Wissen > > Banksparplan

In Kürze

  • Banksparpläne sind eine einfache und kostengünstige Sparform, die als sehr sicher gilt.
  • Sparer können sich zwischen festen, variablen und gestaffelten Zinsen entscheiden.
  • Der Einstieg ist ab monatlichen Raten von 25 bis 50 Euro möglich.
  • Die Zinsspanne bei Laufzeiten von 20 Jahren reicht aktuell (August 2018) je nach Vertrag von weniger als 0,1 bis etwa 2,2 Prozent, zeigt ein Vergleich von moneymeets.
  • Die Zinsen gleichen derzeit den Kaufkraftverlust durch die Inflation in den allermeisten Fällen nicht aus. Anleger verlieren also real gesehen Geld.
  • Trotz Niedrigzisen können Banksparpläne für ältere Riester-Sparer interessant sein.
Ein Banksparplan verspricht derzeit zwar keine große Rendite, ist dafür aber eine sichere Geldanlage.

Ein Banksparplan verspricht derzeit zwar keine große Rendite, ist dafür aber eine sichere Geldanlage.

Bei der Altersvorsorge legen die Deutschen traditionell viel Wert auf Sicherheit. Mit einem Banksparplan können Sparer regelmäßig Geld zurücklegen, ohne sich Gedanken über zwischenzeitliche Verluste machen zu müssen. Die europäische Einlagensicherung bietet zusätzlichen Schutz. Ein Wermutstropfen sind allerdings die niedrigen Zinsen solcher Produkte.

Seit der rot-grünen Rentenreform von 2001 ist das gesetzliche Rentenniveau von 52,6 auf mittlerweile 48,1 Prozent gefallen. Zwar einigte sich die große Koalition unter Bundeskanzlerin Merkel jüngst darauf, das Rentenniveau auf mindestens 48 Prozent festzuschreiben, allerdings nur bis 2025. Mit der Frage, wie es danach weitergehen soll, beschäftigt sich derzeit eine von der Bundesregierung einberufene Rentenkommission. Experten zufolge ist das Rentenniveau aber selbst mit deutlich höheren Beiträgen kaum zu halten.

Angesichts der angespannten Rentensituation wird es immer wichtiger, privat für den Ruhestand vorzusorgen. Für Sparer, denen Fondssparpläne zu risikoreich und klassische Rentenversicherungen zu teuer sind, können Banksparpläne eine interessante – wenn auch nicht besonders lukrative – Geldanlage ein.

Hand mit Stapel aus Euro-Münzen

Konkurrenzlos günstig investieren

Über die Partnerbanken von moneymeets können Sie mehr als 22.000 Fonds und 6.500 Sparpläne ohne Ausgabeaufschlag erwerben.

So funktioniert ein Banksparplan

Bei einem Banksparplan können Sparer variable Zinsen wählen oder sich wie beim Festgeld für fixe Konditionen entscheiden. Bei beiden Varianten stellen sie ihrer Bank für einen bestimmten Zeitraum regelmäßig Kapital zur Verfügung. Dabei gilt grundsätzlich, dass die Zinsen umso höher sind, je länger die Laufzeit des Vertrags ausfällt.

Sparpläne gelten als sehr sichere Sparform, weil Banken das zur Verfügung gestellte Geld sehr risikoarm anlegen. Daher müssen sich Sparer keine Gedanken über eventuelle Wertverluste wie etwa bei Aktien oder Fonds machen. Nur wenn die Bank Insolvenz anmeldet, kann es gefährlich werden. Sparer achten daher darauf, dass für ihre Bank die europäische Einlagensicherung gilt.

Ein Banksparplan ist interessant,

  • wenn Sparer über mehrere Jahre regelmäßig einen bestimmten Betrag zur Seite legen wollen,
  • sie auf das Guthaben in dieser Zeit voraussichtlich nicht zugreifen müssen
  • und sie auf hohe Sicherheit und Kalkulierbarkeit Wert legen.

Schutz durch gesetzliche Einlagensicherung

Seit Dezember 2010 gilt für alle Banken, deren Hauptsitz in einem EU-Land liegt, eine einheitliche Einlagensicherung. Folgende Gelder fallen unter diesen gesetzlich garantierten Schutzschirm für Sparer:

Im Falle der Zahlungsunfähigkeit einer Bank sind 100.000 Euro pro Kunde und Bank gesetzlich abgesichert. Für Eheleute verdoppelt sich der Betrag entsprechend.

Rendite im Vergleich

Es gibt Banksparpläne mit variablen, festen und gestaffelten Zinsen. Welche Variante die geeignete ist, hängt davon ab, welche Erwartungen Sparer bezüglich der zukünftigen Zinsentwicklung haben:

  • Die Verzinsung mit variablem Zinssatz orientiert sich meist an einer Kennzahl wie der Umlaufrendite (derzeit bei unter 0,2 Prozent, Stand: August 2018). Diese Variante lohnt sich für alle Sparer, die mit steigenden Zinsen rechnen.

  • Ein Sparplan mit fester Verzinsung für die gesamte Laufzeit ist interessant, wenn das Zinsniveau stabil bleibt oder fällt.

  • Gestaffelte Varianten bieten einen eher niedrigen fixen Zinssatz, schütten aber Bonuszahlungen aus, die meist über die Jahre steigen. Ein Abschluss lohnt sich für Sparer, die mit einem sinkenden Zinsniveau rechnen.

Derzeit liegen die Zinsen bei Neuabschlüssen – selbst bei Laufzeiten von 20 Jahren oder länger – bei unter zwei Prozent. Ein Banksparplan kann also in vielen Fällen keinen Inflationsausgleich leisten, weshalb Sparer real gesehen mit einem Verlust oder einem Nullsummenspiel rechnen müssen.

Beispiel: Ein Sparer zahlt zehn Jahre lang monatlich 100 Euro in einen Sparplan mit einer festen Verzinsung von einem Prozent jährlich ein. Die durchschnittliche Inflationsrate in diesem Zeitraum liegt bei zwei Prozent. Am Ende der Laufzeit beträgt das Guthaben inklusive Verzinsung 12.622 Euro. Inflationsbereinigt liegt die Kaufkraft dieser Summe nach zehn Jahren allerdings nur bei 10.355 Euro. Das entspricht einem realen Verlust von 2.267 Euro.

Die niedrige Verzinsung bedeutet jedoch nicht, dass Banksparpläne immer eine schlechte Wahl sind. Für ältere und sicherheitsorientierte Menschen bleiben sie weiterhin eine interessante Geldanlage.

Riester und Banksparplan

Es kann vor allem für ältere Arbeitnehmer interessant sein, einen Banksparplan mit einer Riester-Förderung zu kombinieren:

Wer vier Prozent seines Vorjahresbruttoeinkommens (bis zu 2.100 Euro) in einen Sparplan investiert, erhält die Grundzulage von derzeit 175 Euro. Eltern können zusätzlich von der Kinderzulage profitieren: Sie liegt bei 185 Euro pro Jahr für Kinder, die vor dem 1.1.2008 geboren wurden. Für alle Kinder, die danach das Licht der Welt erblickt haben, zahlt der Staat sogar 300 Euro pro Jahr.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Beiträge bis zur Grenze von 2.100 Euro als Sonderausgaben von der Steuer abzusetzen. Das Finanzamt verrechnet im Rahmen der sogenannten Günstigerprüfung allerdings Zulagen und Steuervorteile miteinander. Die Differenz beider Beträge entspricht dann der Steuerersparnis.

Beispiel: Ein kinderloser Single zahlt insgesamt 1.925 Euro pro Jahr in einen Riester-Banksparplan ein. Mit der Grundzulage von 175 Euro kommt er auf den Maximalbetrag von 2.100 Euro. Bei einem Steuersatz von 40 Prozent läge die Ersparnis rechnerisch bei 840 Euro. Der tatsächliche Vorteil liegt allerdings nur bei 665 Euro, da der Fiskus die Grundzulage nicht steuerlich begünstigt.

Anfang 2017 haben viele Genossenschaftsbanken und Sparkassen den Vertrieb von Riester-Banksparplänen eingestellt und verwalten nur noch Verträge von Bestandskunden. Neue Verträge sind derzeit schwer zu bekommen, da es kaum alternative Anbieter gibt.

Kosten und Steuern

Gebühren und Abschlusskosten fallen bei Sparplänen in der Regel nicht an. Die Zinsen unterliegen jedoch der Kapitalertragssteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. So können insgesamt rund 28 Prozent des jährlichen Zinsertrags verloren gehen. Der Sparer-Pauschbetrag ermöglicht es allerdings, dass bis zu 801 Euro steuerfrei bleiben. Für Ehepaare verdoppelt sich dieser Betrag.

Fazit

  • Dank der gesetzlichen Einlagensicherung gelten Sparpläne zu Recht als sichere Anlage. Sparer achten jedoch darauf, maximal 100.000 Euro bei einer Bank zu investieren, um bei einer Insolvenz des Geldhauses auf der sicheren Seite zu sein.
  • Für einen Sparplan fallen in der Regel keine Kosten an.
  • Ein nominaler Wertverlust ist bei einem Banksparplan ausgeschlossen. Allerdings gleichen die niedrigen Zinsen bei neu abgeschlossenen Verträgen derzeit die Inflation nicht aus. Real gesehen müssen Anleger also mit einem Minus rechnen.
  • Derzeit sind neue Riester-Banksparpläne schwer zu bekommen.

Erstellt am:

War dieser Artikel hilfreich für Sie?

Testen Sie unseren kostenlosen Newsletter – und verpassen Sie keine Tipps rund um Ihre Finanzen & Versicherungen.