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In Kürze

  • Rohstoffinvestments bieten interessante Möglichkeiten von Kursbewegungen zu profitieren.
  • Die Preise werden insbesondere durch die konjunkturelle Entwicklung beeinflusst.
  • Investments können Risiken im Gesamtportfolio reduzieren.
  • Gold gilt zudem als sicherer Hafen in Krisenzeiten.
Insbesondere Gold gilt als krisensichere Anlageform.

Insbesondere Gold gilt als krisensichere Anlageform.

Glanz fürs Depot mit Gold und Platin

Gold gilt als sicherer Hafen in unruhigen Zeiten. Denn der Preis steigt oft, wenn Katastrophen die Welt erschüttern und andere Anlageformen an Wert verlieren. Viele Investoren legen sich dann Goldbarren in den Tresor. So leicht lassen sich viele andere Rohstoffe nicht lagern. Was Rohstoffinvestoren über Minenaktien, Zertifikate und Terminkontrakte wissen sollten.

Der Goldpreis und der Wert des Dollars entwickeln sich gegenläufig, da das Edelmetall in US-Dollar gehandelt wird. Wenn alles andere kriselt, flüchten sich viele Anleger in alternative Investments wie Gold, Silber, Platin oder Rohstoffe. So verdoppelte sich – allein im Zuge der Finanzkrise – der Goldpreis in wenigen Jahren auf mehr als 1.700 Dollar pro Unze (etwa 31 Gramm). Immer mehr Investoren entdeckten das Edelmetall zu dieser Zeit als Beimischung für ihr Depot.

Doch auch im sichersten Hafen herrscht mitunter Sturm: Investoren, die 1998 Gold kauften, büßten innerhalb von zehn Jahren rund drei Prozent pro Jahr ein. Ein Investment ist also keinesfalls eine Garantie für eine kontinuierlich positive Wertentwicklung. Tatsache ist aber auch, dass das Edelmetall eine der geringsten Schwankungsbreiten am Rohstoffmarkt aufweist.

Gold und Rohstoffe sind konjunkturabhängige Sachinvestments

Viele Vermögensverwalter raten dazu, unabhängig von der Preisentwicklung etwa zehn Prozent des Kapitals in Gold anzulegen, da der Goldpreis sich in der Regel anders entwickelt als die Kurse von Aktien und Anleihen. Rohstoffinvestments sind aber dennoch ein Risikofaktor innerhalb eines Portfolios, denn ihr Preis hängt meist direkt mit der Konjunkturentwicklung zusammen: Je mehr die Volkswirtschaften global wachsen, desto mehr Rohstoffe werden verbraucht. Dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage folgend, steigen die Rohstoffpreise bei anhaltendem Konjunkturzuwachs. Sobald das Wachstum abflaut, fallen sie jedoch wieder.

Sachinvestments mit Gegenstand

Im Gegensatz zu Aktien, die nur noch in den seltensten Fällen als Papier im Safe lagern, können Edelmetalle und Rohstoffe immer noch als Barren oder Münzen erworben werden. Dies ist allerdings nur bei Edelmetallen sinnvoll, bei Kupfer beispielsweise würden die Lagerkosten die Rendite deutlich schmälern.

Zu unterscheiden sind Sammlermünzen, deren Wert sich nicht ausschließlich nach dem Wert des Edelmetalls richtet, und solchen Münzen, deren Wert nur davon abhängt. Barren und bekannte Handelsmünzen wie der südafrikanische Krugerrand, der American Eagle oder der Wiener Philharmoniker verfügen – wenn überhaupt – über einen sehr geringen Sammlerwert, wodurch der Verkaufspreis nur vom aktuellen Goldpreis abhängt. Dieser wird täglich am London Bullion Market festgesetzt und mit dem Gewicht des Barrens oder der Münze, das in Unzen gemessen wird, multipliziert, wodurch sich der Wert der Münze oder des Barrens ergibt.

Mit Finanzprodukten von Rohstoffen und Edelmetallen profitieren

Die meisten Investoren setzen bei Rohstoffen und Edelmetallen allerdings mit Finanzprodukten auf die Wertentwicklung von Gütern wie Öl, Gas oder Kupfer. Investitionen in Gegenstände wie Münzen oder Barren sind, wie beschrieben, nur bei einigen Edelmetallen sinnvoll.

Diese Möglichkeiten bieten sich für die Geldanlage in Edelmetalle und Rohstoffe:

Zertifikate: Mit diesen Papieren sind Investments in Rohstoffe oder in Rohstoffindizes möglich. Einige Papiere bilden sogenannte Baskets ab und kombinieren verschiedene Rohstoffe. So gibt es beispielsweise Papiere, die auf Agrarrohstoffe oder Industriemetalle setzen.

Investmentfonds: Auch mit Fonds sind Anlagen im Rohstoffsektor möglich. Bei aktiv gemanagten Produkten können Anleger vor allem auf Fonds mit Aktien von Rohstoff-Förderern setzen. Doch Vorsicht: Der Wert einer Goldminenaktie steigt oft um ein Vielfaches, wenn der Goldpreis steigt. Entsprechend stark kann die Bewegung der Minenwerte ausfallen, wenn die Notierung des Rohstoffs sinkt.

ETCs: Eine weitere Anlagevariante sind Exchange Traded Commodities, kurz ETCs. Das sind börsengehandelte Papiere, die mit dem Geld der Anleger Rohstoffe real kaufen und lagern. Im Gegensatz zu Fonds ist das Vermögen der Anleger kein Sondervermögen, das im Pleitefall des Emittenten geschützt ist. ETCs sind ähnlich wie Zertifikate Anleihen, die ausfallen können. Daher behalten Anleger die Bonität der Emittenten im Blick.

Terminkontrakte: Die spekulativste Variante, um auf die Wertentwicklung von Rohstoffen zu setzen, sind sogenannte Mini-Futures. Mit diesen Terminkontrakten können Anleger sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse setzen.

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Risiken beim Rohstoffhandel

Beim Handel von Rohstoffen sind vor allem zwei Risiken zu beachten: Das Währungsrisiko und der Roll-over-Effekt. Vor allem zweiteres kann gravierende Folgen haben.

Währungsrisiko: Die meisten Rohstoffe werden in US-Dollar gehandelt. Für Anleger aus dem Euroraum birgt das ein Währungsrisiko: Der Wechselkurs zwischen Euro und Dollar beeinflusst das Ergebnis aktiv, denn die Rendite in Dollar muss wieder in Euro umgerechnet werden. Legt der Euro im Vergleich zum Dollar kräftig zu, schmälert dies den Gewinn. Anleger sollten daher Produkte vorziehen, die Währungsrisiken absichern. Dies gilt im Speziellen für Gold, denn oft zeigt das Edelmetall dann eine positive Entwicklung, wenn der Preis für den Dollar gegenüber dem Euro sinkt. Gerät der US-Dollar als globale Leitwährung unter Druck, ist das ein Zeichen für eine Vertrauenskrise. Gerade dann sind vermeintlich sichere Anlagen wie Gold gefragt.

Roll-Problematik: Auf den Terminmärkten werden Futures auf einzelne Rohstoffe gehandelt. Wer diese Papiere kauft, verpflichtet sich, die zugrundeliegende Ware zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem festvereinbarten Preis abzunehmen. Die Inhaber solcher Papiere sind aber meist nur an der Preisentwicklung interessiert und nicht am Erhalt der Ware, daher verkaufen sie kurz vor Ablauf der Frist den betreffenden Kontrakt. Um weiterhin in diese Anlageklasse investiert zu bleiben, kaufen sie ein neues Papier, das gerade aufgelegt wird. Dieser Vorgang heißt unter Fachleuten „Rollen“. Die Konditionen der neuen und alten Papiere unterscheiden sich häufig: Ist der neue Future teurer als der alte, entstehen beim Anleger Rollverluste, die auch als Contango bezeichnet werden. Ist der nächste Future billiger als der aktuelle, entstehen Rollerträge, auch Backwardation genannt. Auch die Rohstoffindizes werden auf Basis von Futures berechnet. Spezielle Zertifikate versuchen, die negativen Effekte des Rollens weitgehend auszuschalten.

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Spannende Märkte für Rohstoffe und Edelmetalle

An den Finanzmärkten handeln Anleger mit zahlreichen Rohstoffen und Edelmetallen. Zu den wichtigsten Investitionsobjekten dort zählen insbesondere:

  • Gold
  • Platin und Palladium
  • Silber
  • Erdöl
  • Industriemetalle
  • Agrarrohstoffe

Gold: Die größten Goldkäufer sind Notenbanken, ETCs und die Schmuckindustrie. Das Edelmetall ist in vielen Schwellenländern eine beliebte Mitgift. Während der Hochzeitssaison in Indien, dem Land mit der größten Goldschmucknachfrage weltweit, steigt oft der Preis.

Platin und Palladium: Das härteste Edelmetall der Welt gewinnt nicht nur bei Eheringen Marktanteile, denn es hält deutlich länger als Gold. Vor allem Palladium ist aber auch ein Industriemetall, das von der Autoindustrie für Katalysatoren verwendet wird.

Silber: Das Edelmetall wird zwar wie Gold und Platin traditionell in der Schmuckindustrie verwendet, aber der Preis wird stark von der Industrienachfrage bestimmt. Das Edelmetall steckt beispielsweise in jedem Telefon, Auto, Computer und in jeder Solaranlage. Gefördert wird es meist gemeinsam mit Kupfer.

Erdöl: Täglich verbraucht die Welt rund 85 Millionen Barrel Erdöl. Derzeit deckt Öl rund 35 Prozent des weltweiten Energiebedarfs. Wie lange die Vorräte tatsächlich halten, lässt sich aber nur schwer absehen. Zu den wichtigsten Sorten, die an den Börsen gehandelt werden, zählen die europäische Sorte Brent und die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI). Zwischen beiden Sorten kommt es immer wieder zu Preisdifferenzen. Ein Investment in Öl gilt als eine Wette auf eine starke Weltkonjunktur.

Industriemetalle: Auch auf die Preisentwicklung von Nickel, Zink, Aluminium, Blei und Kupfer können Anleger wetten. Vor allem die wirtschaftliche Entwicklung in den Schwellenländen bestimmt ihre Preise, weil je nach konjunktureller Lage die Nachfrage nach Industriemetallen zu- oder abnimmt.

Agrarrohstoffe: Immer mehr Menschen bevölkern den Globus und müssen mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Daher steigt die Nachfrage nach Produkten wie Kaffee, Fleisch oder Getreide durch die stark wachsende Mittelschicht in den Emerging Markets. Experten räumen daher Agrarrohstoffen große Chancen auf hohe Wertzuwächse ein.

Fazit

  • Die Rohstoffbörsen zählen zu den größten Märkten der Welt. Auch Privatanleger können auf Preisbewegungen setzen.
  • Allerdings ist es meist ratsam, Edelmetalle direkt zu kaufen. Auf die Preise anderer Güter spekulieren Anleger mit Finanzprodukten.
  • Terminkontrakte (Mini-Futures) und Fonds auf Minenaktien sind deutlich riskanter als Indexprodukte wie entsprechende Zertifikate oder ETCs.
  • Anleger berücksichtigen jedoch Währungsrisiken und Roll-Effekte.

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