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In Kürze

  • Wer geerbt, eine Abfindung erhalten oder gespart hat und eine größere Summe verrenten lassen will, hat verschiedene Möglichkeiten:
    1. Sofortrente: Eine Sofortrente ist eine Versicherung, die lebenslange Zahlungen garantiert. Die Verzinsung ist derzeit allerdings sehr niedrig. Zudem hat die Sofortrente Nachteile, wenn Versicherungsnehmer früh versterben.
    1. Bankauszahlplan: Bei einem Bankauszahlplan können sich Sparer für einen vereinbarten Zeitraum eine bestimmte Summe auszahlen lassen. Eine Garantie für lebenslange Leistungen gibt es nicht. Kreditinstitute bieten zudem kaum nennenswerte Zinsen.
    1. Fondsauszahlplan: Bei einem Fondsauszahlplan kann das vorhandene Guthaben weiterhin solide Renditen erzielen und das Geld ist jederzeit verfügbar. Eine lebenslange Rente ist aber nicht garantiert.
  • Optimal sind oft Kombinationen aus Sofortrente und Auszahlplan.
Mit einer Sofortrente können sich Ruheständler ein regelmäßiges Zusatzeinkommen verschaffen.

Mit einer Sofortrente können sich Ruheständler ein regelmäßiges Zusatzeinkommen verschaffen.

Die gesetzliche Rente alleine reicht in den meisten Fällen nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard im Alter aufrechtzuerhalten. Private Vorsorge spielt daher eine wichtige Rolle bei der Ruhestandsplanung. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, während des Arbeitslebens vorzusorgen. Beim Renteneintritt stellt sich dann die Frage, wie sich das angesparte Geld am besten verrenten lässt.

Egal, ob Erbe, Lebensversicherung oder Fondssparplan – wer dauerhaft von seinem angesparten Kapital leben möchte, braucht einen vernünftigen Auszahlplan. Das Geld frei verfügbar auf dem Tagesgeldkonto liegen zu lassen, ist keine Alternative. Auf diese Weise verliert es durch die Inflation schnell an Wert. Außerdem lassen sich Ruheständler so die Chance auf Zusatzeinnahmen in Form höherer Renditen entgehen.

Sowohl Banken als auch Versicherungen bieten ihren Kunden verschiedene Arten von Auszahlplänen oder Sofortrenten an. Welche Variante sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Etwa von der Höhe der Rentenlücke, die es auszugleichen gilt, oder von der gewünschten Flexibilität bei den Auszahlungen.

Zusatzeinkommen durch Auszahlpläne oder Sofortrente

Mit einem Auszahlplan oder einer Sofortrente lässt sich nicht nur eine zusätzliche Rente erzielen. Beide eignen sich auch als Vorsorge für eventuelle finanzielle Engpässe in der Zukunft oder um Familienangehörigen unter die Arme zu greifen.

Es gibt im Wesentlichen drei unterschiedliche Varianten, um einen Einmalbetrag in regelmäßige Zahlungen umzuwandeln:

Die Sofortrente

Eine Sofortrente ist eine Versicherung, die gegen die Zahlung eines Einmalbetrags eine monatliche Rente bis zum Lebensende garantiert. Dieser Vorteil ist gleichzeitig auch der größte Nachteil der Sofortrente, denn die Versicherer kalkulieren sehr vorsichtig mit einer hohen Lebenserwartung. Deswegen fallen die monatlichen Zahlungen vergleichsweise gering aus.

Beispiel: Wer 100.000 Euro in eine Sofortrente investiert, kann mit ungefähr 330 Euro im Monat rechnen, wenn kein Todesfallschutz integriert ist. In dieser Konstellation ist eine lebenslange Rente zwar garantiert, aber es dauert 25,5 Jahre, bis der Versicherte die ursprüngliche Einzahlung zurückerhalten hat. Zur monatlichen Auszahlung kommt eine Überschussbeteiligung hinzu. Auf diese sollten sich Versicherte jedoch nicht verlassen, denn sie ist nicht garantiert. Sie ist von verschiedenen Faktoren abhängig: Vom Anlageergebnis der Versicherung, von Kosteneinsparungen und von sogenannten Risikogewinnen. Letztere resultieren daraus, dass einige Versicherte früher sterben als ursprünglich kalkuliert. Das so eingesparte Kapital müssen die Versicherer mindestens zu drei Vierteln an ihre noch lebenden Kunden weitergeben. Mit regelmäßigen Überschussbeteiligungen in ähnlicher Höhe wie in der Vergangenheit erhält der Versicherte den eingezahlten Betrag nach ungefähr 20 Jahren zurück.

Sinnvoll ist zudem die Wahl einer dynamischen Sofortrente. Diese Variante startet mit einer vergleichsweise geringen Auszahlung, die aber im Laufe der Zeit steigt. Eine konstante Rente hingegen verliert durch die Inflation schnell an Wert.

Es lässt sich zudem wie auch bei anderen Versicherungen ein Hinterbliebenenschutz vereinbaren, der aber zusätzlich kostet. Andernfalls fließt jedoch keine Rente mehr, sollte der Versicherte früh sterben.

Steuerlich gesehen haben Sofortrenten einen Vorteil: Nur der Ertragsanteil der Rente zählt zum steuerpflichtigen Einkommen. Und da der persönliche Steuersatz im Alter meist niedriger ist als während des Erwerbslebens, fällt auch die Steuerlast geringer aus.

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Der Bankauszahlplan

Bankauszahlpläne sind eine sehr simple Anlageform. Die Bank überweist regelmäßig einen festgelegten Betrag aus der eingezahlten Summe, bis das Kapital verbraucht ist. Auf das jeweils noch vorhandene Vermögen bezahlen Kreditinstitute entweder einen festen oder variablen Zinssatz.

Das Geld, das in einem Bankauszahlplan steckt, ist sicher angelegt und unterliegt keinen Wertschwankungen, wie es beispielsweise bei Aktienfonds der Fall ist. Die Produkte sind jedoch meist sehr unflexibel. Ähnlich wie Festgeldkonten werden Bankauszahlpläne über einen festgelegten Zeitraum abgeschlossen und sind oft nur mit Verlust kündbar. Auch die Höhe der Auszahlraten lässt sich nachträglich nur schwer verändern.

Bankauszahlpläne haben zudem das gleiche Problem wie Sofortrenten: Die Verzinsung ist derzeit gering. Oft sind sogar Tagesgeldkonten, bei denen Anleger täglich auf ihr Vermögen zugreifen können, besser verzinst. Es lohnt sich also in vielen Fällen eher, einen Dauerauftrag einzurichten und sich so einen eigenen Auszahlplan zu erstellen.

Der Fondsauszahlplan

Fondsauszahlpläne ähneln grundsätzlich Bankauszahlplänen. Das Geld fließt allerdings in einen oder mehrere Fonds, die sich der Kunde aussuchen kann. Anleger können jederzeit die Zahlungen anpassen, größere Beträge abheben oder den Auszahlplan bei Bedarf kündigen. Fondsauszahlpläne sind somit deutlich flexibler als Bankauszahlpläne oder Sofortrenten.

Bei einem Auszahlplan kann sich der Großteil des Vermögens oft noch über Jahrzehnte verzinsen. Daher lohnt es sich, das angesparte Kapital weiter an den Finanzmärkten arbeiten zu lassen. Dennoch sollten Anleger mit renditenstarken Aktienfonds in dieser Phase vorsichtig sein, denn diese Produkte unterliegen hohen Schwankungen. Kalkulierbarer bleiben die Auszahlungen bei schwankungsarmen Mischfonds mit maximal 30 Prozent Aktienanteil, mit konservativen Rentenfonds oder mit Absolute-Return-Fonds.

Da im Laufe der Zeit immer weniger Geld im Fonds steckt, wird die Gesamtrendite maßgeblich vom Auf und Ab der Börsen in den ersten Jahren bestimmt, da sich zu dieser Zeit das meiste Kapital im Auszahlplan befindet.

Grundsätzlich können Kunden bei einem Auszahlplan die Auszahlungen nach ihren Vorstellungen gestalten:

  1. Kapitalverzehr: Der Anlagebetrag inklusive Zinsen wird in einem festgeschriebenen Zeitraum restlos aufgebraucht. Das Anfangskapital wird in diesem Fall durch die gewünschte Laufzeit in Monaten geteilt. Beispielsweise ergibt sich bei einer Anfangssumme von 50.000 Euro und einer Laufzeit von 20 Jahren (240 Monate) sich ein monatlicher Betrag von ca. 208 Euro. Werden die Ersparnisse nun zinsbringend angelegt, nimmt das Kapital im weiteren Verlauf sogar zu. Bei einer durchschnittlichen Verzinsung von vier Prozent und der ursprünglichen monatlichen Auszahlung von 208 Euro reicht das Kapital für etwa vierzig Jahre. Bei drei Prozent sind es immerhin noch 30 Jahre.
  2. Teilverzehr: Hier können können Anleger bestimmen, dass ein Teil des Anlagebetrages erhalten bleiben soll.
  3. Zinsverzehr: Hier bleibt der eingezahlte Betrag vollständig erhalten, der Anleger profitiert nur von den ausgezahlten Zinsen.

In der Praxis ist es empfehlenswert, den Auszahlplan regelmäßig zu kontrollieren: Sind die Börsen gut gelaufen, können sich Anleger auch mal eine höhere Auszahlung genehmigen. War die Entwicklung schlecht, sollten sie den Betrag gegebenenfalls reduzieren.

Höhe der Sofortrente individuell bestimmen

Wie hoch die zusätzliche Rente ausfallen sollte, hängt vor allem von einem Faktor ab: Der Differenz zwischen dem Finanzbedarf im Rentenalter und dem dann verfügbaren Einkommen – auch als Rentenlücke bekannt. Es empfiehlt sich, im Vorfeld zu berechnen, welcher Betrag monatlich notwendig ist, um selbige auszugleichen. Bei einer individuellen Kalkulation helfen Auszahlplan-Rechner wie etwa auf der Webseite der Wirtschaftswoche.

Bei Laufzeit Lebenserwartung berücksichtigen

Die Frage nach der optimalen Laufzeit einer Sofortrente oder eines Auszahlplans lässt sich nicht pauschal beantworten. Da die Lebensumstände und der Gesundheitszustand Faktoren sind, die individuell stark variieren, lässt sich allenfalls die durchschnittliche Lebenserwartung als Orientierungsgröße heranziehen. Laut dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung liegt sie für Bundesbürger, die 2018 das 65. Lebensjahr vollenden, bei etwa 84 Jahren. Wer in naher Zukunft in Rente geht, sollte also sicherstellen, dass das angesparte Geld mindestens 20 Jahre ausreicht.

Die optimale Lösung ist oft ein Mix

Es gibt keine Universallösung zur Aufbesserung der eigenen Rente. Wer lebenslang garantierte Auszahlungen bevorzugt, ist mit einer Sofortrente am besten beraten. Fonsdsauszahlpläne hingegen bieten eine deutlich höhere Flexibilität und locken mit attraktiven Renditen. Ruheständler müssen sich aber nicht unbedingt auf eine Form der Vorsorge festlegen: Auch eine Kombination aus einer Sofortrente und einem Fondsauszahlplan kann durchaus sinnvoll sein.

Beispiel: Wie im ersten Beispiel steht ein Betrag von 100.000 Euro für die Zweitrente zur Verfügung. Davon fließen 30.000 Euro in eine Sofortrente. Diese soll allerdings nicht sofort, sondern erst mit Vollendung des 85. Lebensjahres ausgezahlt werden. Wer heute 65 Jahre alt ist, erhält ab dann etwa 240 Euro monatlich von seiner Versicherung. Der restlichen 70.000 Euro fließen in einen Fondsauszahlplan, der über 30 Jahre läuft. Am besten eignen sich dabei defensive Mischfonds. Die Durchschnitts-Performance solcher Produkte lag laut deutschem Fondsverband BVI in den vergangenen 30 Jahren bei etwa fünf Prozent jährlich. In den vergangenen zehn Jahren waren es im Mittel 3,5 Prozent (Stand: 30.09.2018). Vorsichtige kalkulieren daher mit etwa drei Prozent pro Jahr. Bei einer Rendite dieser Größenordnung können Anleger mit 300 bis 330 Euro monatlich rechnen und blieben gleichzeitig finanziell flexibler als bei einer Sofortrente. Zudem haben sie die Sicherheit, dass ihnen ab 85 Jahren eine garantierte Zusatzrente von 240 Euro monatlich bleibt.

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