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In Kürze

  • Die Rürup-Rente wurde für Selbstständige und Freiberufler konzipiert, da diese häufig nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.
  • Einzahlungen von maximal 23.712 Euro jährlich werden steuerlich begünstigt. Davon können Sparer bis zu 20.392 Euro als Sonderausgaben geltend machen. 2019 steigt der geförderte Betrag auf 24.305 Euro, von denen der Fiskus 21.388 Euro als Sonderausgaben anerkennt.
  • Die Einkünfte aus der Rürup-Rente sind im Alter zu versteuern.
  • Viele Produkte bieten die Möglichkeit, die Einzahlungen flexibel zu erhöhen oder zu senken. Das kommt Selbstständigen mit schwankendem Einkommen entgegen.
  • Die Rürup-Rente gibt es als fondsgebundene Rentenversicherung, als Fondssparplan oder als klassische kapitalgebundene Rentenversicherung. Wer kurz vor dem Renteneintritt steht, hat zudem die Möglichkeit, eine Rürup-Sofortrente abzuschließen.
Die Rürup-Rente ist vor allem für Selbstständige und Freiberufler sinnvoll.

Die Rürup-Rente ist vor allem für Selbstständige und Freiberufler sinnvoll.

Die Rürup-Rente ist eine steuerlich begünstigte Form der privaten Altersvorsorge. Sie eignet sich vor allem für Selbstständige und Freiberufler, aber auch für gut verdienende Arbeitnehmer. Der Staat gewährt Rürup-Sparern steuerliche Vorteile. Zur Auswahl stehen klassische Kapitallebensversicherungen, Fonds-Policen, Fondssparpläne und Sofortrenten.

2005 wurde die Rürup-Rente als Bestandteil des Drei-Säulen-Modells der Altersvorsorge eingeführt. Benannt ist sie nach dem Ökonomen Hans-Adalbert („Bert“) Rürup. Dieser war maßgeblich an der Reform des gesetzlichen Sozialversicherungssystems beteiligt, die die rot-grüne Bundesregierung unter dem damaligen Kanzler Gerhard Schröder beschlossen hatte.

Wie funktioniert die Rürup-Rente?

Die Rürup-Rente (auch bekannt als Basisrente) soll vor allem Selbstständigen und Freiberuflern den Aufbau einer Altersvorsorge ermöglichen, da diese häufig nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Arbeitnehmer können die Rürup-Rente zudem als Ergänzung ihrer Altersvorsorge nutzen.

In der Ansparphase der Rürup-Rente zahlen Sparer – ähnlich wie gesetzlich Rentenversicherte – regelmäßig Beiträge, um Rentenansprüche zu erwerben. Dabei profitieren sie von staatlichen Förderungen. Anders als etwa bei der Riester-Rente handelt es sich dabei jedoch nicht um direkte Zulagen. Stattdessen sind die Beiträge als Sonderausgaben absetzbar. Steuern fallen erst in der Auszahlphase an.

Im Gegenzug müssen Rürup-Sparer allerdings einige Einschränkungen in Kauf nehmen. Das angesparte Kapital darf weder verkauft noch beliehen oder vererbt werden. Im Alter ist es zudem nicht möglich, sich das Kapital in einer Summe auszahlen zu lassen. Bei Rürup-Verträgen wird immer eine lebenslange Rente gezahlt. Verstirbt der Versicherte, haben Angehörige grundsätzlich keinen Leistungsanspruch. Eine Hinterbliebenenversorgung ist nur über eine Zusatzvereinbarung möglich, die die Altersrente entsprechend mindert.

Den Beginn der Rentenzahlungen können Rürup-Sparer selbst festlegen. Dabei gelten jedoch gewisse Altersgrenzen: Die Rente darf frühestens mit dem Erreichen des Mindestrentenalters von 62 Jahren ausgezahlt werden, spätestens aber ab der Vollendung des 83. Lebensjahres.

Steuervorteile locken

Der Staat gewährt jedem, der mit einem Rürup-Vertrag vorsorgt steuerliche Vorteile: Sparer können die gezahlten Beiträge als Sonderausgaben in ihrer Steuererklärung ansetzen, wodurch das zu versteuernde Einkommen sinkt. Maximal gefördert werden derzeit Beiträge von bis zu 23.712 Euro pro Jahr. Davon berücksichtigt das Finanzamt 86 Prozent als Sonderausgaben – also bis zu 20.392 Euro. 2019 erhöht sich der absetzbare Betrag auf 24.305 Euro. Davon gelten 88 Prozent (21.388 Euro) als Sonderausgaben. Ab 2025 sollen die gezahlten Beiträge in voller Höhe berücksichtigt werden.

Die Leistungen werden im Rentenalter besteuert. Der Vorteil beim Prinzip der nachgelagerten Besteuerung ist, dass der persönliche Steuersatz im Alter in der Regel niedriger ist als während des Berufslebens. Wie hoch Anteil der Rente ist, den es zu versteuern gilt, hängt vom Jahr des Renteneintritts ab. Derzeit sind 76 Prozent der Basisrente steuerpflichtig. Bis 2040 steigt der zu versteuernde Anteil jährlich:

Zu versteuernder Anteil der Rente nach Jahr

Jahr zu versteuernder Anteil der Rente (in %)
2018 76
2019 78
2020 80
2021 81
2022 82
2025 85
2030 90
2035 95
2040 100
Frau schmeißt Münze in Sparschwein

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Formen der Rürup-Rente

Sparer haben ähnlich wie bei der Riester-Rente die Wahl zwischen verschiedenen Anlageprodukten. Welches Produkt für welchen Sparer geeignet ist, hängt insbesondere von der persönlichen Risikoeinstellung ab.

Kapitalgebundene Rürup-Rentenversicherung

Diese Variante ist vor allem für konservative Sparer sinnvoll. Die Versicherer investieren die Beiträge ihrer Kunden sicherheitsorientiert und bieten über die gesamte Laufzeit einen festen Garantiezins. Dieser liegt aktuell bei 0,9 Prozent pro Jahr. Darüber hinaus können – sofern der Versicherer bei der Geldanlage erfolgreich war – jährliche Überschusszahlungen fließen. Diese sind aber nicht garantiert und daher schwer kalkulierbar.

Das Problem bei Neuabschlüssen solcher Rentenversicherungen ist, dass sie in den meisten Fällen nicht einmal die Inflation ausgleichen und Anleger real gesehen mit Verlusten rechnen müssen. Es verzinst sich zudem nur der Sparanteil der Beiträge. Dieser liegt je nach Vertrag bei 75 bis 85 Prozent.

Ein wichtiger Vorteil besteht jedoch darin, dass Sparer aufgrund der festen Mindestverzinsung ziemlich genau kalkulieren können, wie hoch ihre spätere Rente ausfallen wird.

Fondsgebundene Rürup-Rentenversicherung

Bei einer fondsgebundenen Rentenversicherung (Fondspolice) investieren Versicherer das Geld ihrer Kunden in Investmentfonds. Dadurch sind die Ertragschancen höher als bei klassischen Rentenversicherungen. Wie hoch die spätere Rente ausfällt, lässt sich allerdings nur schwer prognostizieren, da sie zum Großteil von der Wertentwicklung der gewählten Fonds abhängig ist.

Die Versicherer unterscheiden zwischen Verträgen mit und ohne Beitragsgarantie. Wer sich den Erhalt der eingezahlten Beiträge garantieren lässt, muss allerdings Abstriche bei der Rendite machen.

Rürup-Fondssparplan

Rürup-Fondssparpläne kommen in der Ansparphase völlig ohne Versicherungskonzept aus. Im Vordergrund steht hier das reine Investment in Fonds. Erst zu Beginn der Rentenphase werden die Ersparnisse in eine Rentenversicherung übertragen. Daher sind Fondssparpläne meist günstiger als fondsgebundene Rentenversicherungen.

Die Renditechancen sind dadurch zwar deutlich höher als bei anderen Rürup-Produkten, allerdings entfällt der feste Garantiezins. Fondssparpläne eignen sich deswegen vor allem für junge Sparer, die zwischenzeitliche Turbulenzen an den Finanzmärkten einfacher aussitzen können. Wie auch bei fondsgebundenen Rentenversicherungen können vorsichtige Sparer zudem eine Beitragsgarantie vereinbaren.

Rürup-Sofortrente

Eine Rürup-Sofortrente eignet sich vor allem für Menschen im rentennahen Alter. Sie ermöglicht es Versicherten, angesparte Rücklagen oder fällige Lebensversicherungen steuergünstig zu verrenten. Wie bei einer herkömmlichen Sofortrente garantiert der Versicherer gegen eine einmalige Einzahlung eine lebenslange monatliche Rente.

Fazit

  • Das Finanzamt erkennt die Beiträge zur Rürup-Rente als Sonderausgaben an. Sparer können derzeit Beiträge von bis zu 23.712 Euro geltend machen. Davon wirken 20.392 Euro steuermindernd. 2019 steigt der geförderte Betrag auf 24.305 Euro. Davon gelten 21.388 Euro als Sonderausgaben.
  • Der Mindestbeitrag zur Basisrente ist je nach Anbieter unterschiedlich.
  • Rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer müssen den steuerlich absetzbaren Beitrag um den steuerfreien Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung kürzen.
  • Für Beamte, die nicht rentenversicherungspflichtig sind, gilt: Der Höchstbetrag von 23.712 beziehungsweise 47.424 Euro ist um den Gesamtbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung zu kürzen, der bei dem jeweiligen Gehalt zu zahlen wäre. Der allgemeine Beitragssatz liegt aktuell bei 18,6 Prozent.
  • Der zu versteuernde Anteil der Rürup-Rente steigt bis 2040 jährlich an. Maßgeblich für die Höhe der Besteuerung ist dabei immer das Jahr des Renteneintritts. 2018 sind 76 Prozent der Zahlungen steuerpflichtig, ab 2040 werden es 100 Prozent sein.
  • Die Höhe der Rente hängt auch vom Anlageerfolg des Versicherers ab. Abschluss- und Verwaltungskosten schmälern die Rendite.

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