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In Kürze

  • An den Devisenmärkten werden Währungen verschiedener Länder gehandelt.
  • Entscheidend ist dabei immer die Frage, wie viel US-Dollar, Yen oder sonstige Währung der Anleger für einen Euro bekommt.
  • Steigende Kurse können auch bei Währungen genutzt werden, um Gewinne zu erzielen.
  • Privatanleger können Währungskonten eröffnen, in Staatsanleihen oder Rentenfonds investieren, die auf fremde Währungen notieren, oder in sogenannte „Forex-Fonds“ investieren.
  • Währungen unterliegen Kursschwankungen, welche auf volkswirtschaftlichen Entwicklungen und dem Angebot-und-Nachfrage-Prinzip beruhen.
Mit Fremdwährungs-Investments nutzen Sie die stetigen Änderungen der Wechselkurse.

Mit Fremdwährungs-Investments nutzen Sie die stetigen Änderungen der Wechselkurse.

Wann kann es sich lohnen, auf Devisen zu setzen?

Mehr als fünf Billionen Euro bewegen Händler rund um den Globus täglich am Devisenmarkt. Anleger versuchen Wechselkurse vorherzusagen und tauschen Währungen untereinander, um Gewinne zu erzielen. Neben dem Direkthandel gibt es auch Anleihen und Fonds sowie verschiedene Derivate, mit denen Anleger von Wechselkursänderungen profitieren.

Der Markt für Devisen ist der größte und liquideste der Welt. Experten zufolge liegt das Volumen der täglichen Transaktionen weltweit bei über fünf Billionen Euro. Zum Vergleich: An der weltweit größten Börse, der New York Stock Exchange (NYSE), werden pro Tag Aktien im Wert von rund 44 Milliarden Euro gehandelt.

Die Entwicklung von Wechselkursen vorherzusagen, ist jedoch kaum möglich, da unzählige Faktoren darüber entscheiden, ob eine Währung an Wert gewinnt oder verliert. Für Anleger bleibt die Kursentwicklung daher oft unberechenbar.

Einflussfaktoren auf die Wechselkurse

Zahlreiche Faktoren beeinflussen die Preisbildung am Devisenmarkt:

Wachstumsprognosen: Selbst kleinste Korrekturen in den Prognosen für das Wirtschaftswachstum eines Landes können die Kurse sehr schnell verändern. Verschlechtern sich die Aussichten, so flüchten sich Anleger in andere Währungen, um Verluste zu vermeiden. Dadurch verliert die Inlandswährung gegenüber der erworbenen Fremdwährung an Wert.

Leistungsbilanzüberschüsse: Um Produkte aus anderen Ländern zu kaufen, tauschen Unternehmen, die Waren importieren, ihre Landeswährung in die des Handelspartners um. Dadurch steigt die Nachfrage nach der jeweiligen Währung und somit deren Wert. Länder, die ähnlich wie Deutschland, eine hohe Exportquote vorweisen können, verfügen tendenziell über eher starke Währungen.

Zinsdifferenzen: Wenn sich die Zinsniveaus in zwei Währungsräumen unterscheiden, tendieren Anleger dazu, ihr Geld dort anzulegen, wo höhere Erträge winken. Tauschen also beispielsweise Anleger in Deutschland ihre Euros in US-Dollar um, weil die Zinsen in den Vereinigten Staaten höher sind, so sinkt der Wert des Euro infolgedessen.

Notenbanken: Zur Besonderheit des Devisenmarkts zählt die Einflussnahme durch Notenbanken. Sie können mit Interventionen die Wechselkurse beeinflussen. Oft genügt aber auch schon die bloße Ankündigung von Maßnahmen wie beispielsweise einer Anhebung des Leitzinses, um den Wert der jeweiligen Landeswährung zu beeinflussen.

Was diese Einflüsse bewirken können, dürfte jeder, der seinen Urlaub bereits außerhalb des Euroraums verbracht hat, schon erlebt haben. Immer wieder gilt es, den Wechselkurs zwischen dem Euro und der jeweiligen Landeswährung mitzuverfolgen. Je nachdem, wie sich das Währungsverhältnis nach der Urlaubsbuchung entwickelt, kann es Vorteile haben, gleich nach der Buchung oder erst nach Urlaubsantritt zu bezahlen. Zudem lohnt es bei einer eher starken Inlandswährung besonders, im Ausland einkaufen zu gehen.

Ein Investment in Devisen funktioniert ähnlich, auch wenn es dafür unterschiedliche Instrumente gibt. Es kann als Portfolio-Beimischung interessant sein, insbesondere wenn die Zinsen wie derzeit niedrig sind. Zudem entwickeln sich die Devisenmärkte meist anders als Aktien- und Anleihemärkte. Daher tragen Währungsanlagen zur Diversifikation des Portfolios bei.

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Wo kann ich Devisen handeln?

Der Devisenmarkt, auch Foreign Exchange Market (Forex) genannt, ist ein Teilbereich des Finanzmarktes, in dem Anleger Währungen untereinander handeln können. Im Gegensatz zu den Aktienmärkten lässt sich der Devisenmarkt nicht lokalisieren, da der Handel dezentral über spezielle Computersysteme stattfindet.

Wer in den Handel mit Devisen einsteigen möchte, der benötigt ein Handelskonto bei seiner Hausbank oder bei einem Forex-Broker. Um die Änderungen der Wechselkurse nachfolgen zu können, nutzen die meisten Händler spezielle Analyse-Tools. Oftmals bieten die Broker selbst die entsprechende Software direkt bei der Kontoeröffnung an.

Varianten für Devisenspekulationen

Neben dem direkten Handel mit Devisen bieten sich für Anleger zahlreiche weitere Möglichkeiten, auf die Entwicklung verschiedener Währungen zu spekulieren. Dazu zählen:

  • Währungskonten
  • Anleihen oder Rentenfonds in Fremdwährung
  • Derivate wie Futures oder Zertifikate
  • Währungsfonds

1. Währungskonten

Hier können Anleger Geld auf Tagesgeldkonten in ausländischer Währung transferieren. Sie erhalten dann einerseits Zinsen, die möglicherweise höher sind als im eigenen Land. Zudem profitieren sie von Gewinnen, sollte die Währung, in der das Konto geführt wird, im Wert steigen. Wichtig ist es dabei, auf die Einlagensicherung zu achten. Unterliegt das Institut der europäischen Einlagensicherung, sind beispielsweise 100.000 Euro pro Konto und Person garantiert. Zudem sind mögliche Gebühren und Steuervorschriften zu beachten, wenn das Konto bei einem ausländischen Geldhaus eröffnet wird. Interessante Möglichkeiten bietet beispielsweise Weltsparen, dessen Produkte über moneymeets erhältlich sind. Solche Konten sind insbesondere für Anleger attraktiv, die – unabhängig vom Geschehen an der Börse – in Devisen investieren wollen.

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2. Anleihen oder Rentenfonds in fremder Währung

Viele Fonds sind auch in fremder Währung erhältlich. Die Palette reicht hier von Aktienfonds bis Absolute-Return-Varianten. Wer jedoch überzeugt ist, dass beispielsweise die norwegische Krone gegenüber dem Euro an Wert steigt, sollte sich auf möglichst sichere Anleihen oder Rentenfonds, die in solche Produkte investieren, beschränken. Derzeit sind laut Morningstar Rentenfonds in folgenden Währungen verfügbar (Stand: Februar 2018):

  • Australische Dollar (AUD)
  • Kanadische Dollar (CAD)
  • Schweizer Franken (CHF)
  • Dänische Kronen (DKK)
  • Britische Pfund (GBP)
  • US-Dollar (USD)
  • Norwegische Krone (NOK)
  • Hongkong Dollar (HKD)
  • Japanische Yen (JPY)
  • Polnische Zloty (PLN)
  • Chinesische Renminbi (RMB)
  • Schwedische Kronen (SEK)
  • Türkische Lira (TRY)
  • Indonesische Rupiah (IDR)

3. Mit Terminkontrakten oder Zertifikaten spekulieren

Wer damit rechnet, dass der Dollar gegenüber dem Euro an Wert verliert, kann beispielsweise Mini Futures kaufen und überdurchschnittlich profitieren, wenn diese Wette aufgeht. Dafür müssen Anleger aber auch das Risiko in Kauf nehmen, sich zu verspekulieren und ihren Einsatz zu verlieren. Futures sind Terminkontrakte, mit denen Anleger auf den Anstieg (Long) oder den Fall (Short) einer Währung setzen können. Sie verpflichten den Erwerber, je nach vertraglicher Ausgestaltung, eine bestimmte Menge des Basiswerts zu einem bestimmten Zeitpunkt und Preis zu kaufen. Weniger riskant sind Zinszertifikate auf ausländische Währungen, die von Zinsen und Währungsgewinnen profitieren. Auf Nummer sicher gehen Anleger mit Garantie-Anleihen. Bis zum Laufzeitende ist hier eine festgelegte Rendite möglich – meist unter der Voraussetzung, dass der Euro fällt. Auf jeden Fall wird aber der Ausgabepreis zurückgezahlt. Der maximale Verlust ist damit begrenzt. Das Angebot konzentriert sich im Wesentlichen auf die Währungen der führenden Volkswirtschaften, also Dollar, Euro, Yen, Schweizer Franken oder das Britische Pfund.

4. Profis einschalten mit Währungsfonds

Hier verwaltet ein Fondsmanager ein Portfolio und setzt je nach Markteinschätzung meist mit Derivaten und Zinsinstrumenten auf die Devisenmärkte. Laut Morningstar sind derzeit 94 Fonds im entsprechenden Segment „Alt - Währungen“ gelistet. Sie werden dort aber nicht bewertet und verfügen somit über kein Rating.

Fazit

  • Der Handel mit Fremdwährungen findet an den Devisenmärkten statt.
  • Exportorientierte Länder haben in der Regel eine starke Währung.
  • Die Kurse werden durch wirtschaftliche oder politische Faktoren sowie die jeweilige Notenbank beeinflusst.
  • Die Anlagemöglichkeiten reichen von Fremdwährungskonten über Anleihen und Fonds bis hin zu verschiedenen Derivaten.
  • Wechselkursänderungen können genutzt werden, um Gewinne zu erzielen.

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