl ist nicht nur wichtig, die passende Depotart zu wählen. Anleger sollten auch stets darauf achten, dass sie den Anbieter wählen, dessen Angebote und Konditionen am besten zu den eigenen Präferenzen passen.

Filialbanken

Egal, ob Sparkassen, Genossenschaftsbanken oder Privatbanken wie Deutsche Bank oder Commerzbank – sie alle bieten ein umfassendes Portfolio an Finanzprodukten an, zu dem auch unterschiedliche Depotmodelle zählen.

Üblicherweise kann der Kunde zwischen einem standardisierten und in der Regel kostenpflichtigen Depot und einer günstigeren Online-Variante wählen. Allgemein gilt jedoch: Die Gebühren für die Depotführung und -nutzung sind bei klassischen Banken höher als bei Direktbanken oder Online-Brokern, die kein eigenes Filialnetz unterhalten.

Die klassische Berating bei der Hausbank ist für Anleger in der Regel am kostspieligsten. (© contrastwerkstatt)

Die klassische Berating bei der Hausbank ist für Anleger in der Regel am kostspieligsten. (© contrastwerkstatt)

Direktbanken

Direktbanken bieten ihren Kunden, ähnlich wie die klassischen Filialbanken, eine umfassende Produktpalette an, zu der auch alle Produkte und Dienstleistungen rund ums Wertpapierdepot zählen. Da sie ausschließlich online tätig sind, können sie ihre Produkte und Dienstleitungen vergleichsweise günstig anbieten.

Online-Broker

Broker (engl. für Makler) führen im Auftrag ihrer Kunden Wertpapierkäufe oder -verkäufe aus. Da sie sich auf den Börsenhandel spezialisieren, besitzen Broker keine eigene Banklizenz.

Wer über einen Broker handeln möchte, der benötigt ein Verrechnungskonto, das über eine Partnerbank eröffnet werden muss.

Die moneymeets-Partnerbanken

moneymeets kooperiert mit vier der größten Online-Banken Deutschlands. Durch diese Zusammenarbeit haben Anleger die Möglichkeit von exklusiven Kostenvorteilen beim Fondskauf und der Depotführung zu profitieren.

Diese moneymeets-Partnerbanken bieten Depots für alle Arten von Wertpapieren an:

Diese moneymeets-Partnerbanken bieten Fondsdepots an:

Hand mit Stapel aus Euro-Münzen

Konkurrenzlos günstig investieren

Über die Partnerbanken von moneymeets können Sie mehr als 22.000 Fonds und 6.500 Sparpläne ohne Ausgabeaufschlag erwerben.

Wie funktionieren Wertpapierdepots?

Ein Wertpapierdepot ist zwar per Definition ein Konto, allerdings benötigt jeder, der Aktien, Fonds & Co. handeln möchte, ein separates Verrechnungskonto. Das ist notwendig, weil im Depot nur Wertpapiere verbucht werden können, der reine Zahlungsverkehr rund um Ein- oder Auszahlungen hingegen nicht. Hierfür kann der Anleger bei seiner Depotbank entweder ein neues Girokonto eröffnen oder er verknüpft sein bestehendes Konto mit dem Depot.

Wer Wertpapiere kaufen möchte, muss deswegen stets darauf achten, dass auf dem Verrechnungskonto genügend Guthaben vorhanden ist, um den Auftrag auch ausführen zu können. Wichtig: Bei jedem Kauf fallen auch Gebühren an, etwa Börsen-Transaktionsgebühren oder Ausgabeaufschläge bei Investmentfonds. Diese werden direkt beim Kauf berechnet und zusammen mit dem Kaufpreis des Wertpapieres vom Verrechnungskonto abgebucht.

Anders verhält es sich bei einem Verkauf: Die Bank schreibt dem Kunden den erzielten Erlös abzüglich der veranschlagten Gebühren auf seinem Verrechnungskonto gut. Daher ist es nicht notwendig, vor dem Verkauf dafür zu sorgen, dass das Konto gedeckt ist.

Die Kosten

„Im Leben bekommt man nichts geschenkt.“ – So lautet ein bekanntes deutsches Sprichwort, das auch bei der Geldanlage zutrifft. Depotinhaber müssen zum einem für ihr Depot selbst, als auch für die von ihnen getätigten Wertpapierkäufe und -verkäufe zahlen.

Depotführungsgebühren

Diese Gebühren berechnet die Bank dafür, dass sie das Kundendepot verwaltet und die darin enthaltenen Wertpapiere sicher verwahrt. Manche Anbieter verlangen einen fixen Betrag, andere berechnen zusätzlich noch eine Gebühr in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes des Depotvolumens.

Transaktionsgebühren

Jeder Kauf oder Verkauf von Wertpapieren verursacht Kosten. Deswegen berechnet sowohl die Depotbank bzw. der Broker als auch die zuständige Börse dem Kunden für jede Order Gebühren.

Entweder zahlt der Depotinhaber einen festen Betrag oder einen prozentualen Anteil seines Auftragsvolumens. Bei der zweiten Variante ist es üblich, dass die Gebühr durch einen Mindest- und einen Höchstbetrag begrenzt wird.

Beispiel: Die Musterbank verlangt 0,5 Prozent des Auftragsvolumens als Transaktionsgebühr. Es fallen mindestens fünf Euro an, maximal aber 50 Euro. Drei Kunden kaufen Aktien eines großen deutschen Automobilherstellers zu je 50 Euro pro Aktie, allerdings in unterschiedlicher Stückzahl.

  Anzahl der Aktien Auftragsvolumen (in Euro) Gebühr i.H.v. 0,5% des Auftragsvolumens (in Euro) wirkliche Gebühr (in Euro)
Kunde A 10 500 2,50 5
Kunde B 100 5.000 25 25
Kunde C 1.000 50.000 250 50

Anmerkung: Das Beispiel dient lediglich der Veranschaulichung der Kostenstruktur. Die gewählten Werte sind rein fiktiv.

So wechseln Anleger ihr Depot

Anleger, die mit ihrer aktuellen Depotbank unzufrieden sind, können jederzeit ein Depot bei einem anderen Anbieter eröffnen und ihre Wertpapier dorthin übertragen lassen. Gebühren dürfen für den Depotwechsel nicht erhoben werden, denn die Bank kommt hierbei lediglich ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur Herausgabe der verwahrten Wertpapiere nach. Das entschied der Bundesgerichtshof im Jahr 2004 (Aktenzeichen: XI ZR 200/03).

Alle Banken bieten potentiellen Neukunden einen sogenannten Umzugsservice an. Direkt bei der Depoteröffnung können Anleger ihre neue Depotbank über ein spezielles Formular dazu bevollmächtigen, den Wechsel für sie durchzuführen. Der Aufwand für den Kunden fällt somit vergleichsweise gering aus.

Achtung: Trotz des Wechsels bliebt das alte Depot weiter bestehen. Um also sichergehen zu können, dass keine Gebühren mehr anfallen, muss der Anleger sein Depot selbst kündigen. Seitens des Gesetzgebers ist lediglich festgeschrieben, dass die Kündigung schriftlich zu erfolgen hat. Es genügt also, der Bank eine einfache E-Mail zu schicken, um die Depotauflösung zu veranlassen.

Screenshot Anlagestrategie Detailansicht

Professionelle Vermögensverwaltung

Wir helfen Ihnen, die besten Anlagestrategien für Ihr Vermögen zu finden. Kostenlos, transparent und unabhängig.

Fazit

  • Nur wer ein Depot besitzt, kann Aktien, Anleihen und andere Wertpapiere handeln.
  • In einem regulären Wertpapierdepot können alle Wertpapiere verwahrt werden. Fondsdepot eignen sich nur für Anteile von Investmentfonds.
  • Jeder Anleger muss vor der Depoteröffnung Fragen zu seinen Kenntnissen und Erfahrungen im Wertpapierbereich beantworten. Das ermöglicht die Einstufung des Depotinhabers in eine Risikoklasse.
  • Depots können bei Filial- oder Direktbanken sowie Online-Brokern eröffnet werden.
  • Jeder Depotinhaber benötigt ein Verrechnungskonto für Abbuchungen und Gutschriften.
  • Für die Depotführung fallen in der Regel Gebühren an, ebenso wie für alle getätigten Transaktionen.
  • Für einen Depotwechsel darf die Bank oder der Broker keine Gebühren verlangen.

Erstellt am:

War dieser Artikel hilfreich für Sie?

Testen Sie unseren kostenlosen Newsletter – und verpassen Sie keine Tipps rund um Ihre Finanzen & Versicherungen.