Wissen > > Risikoeinschätzung für Investments

In Kürze

  • Aufgrund der niedrigen Zinsen sind für den Vermögensaufbau Investments in die Finanzmärkte derzeit alternativlos.
  • Nur mit einer soliden Grundverzinsung profitieren langfristig orientierte Investoren vom Zinseszinseffekt.
  • Über einen Zeitraum von 30 Jahren erzielte der Durchschnitt weltweit investierender Aktienfonds im Mittel gut sechs Prozent Jahresrendite.
  • Der Anteil der Aktieninvestments bestimmt in einem Wertpapierdepot maßgeblich die Risiken und Chancen.
  • Ausgefeilte und kostenlose Online-Rechner helfen dabei, die eigene Risikobereitschaft einzuschätzen.
Die richtige Balance aus Chancen und Risiken ist für die erfolgreiche Geldanlage elementar.

Die richtige Balance aus Chancen und Risiken ist für die erfolgreiche Geldanlage elementar.

Wer Vermögen aufbauen will und dafür viele Jahre Zeit hat, sollte Aktieninvestments in Betracht ziehen. Das raten angesichts der derzeitigen Niedrigzinsen auch Verbraucherschützer. Über lange Zeiträume bieten Aktienmärkte die besten Chancen.

Der weltweite Aktienindex MSCI World stieg 2017 um 18 Prozent, der Dax legte im selben Zeitraum um elf Prozent zu. Das ist keineswegs die wichtigste Information für Aktieninvestoren, denn kurzfristige Performance-Daten liefern oft eine völlig falsche Vorstellung von zukünftigen Chancen. Wer sich für einen langfristigen Vermögensaufbau mit Aktien interessiert, benötigt daher Informationen zu langfristigen historischen Renditen, um eine Vorstellung über seine Chancen zu bekommen.

Eine langfristige Betrachtung liefert regelmäßig der deutsche Fondsverband BVI. Hier wird die Performance von allen Fonds der Mitgliedsunternehmen (circa 6.000) über einen 30-jährigen Zeitraum gemessen. Darin enthalten sind mit dem Platzen der Technologieblase anno 2000 und dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 gleich zwei bedeutende Abwärts-Phasen, dennoch konnten alle Fondstypen über diesen Zeitraum positive Renditen erzielen.

Hand mit Stapel aus Euro-Münzen

Konkurrenzlos günstig investieren

Über die Partnerbanken von moneymeets können Sie mehr als 22.000 Fonds und 6.500 Sparpläne ohne Ausgabeaufschlag erwerben.

Durchschnittsrenditen verschiedener Fondsklassen

Kategorie Perf. 1 Jahr (in %) Perf. 20 Jahre (in % p.a.) Perf. 30 Jahre (in % p.a.)
Aktien Deutschland 17,2 5,5 8,5
Aktien Welt 7,6 5,4 7,3
Rentenfonds Euro Langläufer -0,8 3,3 n.v.
Mischfonds aktienbetont Euro 4,6 2,4 6,0
Mischfonds ausgewogen Euro 4,4 4,5 6,9

Quelle: BVI (Stand: 31.12.2017)

Fest steht: Auch diese Performance übersteigt derzeit die Zinsen von Bankprodukten bei weitem. Wer heutzutage der Zinsfalle entfliehen will, für den gibt es daher kaum eine Alternative zu den Finanzmärkten!

Wunderbarer Zinseszinseffekt

Nur mit einer soliden Grundverzinsung lässt der Zinseszinseffekt Ihre Erträge steigen. Und dieser Effekt ist dafür verantwortlich, dass aus 10.000 Euro, die sich wie der Durchschnitt der weltweiten Aktienfonds im Mittel zu sechs Prozent jährlich verzinsen, nach 30 Jahren 57.435 Euro werden. Wer hingegen nur durchschnittlich zwei Prozent Jahresplus erzielt, erreicht lediglich 18.114 Euro. Der nicht lineare Anstieg beim Zinseszins entsteht durch die sich immer wieder mitverzinsenden vorherigen Zinserträge. Kleine Zinsunterschiede wirken dabei über längere Laufzeiten enorm.

Aus 10.000 Euro werden…

Zins p.a. Laufzeit 10 Jahre* Laufzeit 20 Jahre* Laufzeit 30 Jahre*
1% 11.045 12.201 13.478
2% 12.190 14.859 18.114
3% 13.439 18.061 24.273
4% 14.802 21.911 32.434
5% 16.289 26.533 43.219
6% 17.908 32.071 57.435

*) Endbetrag am Ende der Laufzeit in Euro

Das Prinzip funktioniert auch bei Sparplänen, in die Anleger beispielsweise 100 Euro monatlich investieren. Hier kommen bei einer angenommenen Rendite von ebenfalls fünf Prozent pro Jahr nach drei Jahren 3.886 Euro zusammen (bei einem Investment von 3.600 Euro), nach zehn Jahren sind es 15.502 Euro. Je länger also der Anlagehorizont ist, desto größer wird die Rolle der Zinsen und Zinseszinsen.

Aus einem Sparplan mit 100 Euro pro Monat werden…

Zins pro Jahr Laufzeit 10 Jahre   Laufzeit 20 Jahre   Laufzeit 30 Jahre  
  Einzahlung (in Euro) Endbetrag (in Euro) Einzahlung (in Euro) Endbetrag (in Euro) Einzahlung (in Euro) Endbetrag (in Euro)
1% 12.000 12.623 24.000 26.566 36.000 41.968
2% 12.000 13.382 24.000 29.472 36.000 49.209
3% 12.000 13.980 24.000 32.768 36.000 58.018
4% 12.000 14.720 24.000 36.508 36.000 68.760
5% 12.000 15.502 24.000 40.754 36.000 81.886
6% 12.000 16.331 24.000 45.577 36.000 97.953

Geringeres Risiko bei langfristigen Investitionen

Je länger Investoren auf ihr Geld verzichten können, desto chancenreicher darf ein Investment sein. Daher gilt es, genau zu überlegen, für wie viele Jahre angelegt werden soll. Zwar können beispielsweise Aktien oder Fonds jederzeit problemlos verkauft werden, doch wenn Anleger bei niedrigen Kursen aussteigen müssen, realisieren sie unter Umständen Verluste.

Weniger Risiko heißt auch weniger Rendite! Neben dem Zeitfaktor beeinflusst vor allem die Höhe der Performance den Anlageerfolg. Kleine Unterschiede wirken auch hier über längere Laufzeiten enorm. Wer 20 Jahre lang monatlich 100 Euro in einen Sparplan investiert, nur geringe Risiken eingeht und durchschnittlich zwei Prozent Zins per annum erzielt, kommt am Ende auf 29.472 Euro – bei insgesamt 24.000 Euro Einzahlungen. Wer höhere Kursschwankungen in Kauf nimmt und eine Rendite von durchschnittlich sechs Prozent jährlich schafft, kommt auf einen Depotwert von 45.577 Euro.

Risiko bei Verlusten höher

Ein zu hohes Risiko kann zwischenzeitliche Verluste bedeuten. Je mehr Geld Anleger bei einem Investment verlieren, desto geringer ist die Basis, die sich danach verzinsen kann. Das verbleibende Kapital muss erheblich höhere Renditen erzielen, um die Verluste wieder auszugleichen, wie die unten stehende Tabelle aufzeigt. Wer mit seinem Investment zehn Prozent verliert, muss zwölf Prozent Rendite erzielen, um das Minus wettzumachen. Bei 30 Prozent Kurseinbruch ist ein Plus von 43 Prozent nötig, um die Verluste aufzuholen.

So viel muss bei einem Minus aufgeholt werden:

Wertverlust Notwendige Ausgleichsrendite
10 Prozent 12 Prozent
20 Prozent 25 Prozent
30 Prozent 43 Prozent
40 Prozent 67 Prozent
50 Prozent 100 Prozent
60 Prozent 150 Prozent
70 Prozent 230 Prozent
80 Prozent 400 Prozent
90 Prozent 900 Prozent

Von sicheren Anlagen und hohen Renditen

Egal, welches Ziel dem Investment zugrunde liegt, jeder Anleger sucht Anlageformen, die folgende Vorgaben erfüllen:

  • Hohe Sicherheit: Die Wahrscheinlichkeit, das eingesetzte Kapital zu verlieren, sollte so gering wie möglich sein.

  • Hohe Rendite: Die Geldanlage soll einen möglichst hohen Ertrag innerhalb der Laufzeit abwerfen.

  • Hohe Liquidität: Das Investment muss notfalls rasch wieder zu Geld gemacht werden können.

Das magische Dreieck der Geldanlage

Das magische Dreieck der Geldanlage

Das magische Dreieck der Geldanlage soll verdeutlichen, dass jeder Anleger möglichst viel Sicherheit, Rentabilität und Liquidität haben möchte, diese drei Ziele aber nicht gleichzeitig erreicht werden können: Sparer, die kein Risiko eingehen wollen, müssen eine vergleichsweise geringere Rendite akzeptieren. Wer viele Jahre Zeit hat und vor allem auf chancenreiche Investments setzt, kann auf hohe Erträge hoffen, sofern er nicht doch plötzlich Geld abzieht. Wer liquide sein möchte, kann kein Risiko eingehen und hat in puncto Rendite schlechte Karten.

Die eigene Risikofreudigkeit bestimmen

Stellen Sie sich vor: Sie haben Ihr Anlageziel definiert, ein überzeugendes Anlageprodukt gefunden und investiert. Es ist noch Zeit, bis Sie das Geld brauchen, doch plötzlich geht es an den Finanzmärkten bergab. Wann werden Sie nervös? Wenn Ihr Investment zwischenzeitlich fünf oder zehn Prozent an Wert verliert? Oder erst bei 15 oder 20 Prozent? Das ist die wichtigste Frage, die sich Anleger im Hinblick auf ihre Risikoneigung stellen müssen.

Zugegeben: Ohne eigene Erfahrung ist eine Antwort schwierig. Daher gilt es, die eigene Risikoneigung systematisch zu ermitteln. Hier hilft das kostenlose Tool zur Anlegerprofilermittlung auf dem Marktplatz für professionelle Anlagestrategien von moneymeets.

Screenshot Anlagestrategie Detailansicht

Welcher Anlegertyp sind Sie?

Unser Marktplatz für professionelle Anlagestrategien bietet für jeden Anleger die passende Strategie. Starten Sie Jetzt Ihre eigene Vermögensverwaltung.

Zudem bietet der Lehrstuhl für Bankbetriebslehre der Universität Mannheim in Zusammenarbeit mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband (Vzbv) einen kostenlosen Simulator an, der helfen soll die eigene Risikopräferenz besser einzuschätzen. Das Programm ist Teil eines Forschungsprojekts, das Kenntnis darüber erlangen soll, welche Instrumente hilfreich sind, damit Verbraucher ein besseres Verständnis von Chancen und Risiken bei Geldanlagen erhalten.

Den Simulator der Uni Mannheim finden Sie hier!

Fazit

In der klassischen Portfoliotheorie lassen sich Anleger grob in drei Risiko-Typen einteilen, für die folgende Mischungen empfohlen werden:

  • Der Sicherheitsorientierte ist vorsichtig. Die Empfehlung lautet hier meist, 70 bis 80 Prozent der Mittel in sichere, schwankungsarme Papiere wie Anleihen mit Spitzenratings oder in Geldmarktprodukte anzulegen und nur mit 20 bis 30 Prozent der Mittel chancenorientiert in Aktien oder Rohstoffe zu investieren. Die Renditeaussichten sind moderat, aber deutlich höher als bei einem reinen Anleiheportfolio. Zudem entwickeln sich beide Märkte in unterschiedliche Richtungen. Das mindert die Risiken.
  • Der Ausgewogene ist etwas risikobereiter und durchaus rendite-interessiert. Hier empfehlen Vermögensverwalter in der Regel einen Mix, der maximal aus 50 Prozent Aktien- und Rohstoffinvestments und ansonsten aus sicherheitsorientierten Anlageklassen wie Anleihen besteht. Neben Anleihen und Aktien lohnen auch Rohstoffinvestments, Devisen, Fonds und Zertifikate.
  • Der Risikofreudige setzt auf überdurchschnittliche Kursgewinne. Zwischenzeitliche Verluste steckt er weg. Er kann mehrheitlich in chancenreiche Anlageklassen investieren und etwa auf Aktien, Rohstoffe oder Devisen setzen. Profis empfehlen, zur Absicherung stets risikolose Wertpapiere mit einem Anteil von etwa 20 Prozent ins Portfolio zu nehmen. Auch Ungeduldige achten beim Kerninvestment auf eine breite Mischung, die hauptsächlich aus Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung, sogenannten Blue Chips bestehen sollte. Riskantere Investments wie Schwellenländeraktien können beigemischt werden. Das bedeutet: Zehn bis zwanzig Prozent des Vermögens sollten maximal dort angelegt werden.

Erstellt am:

War dieser Artikel hilfreich für Sie?

Testen Sie unseren kostenlosen Newsletter – und verpassen Sie keine Tipps rund um Ihre Finanzen & Versicherungen.