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In Kürze

  • Globale Aktienportfolios bringen auf lange Sicht hohe Renditen.
  • Unternehmen können Stamm- oder Vorzugsaktien herausgeben.
  • Vor dem Aktienkauf müssen Anleger ein Wertpapierdepot eröffnen.
  • Die Risiken von Einzelaktien sind hoch. Wer in verschiedene Branchen und Märkte investiert, reduziert die Gefahr von Schwankungen und Verlusten.
  • Um die Attraktivität von Aktien einzuschätzen, hilft es, die wichtigsten Kennzahlen zu kennen und zu verstehen.
  • Aktionäre sollten die Wertentwicklung und die Entwicklung der Unternehmen, in die sie investiert haben, im Blick behalten und bereit sein, notfalls rasch zu verkaufen.
  • Im Internet finden Anleger professionelle Tools für Aktieninvestoren.
Wer Aktien kauft, wird zum Miteigentümer des jeweiligen Unternehmens.

Wer Aktien kauft, wird zum Miteigentümer des jeweiligen Unternehmens.

Seit Jahren vermelden die Aktienmärkte rund um den Globus einen Rekordstand nach dem nächsten. Trotzdem überwiegt in Deutschland die Skepsis gegenüber den Anteilsscheinen, sodass viele Bundesbürger von Vornherein darauf verzichten, in Aktien zu investieren. Mit dieser irrationalen Angst verschenken Anleger hierzulande die Chance, von der florierenden Weltwirtschaft zu profitieren.

Aktien haben in Deutschland einen schlechten Ruf. Den meisten Menschen bleiben lediglich negative Ereignisse wie das Platzen der Dotcom-Blase Anfang der 2000er und die letzte Weltwirtschaftskrise in Erinnerung. Was hierzulande dabei oft ausgeblendet wird: Keine Anlageklasse liefert auf lange Sicht so hohe Renditen wie Aktien.

Deutlich wird das am Beispiel des wichtigsten deutschen Börsenbarometers, dem DAX: Seit 1959 schafften der Index und seine Vorgänger bis Ende 2017 eine jährliche Durchschnitts-Performance von fast neun Prozent.

Natürlich lässt sich auch auf lange Sicht nicht ausschließen, dass am Ende eines einzelnen Jahres ein Minus steht, aber in 40 von 58 Jahren war das Ergebnis des deutschen Leitindex positiv.

Was ist eine Aktie?

Aktien verbriefen Anteilsrechte an einem Unternehmen, die meist täglich an einer Börse gehandelt werden können. Aktieninhaber sind prinzipiell Miteigentümer des Unternehmens. Bilanztechnisch gelten die Papiere als Eigenkapital. Aktionäre werden daher über die Zahlung einer Dividende am Firmengewinn beteiligt, in Verlustjahren gehen sie aber in der Regel leer aus.

Als Eigentümer des Unternehmens stehen Aktionäre im Pleitefall des Unternehmens hinter den Fremdkapitalgebern. Die Chance, das investierte Geld in einem solchen Fall wiederzubekommen, ist dementsprechend sehr gering. Daher gelten die Papiere allgemein als riskante Anlageform. Auf lange Sicht übertrifft aber die Rendite, die mit einem breit investierten Aktienportfolio erzielt werden kann, die Wertentwicklung der meisten anderen Vermögensanlagen.

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Arten von Aktien

Aktie ist nicht immer gleich Aktie – das sollten Anleger bei der Kaufentscheidung stets berücksichtigen. Viele Unternehmen geben verschiedene Arten von Anteilsscheinen aus. Daher ist es für Anleger wichtig, im Zweifel die relevanten Unterschiede zwischen den Aktiengattungen zu kennen, um so immer die individuell passende Anlageentscheidung treffen zu können.

Stammaktien

Hierbei handelt es sich um die Grundform der Aktie, die dem Aktionär alle Rechte einräumt, die im Aktiengesetz vorgesehen sind:

  • Stimmrecht auf der Hauptversammlung
  • Anrecht auf Dividende
  • Bezugsrecht bei der Ausgabe neuer Aktien
  • Anteil am Liquidationserlös bei Insolvenz
  • Auskunftsrecht gegenüber dem Vorstand

Die meisten Unternehmen entscheiden sich dafür, Stammaktien herauszugeben. Unter den 30 DAX-Unternehmen sind es aktuell 28, die mit dieser Aktiengattung im deutschen Leitindex notiert sind.

Vorzugsaktien

Im Gegensatz zu Stammaktien beinhalten Vorzugsaktien kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung des Unternehmens. Als Ausgleich genießen Vorzugsaktionäre einige Vorteile: In der Regel haben sie Vorrang bei der Gewinnausschüttung und erhalten eine höhere Dividende als normale Aktionäre.

Für Kleinaktionäre, die sich nicht aktiv an Entscheidungen im Unternehmen beteiligen möchten, sind Vorzugsaktien aufgrund der finanziellen Vorteile die ideale Wahl.

Wie entstehen Aktienkurse?

Die Kurse, zu denen Aktien an einer Börse notieren, unterliegen deutlichen Schwankungen. Grundsätzlich entstehen Aktienkurse durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage an den Kapitalmärkten. Diese beiden Parameter können durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden.

Eine wichtige Rolle spielen unternehmensbezogene Nachrichten. Aktiengesellschaften sind dazu verpflichtet, Meldungen zu geschäftsrelevanten Plänen und Entscheidungen zu veröffentlichen. Dazu zählen insbesondere:

  • Kapitalerhöhungen
  • Aktienrückkäufe
  • geplante Übernahmen
  • Wichtige personelle Änderungen
  • Strategieänderungen
  • Großaufträge
  • Bekanntgabe von Bilanzzahlen
  • Gewinneinbrüche

Auch Gerüchte und Spekulationen, die über die Medien verbreitet werden, wirken sich direkt auf die Kursentwicklung aus. Wird in der Presse beispielsweise suggeriert, ein Unternehmen befände sich in finanziellen Schwierigkeiten, führt das schnell dazu, dass tausende von Anlegern ihre Anteile verkaufen und der Aktienkurs einbricht. Gleiches gilt für die Kommentare von Börsenanalysten.

Kursbewegungen entstehen allerdings nicht immer zwingend durch Nachrichten vom oder über das jeweilige Unternehmen. Ebenso wirken sich politische Entscheidungen auf die Aktienmärkte aus. Gesetzesänderungen oder Verbote beeinflussen in vielen Fällen den Handlungsspielraum eines Unternehmens, was sich auch unmittelbar im Aktienkurs niederschlagen kann.

Nicht zu unterschätzen ist auch der Einfluss der Zinspolitik seitens der Zentralbanken. Sind die Zinsen niedrig, so führt dass dazu, dass verzinste Anlagen wie Anleihen, Festgeld oder Sparbriefe für Anleger weniger attraktiv sind. Die Konsequenz: Viele Anleger trennen sich von diesen Anlagen und investieren in Aktien, was die Kurse steigen lässt. Das Gegenteil geschieht, wenn die Zinsen wieder steigen, denn dann werden Zinspapiere wieder lukrativer.

Rechte und Pflichten von Aktionären

Wer Aktien kauft, der wird automatisch zum Miteigentümer des Unternehmens. Mit dieser Stellung entstehen für den Anleger auch Rechte und Pflichten, die es zu beachten gilt:

Aktionärsrechte Aktionärspflichten
Recht auf Teilnahme an der Hauptversammlung der Gesellschaft Treuepflicht gegenüber dem Unternehmen
Recht auf Auskunft gegenüber dem Vorstand Einhaltung festgeschriebener Mindesthaltefristen (Individuelle Entscheidung des Unternehmens)
Recht auf Anfechtung von Beschlüssen auf der Hauptversammlung  
Anspruch auf Beteiligung am Unternehmensgewinn (Dividende)  
Bezugsrecht bei der Ausgabe neuer Aktien  
Anspruch auf Beteiligung am Liquidationserlös bei Auflösung des Unternehmens  

Wichtige Aktienindizes

Alle börsennotierten Unternehmen, egal ob in Deutschland, Europa oder weltweit betrachtet, werden in einer Vielzahl nationaler und länderübergreifender Indizes zusammengefasst. Damit soll komprimiert dargestellt werden, wie sich der jeweils betrachtete Markt entwickelt.

Deutschland

Der deutsche Aktienindex DAX spiegelt seit seiner Einführung im Jahr 1988 die Wertentwicklung der 30 Aktien wider, die an der Frankfurter Börse das höchste Marktgewicht haben. Dazu zählen viele internationale Schwergewichte wie Adidas, Bayer oder Volkswagen. Werte aus diesem Börsensegment werden auch als “Blue Chips” oder “Large Caps” bezeichnet.

Mittelgroße Unternehmen – genauer gesagt, die 50 Unternehmen, die ihrer Größe nach auf die Dax-Werte folgen – werden im MDAX gelistet. Dort finden sich zwar auch einige durchaus international bekannte Namen wie Airbus oder Hugo Boss, allerdings sind die meisten Unternehmen überwiegend in Deutschland tätig. Die MDAX-Werte werden auch als “Mid Caps” bezeichnet.

Das kleinste Mitglied der DAX-Familie ist der SDAX. Er umfasst die 50 Werte, die nach ihrer Größe auf die MDAX-Werte folgen. Zu diesen Werten, den sogenannten “Small Caps”, zählen beispielsweise der Sportartikelhersteller Puma und die Baumarktkette Hornbach.

Eine Besonderheit in der deutschen Börsenlandschaft: Mit dem TecDAX, der 2003 eingeführt wurde, gibt es einen Index, in dem ausschließlich Unternehmen aus der Technologiebranche geführt werden. Zu den 30 gelisteten Werten gehören unter anderem das Telekommunikation-Unternehmen Freenet und das soziale Netzwerk Xing.

Der größte Handelsplatz in Deutschland befindet sich in Frankfurt am Main.

Der größte Handelsplatz in Deutschland befindet sich in Frankfurt am Main.

Europa

Auf europäischer Ebene können Anleger zwischen länderübergreifenden Indizes und verschiedensten nationalen Indizes wählen.

Das bekannteste europäische Börsenbarometer ist der Euro Stoxx 50. Eingeführt im Jahr 1998, beinhaltet er die 50 größten börsennotierten Unternehmen der Euro-Zone. Dominiert wird der Index von deutschen und französischen Werten. Die beiden größten Volkswirtschaften in Europa stellen zusammen 33 der 50 Werte.

Die wichtigsten nationalen Börsenindizes in Europa sind:

  • CAC 40 (Frankreich)
  • FTSE 100 (Großbritannien)
  • IBEX 35 (Spanien)
  • FTSE MIB (Italien)
  • SMI (Schweiz)

Weltweit

Auch außerhalb von Europa gibt es zahlreiche Indizes, die Anleger kennen sollten. Bei den nationalen Indizes spielen die USA als größte Volkswirtschaft der Welt natürlich auch eine tragende Rolle: Mit dem Dow Jones, der die 30 wichtigsten US-Titel führt und dem S&P 500 finden sich hier gleich zwei Indizes von Weltrang. Auch Asien hat mit dem Nikkei 225 (Japan) und dem Shanghai Composite (China) zwei international relevante Börsenbarometer zu bieten.

Unter den Indizes, die das globale Börsengeschehen abbilden, ist der MSCI World der bei weitem bekannteste. Er bildet 1.600 Unternehmen aus 23 (Industrie-)Ländern rund um den Globus ab. Allerdings machen amerikanische Werte nahezu 60 Prozent der Positionen aus. Als repräsentativ für die Lage der Weltkonjunktur kann der MSCI World daher nicht betrachtet werden.

Weitere relevante weltweite Indizes sind:

1. MSCI Emerging Markets: Dieser Index spiegelt als Pendant zum MSCI World die Entwicklung von rund 830 Werten in den Schwellenländern wider. Dominant sind hier insbesondere China und Südkorea mit einem Anteil von 25 bzw. 15 Prozent am Gesamtindex.

2. S&P Global 1200: Wie der Name schon vermuten lässt, beinhaltet dieser Index die 1.200 größten börsennotierten Unternehmen weltweit. Zusammengenommen stehen diese Werte für 70 Prozent des globalen Kapitalmarkts.

Hand mit Stapel aus Euro-Münzen

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Vor dem Aktienkauf: Depot einrichten

Wer Aktionär werden will, benötigt zunächst ein Wertpapierdepot. Dieses können Sie bei einer Bank eröffnen. Die Kosten für ein Wertpapierdepot bei einer Großbank sind oft erheblich höher als bei einer Direktbank im Internet, wo Selbstentscheider ihre Papiere verwalten.

Es lohnt sich aber, die Angebote der Direktbroker zu vergleichen, denn die Gebühren sind unterschiedlich hoch. Bei Vergleichen wird in der Regel zwischen Aktionären unterschieden, die selten, gelegentlich oder oft Papiere handeln. Zudem gibt es Unterschiede, wenn Anleger neben Aktien auch Fondsanteile oder Anleihen zu attraktiven Konditionen handeln wollen. Wer eher kleinere Summen investiert und mit maximal zehn Transaktionen pro Jahr rechnet, sollte vor allem auf die Höhe der Depotkosten achten.

moneymeets Tipp: Wer sein Depot bei einer der moneymeets-Partnerbanken eröffnet, der profitiert von exklusiven Sonderkonditionen beim Wertpapierhandel.

Kapitalmaßnahmen

Wann immer ein Unternehmen neue Aktien herausgibt oder Aktien am Markt zurückkauft, wird das im Allgemeinen als Kapitalmaßnahme bezeichnet. Jeder Aktionär erhält im Vorfeld ein Formular von seiner Bank, in dem er angeben kann, ob er an der Kapitalmaßnahme teilnehmen möchte oder nicht.

Kapitalerhöhung

Bei einer ordentlichen Kapitalerhöhung gibt das Unternehmen neue Aktien heraus, um so frisches Geld von Anlegern sammeln zu können. Bevor die Aktien jedoch frei am Markt gehandelt werden können, müssen zunächst alle Aktionäre entscheiden, ob sie entsprechend ihres bisherigen Anteils am Unternehmen neue Aktien kaufen wollen. Wer also beispielsweise als Großaktionär fünf Prozent aller Anteile besitzt, der erhält ein Bezugsrecht für fünf Prozent der neuen Papiere und kann diese innerhalb einer festgelegten Frist kaufen.

Ein Sonderfall ist hier die Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln. Das Unternehmen gibt dabei zwar auch neue Aktien heraus, sammelt aber kein Geld von Außen ein. Stattdessen findet eine rein bilanzielle Umschichtung von den Rücklagen des Unternehmens in das Aktienkapital (Grundkapital) statt. Da kein neues Kapital eingesammelt wird, erhalten die Aktionäre die neuen Anteile ohne dafür zahlen zu müssen, daher sind sie im Volksmund auch als Gratisaktien bekannt. Nach einer solchen Kapitalerhöhung sinkt der Aktienkurs, da sich das Grundkapital des Unternehmens nun auf mehr Aktien verteilt. Schlussendlich haben alle Aktionäre dadurch einen genauso hohen Anteil an der Gesellschaft wie vorher.

Kapitalherabsetzung

Eine Kapitalherabsetzung ist das Gegenstück zur Kapitalerhöhung. Das Unternehmen kauft eigene Aktien am Markt zurück. Das führt dazu, dass das Grundkapital sinkt. Die Gründe für diese Maßnahme können vielfältig sein: Sie kann beispielsweise als Teil einer Unternehmenssanierung durchgeführt werden oder um Anlegern Geld zurückzuzahlen, das im Unternehmen nicht mehr profitabel verwendet werden kann.

Aktiensplit

Wenn die Aktienkurse eines Unternehmens zu hoch sind, schreckt das viele potentielle Aktionäre ab, Anteile zu erwerben. Um dieses Problem zu beseitigen, können Aktiengesellschaften einen Aktiensplit durchführen. Das Kapital ändert sich dabei nicht, es erhöht sich lediglich die Anzahl der Aktien. Wenn das Unternehmen beispielsweise für eine alte Aktie zwei neue herausgibt, so halbiert sich dadurch der Aktienkurs. Da sich aber gleichzeitig auch die Anzahl der Aktien, die jeder Aktionär besitzt, verdoppelt, erleidet niemand einen Verlust.

Aktienzusammenlegung

Ein sehr niedriger Aktienkurs kann bei Anlegern schnell den Eindruck erwecken, dass es dem Unternehmen schlecht geht, selbst wenn es dafür keine anderen Anhaltspunkte gibt. Dadurch, dass mehrere Aktien zu einer zusammengelegt werden, steigt der Aktienkurs entsprechend. Wenn aus zwei alten Anteilsscheinen eine neue Aktie wird, führt das dazu, dass sich der Börsenkurs des Unternehmens verdoppelt.

Die wichtigsten Kennzahlen zur Aktienanalyse

Wer Aktien auswählt, muss ins Detail gehen. Geschäftsberichte sind auf der Website der Unternehmen leicht abrufbar. Schneller stufen Kenner die Aktie mittels Kennzahlenanalyse ein. Diese sogenannten Bilanzkennzahlen lassen sich zu vielen Unternehmen bequem über Internetseiten wie Finanzen.net oder onvista.de finden.

1. Dividendenrendite: Aus ihren Gewinnen schütten Unternehmen alljährlich Dividenden an ihre Aktionäre aus. Wie viel genau wird jährlich vom Vorstand des jeweiligen Unternehmens vorgeschlagen und auf der Hauptversammlung von den stimmberechtigten Aktionären beschlossen. Die Zahlung erfolgt in der Regel einen Tag später, die Folge ist meist ein kleiner Knick beim Börsenkurs. Die Dividendenrendite errechnet sich aus dem ausbezahlten Gewinn pro Aktie gemessen am Börsenkurs. Veröffentlicht wird in der Regel eine Größe, die auf den Kurs am Tag der Auszahlung bezogen wird. 2016 lag die durchschnittliche Dividendenrendite der Dax-Werte bei etwa drei Prozent und überstieg damit die Verzinsung zehnjähriger Bundesanleihen bei Weitem. Titel mit hohen Ausschüttungen sind beliebt, weil die Erträge Verluste im Depot in schlechten Zeiten abfedern. Dividendenorientierte Aktienstrategen versuchen aber, vor allem langfristig gute Dividendenzahler auszumachen.

2. Kurs-Gewinn-Verhältnis: Diese Kennzahl hilft zu beurteilen, ob eine Aktie günstig oder hoch bewertet ist. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV, stellt den aktuellen Börsenkurs ins Verhältnis zum Unternehmensergebnis je Aktie. Je kleiner diese Kennziffer ausfällt, desto besser. Doch sollten Anleger genau hinschauen, ob bei der Berechnung der Gewinn des abgelaufenen Jahres einfließt oder der erwartete Gewinn für das nächste Jahr. Als der bessere Maßstab gilt der erwartete Gewinn, da dieser mehr über die Zukunftsaussichten verrät. In guten Börsenphasen sind die Gewinnerwartungen allerdings häufig übertrieben, dafür fallen sie in schlechten Zeiten oft zu niedrig aus. Anleger vergleichen daher auch, ob ein Unternehmen über viele Jahre profitabel gearbeitet hat.

3. Kurs-Buchwert: Eine weitere wichtige Größe, um zu erkennen, ob ein Unternehmen an der Börse günstig bewertet wird oder nicht, ist das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV). Dabei werden die Vermögenswerte eines Unternehmens in Relation zum aktuellen Aktienkurs gesetzt. Die grobe Regel lautet: Je niedriger das KBV, desto günstiger ist die Bewertung und desto größer sind die Chancen für Anleger.

4. Liquidität: Unternehmen mit hohen kurzfristigen Schulden und wenig Kassenbestand können schnell in Schwierigkeiten geraten. Ein gutes Verhältnis von Cash und kurzfristigen Verbindlichkeiten ist deshalb wichtig. Je nach Branche variieren die Anforderungen. In jedem Fall gilt: Je höher die Liquidität, desto besser.

5. Cash-Flow: Der Cash-Flow oder die Ertragskraft eines Unternehmens bemisst sich aus dem Saldo aus Mittelzufluss und Mittelabfluss. Im Verhältnis zum Aktienkurs zeigt der Cash-Flow an, mit welchem Faktor die Aktien eines Unternehmens an der Börse bewertet sind. Ein niedriges Kurs-Cash-Flow-Verhältnis (KCV) deutet darauf hin, dass der Kurs im Vergleich zur Ertragskraft günstig erscheint.

6. Volatilität: Die Volatilität zeigt, wie stark der Kurs in einem bestimmten Zeitraum durchschnittlich um die erwartete Rendite schwankt. Je größer die Kursschwankung, desto größer ist die Volatilität und damit auch das Risiko.

Fazit

  • Aktien bringen langfristig gesehen hohe Renditen.
  • Es wird zwischen Stamm- und Vorzugsaktien unterschieden.
  • Aktionäre haben gesetzlich festgelegte Rechte und Pflichten.
  • Aktien werden nach verschiedenen Kriterien in Indizes zusammengefasst.
  • Um Aktien kaufen und verwahren zu können, ist ein Wertpapierdepot notwendig.
  • Die Risiken bei Investments in Einzeltitel sind hoch. Zudem gilt es, die Werte ständig zu beobachten.
  • Wer in eine Vielzahl von Aktien verschiedener Branchen und Regionen investiert, reduziert das Risiko (Diversifizierung).
  • Kennzahlen helfen, die Qualität und die Bewertung von Aktien zu beurteilen.

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