Private Krankenversicherung 2016: Der Vergleich für Angestellte und Arbeitnehmer

Spitzenleistungen der privaten Krankenversicherung sind nur für Gutverdiener erhältlich

Klare Einkommensgrenze  für Arbeitnehmer …

Das Bruttoeinkommen von Angestellten muss ein Jahr lang höher sein als  die Jahresbemessungsgrenze, die derzeit bei 56.250 Euro liegt, damit sie sich für eine private Krankenversicherung entscheiden können. Damit wären Wartezeiten bei Spezialisten im ambulanten und stationären Bereich  passé. Auch teure Zuzahlungen, etwa beim Zahnarzt, decken gute Tarife ab.

… und für Angestellte im öffentlichen Dienst

Auch der Verdienst von Angestellten im öffentlichen Dienst muss über dieser Einkommensgrenze liegen. Das gilt bei gewissen Einkommensstufen und -gruppen der entsprechenden Tarifverträge als erreicht. Wer es geschafft hat, sollte überlegen, welche Leistungen ihm wichtig sind: Die Vielfalt bei den privaten Krankenversicherungen ist enorm.

Vertrauen Sie bei der Wahl Ihrer Privaten Krankenversicherung auf die Verlagsgruppe Handelsblatt und die Finanzplattform moneymeets, Testsieger bei Stiftung Warentest.

Private Krankenversicherungen für Angestellte

Inhaltsverzeichnis

Leistungsplus der privaten Krankenversicherungen

Glaubt man dem Verband der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland, gibt es bei medizinischen Behandlungen in Deutschland für niemanden Privilegien. Doch selbst Gesundheitsminister Hermann Größe gestand nach mehreren Medienberichten ein, dass monatelange Wartezeiten für gesetzlich Versicherte „keine Einzelfälle“ sind. Mit einer privaten Krankenversicherung reicht meist ein Anruf für einen raschen Behandlungstermin. Zudem wird stets eine Therapie geboten, die den höchsten Standards entspricht – egal ob ambulant, im Krankenhaus oder beim Zahnarzt. Versicherte können aus einem breiten Leistungsangebot wählen.

Kostenvorteile bei privaten Krankenversicherungen

Nur Angestellte, deren Bruttoeinkommen über der Jahresbemessungsgrenze liegen, können eine private Krankenversicherung abschließen. Die Meisten können von besonders günstigen Einstiegstarifen profitieren, wenn sie sich für einen Wechsel entscheiden. Anders als bei den gesetzlichen Kassen steigen zudem die Beiträge nicht, wenn eine Gehaltserhöhung ansteht. Denn die Kosten richten sich vor allem nach dem gewählten Leistungsumfang, dem Alter und dem Gesundheitszustand des Versicherten. Zudem gibt es bei eventuellen Beitragserhöhungen viele Möglichkeiten, Verträge anzupassen.

moneymeets
Ihr digitaler Finanzmanager für Versicherungen

Unsere zertifizierten Versicherungsexperten beraten Sie neutral und unabhängig zu allen Themen rund um Ihre private Krankenversicherung.

moneymeets - Alle Finanzen. Ein Portal

Geschäftsführer Johannes Cremer und Dieter Fromm

Voraussetzungen für den Wechsel in die private Krankenversicherung für Angestellte

 Angestellte bekommen erst ab einer gewissen Gehaltsgrenze einen Vertrag

Einkommensgrenze für Arbeitnehmer

Neben Selbstständigen und Beamten können vor allem Angestellte mit höheren Einkommen eine Police bei einer privaten Krankenversicherung abschließen. Die zahlreichen Vorteile eines Privatpatienten können Arbeitnehmer nur genießen, sofern ihr jährliches Bruttoeinkommen ein Jahr lang über der sogenannten Versicherungspflichtgrenze liegt. Diese  wird jährlich neu festgelegt und liegt 2016 bei 56.250 Euro.

Sonderfall Geschäftsführer

Für Geschäftsführer, die als Gesellschafter in einer GmbH fungieren, gilt die Versicherungspflichtgrenze oft nicht. Wer mit 45 bis 50 Prozent am Unternehmen beteiligt ist, kann in der Regel frei zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung wählen.

Voraussetzungen für Angestellte im öffentlichen Dienst

Auch hier können Beschäftigte, deren regelmäßiges Gehalt die Versicherungspflichtgrenze überschreitet, von der gesetzlichen Krankenkasse in eine private Krankenversicherung  wechseln. Das gilt auch für Lehrer, die keine Beamte sind.

Zum 01.01.2015 qualifizierten sich die folgenden Entgeltgruppen und -stufen zur privaten Krankenversicherung:

Tarifvertrag Öffentl. Dienst
(TVöD)
Tarifvertrag öffentlicher Dienst
der Länder (TV-L)
Sozial-und Erziehungsdienst
(TVöD-SuE)
Ärzte
Uniklinik
Ärzte
an kommunalen Krankenhäusern (VKA)
E 11: ab 5
E 12: ab 4
E 13: ab 4
E 14: ab 3
E 15: ab 2
E 11: ab 5
E 12: ab 5
E 13: ab 4
E 14: ab 4
E 15: ab 2
S 18: ab 4
S 17 ab 5
S 16 ab 6
Ä 1: ab 3
Ä 2: alle
Ä 3: alle
Ä 4: alle
I: ab 4
II: alle
III: alle
IV: alle

Zum 01.01.2015 qualifizierten sich die folgenden Entgeltgruppen und -stufen zur privaten Krankenversicherung:

TVöD TV-L TVöD-SuE Ärzte
Uniklinik
VKA
E 11: ab 5
E 12: ab 4
E 13: ab 4
E 14: ab 3
E 15: ab 2
E 11: ab 5
E 12: ab 5
E 13: ab 4
E 14: ab 4
E 15: ab 2
S 18: ab 4
S 17 ab 5
S 16 ab 6
Ä 1: ab 3
Ä 2: alle
Ä 3: alle
Ä 4: alle
I: ab 4
II: alle
III: alle
IV: alle

TVöD = Tarifvertrag Öffentl. Dienst
TV-L = Tarifvertrag öffentlicher Dienst der Länder
TVöD-SuE = Sozial-und Erziehungsdienst
VKA = Ärzte an kommunalen Krankenhäusern

In Kooperation mit:

 
logo-handelsblatt.png
logos-wirtschaftswoche.png
logos-tagesspiegel.png

Private oder gesetzliche Krankenversicherung für Angestellte:
Leistungen im Vergleich

Legen Sie Wert auf Homöopathie oder Chefarztbehandlung? Die Leistungen der gesetzlichen Kassen werden vom Gesetzgeber festgelegt und immer mehr von ihnen fallen dem Sparstift zum Opfer. Das Leistungsspektrum der privaten Krankenversicherungen kann hingegen an individuelle Wünsche angepasst werden. Es reicht von äußerst günstigen Angeboten, die dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen bis zu Tarifen, die eine Erste-Klasse-Behandlung in allen Bereichen ermöglichen. Zum Vergleich:

ambulante Leistungen

Lange Wartezeiten bei Fachärzten und immer weniger Vorsorgeuntersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Viele Tarife der privaten Krankenversicherungen übernehmen nicht nur Vorsorgeuntersuchungen. Sie zahlen auch Heilpraktikerbehandlungen und homöopathische Leistungen.

stationäre Leistungen

Mit entsprechenden Tarifen der privaten Krankenversicherung können Versicherte auf eine Behandlung durch die besten Spezialisten bestehen. Ein- und Zweibettzimmer und Krankenhaustagegeld gehören ebenfalls zum Leistungsspektrum.

zahnärztliche Leistungen

Weiße Füllungen, Zahnspangen, Kronen. Wie oft zücken gesetzlich Versicherte beim Zahnarzt das Portemonnaie? Je nach Tarif übernehmen private Krankenversicherer hingegen Rechnungen für Implantate, Kronen und kieferorthopädische Behandlungen.

Krankentagegeld

Ab dem 43. Tag einer Erkrankung zahlt der Arbeitgeber nicht mehr.  Danach kann ein Krankentagegeld sinnvoll sein, um etwa bei einer langwierigen Reha Einkommensverluste zu überbrücken.

Tipp für Angestellte in der privaten Krankenversicherung:

Versicherte sollten in ihren Verträgen einige Standards einbauen. So ist es ratsam, dass die Abrechnung von ärztlichen Behandlungen über dem Niveau der gesetzlichen Krankenkasse liegen. Gute Tarife bezahlen bis zum 3,5-fachen der Gebührenordnung für Ärzte oder darüber hinaus. 

In Kooperation mit:

 
logo-handelsblatt.png
logos-wirtschaftswoche.png
logos-tagesspiegel.png

Private oder gesetzliche Krankenversicherung für Angestellte:
Kostenansätze im Vergleich

Wollen Sie für die wirtschaftlich Schwächeren mitzahlen und trotz hoher Beiträge auf einen Facharzttermin warten oder für sich selbst optimal vorsorgen? Für gesetzliche Versicherte gilt das Solidarprinzip. Die wirtschaftlich Stärkeren unterstützen dabei die Schwächeren. In der privaten Krankenversicherung sorgt hingegen jeder Einzelne mit seinem Vertrag individuell für den Krankheitsfall vor. Angestellte und Arbeitnehmer mit einem Verdienst nahe der Jahresbemessungsgrenze profitieren mehr vom zweiten Prinzip. In gesellschaftlicher Hinsicht sichern zudem Privatpatienten das Überleben vieler Arztpraxen, die allein mit gesetzlich versicherten Patienten oft nicht rentabel wären.

Kostengünstiger Einstiegstarif

Für die Kalkulation der privaten Krankenversicherungen sind neben dem gewählten Leistungsumfang der Gesundheitszustand und das Alter des Versicherten die wichtigsten Kriterien. Ein jüngerer, gutverdienender Versicherungsnehmer zahlt daher für Einstiegstarife in die private Krankenversicherung oft Beiträge, die teils deutlich unter der Summe liegt, die monatlich für die gesetzliche Krankenversicherung fällig wird. So sollte ein 30-Jähriger für eine private Krankenversicherung mit Mehrbettzimmer, guter zahnärztlicher Versorgung und einer durchschnittlichen Selbstbeteiligung etwa 270 Euro monatlich aufzuwenden, wovon der Arbeitgeber die Hälfte übernimmt. Für den Angestellten bleiben also 135 Euro Beitrag im Monat. Zum Vergleich: Die gesetzliche Krankenkasse Barmer verlangt derzeit von Mitgliedern mit einem Verdienst an der Versicherungspflichtgrenze 355 Euro pro Monat.

Kostenvorteil bei Gehaltserhöhungen

Auch wer ehrgeizig ist und Gehaltserhöhungen erwartet, liegt mit der privaten Krankenversicherung besser. Während bei der gesetzlichen Krankenkasse die Beiträge mit wachsendem Einkommen steigen, spielt das Einkommen bei der Tarifberechnung der privaten Krankenversicherung keine Rolle. Eine Gehaltserhöhung wird also nicht von den Kosten für die Krankenversicherung aufgefressen.

Fazit für Angestellte:
Wann ein Wechsel in die private Krankenversicherung sinnvoll ist

Gutverdienende Arbeitnehmer

Wer mit seinem Bruttoeinkommen über der Bemessungsgrundlage liegt, profitiert besonders von den Vorteilen der privaten Krankenversicherung. Denn die Beiträge werden zur Gänze für die Krankheitsvorsorge des Versicherten verwendet. Sie dienen nicht dazu, ein System zu unterstützen.

Unter 40-Jährige

Für die Kalkulation der privaten Krankenversicherung sind der Gesundheitszustand und das Alter des Versicherten die wichtigsten Kriterien. Ein jüngerer und gesunder Versicherungsnehmer zahlt daher oft weniger Beitrag als für die gesetzliche Krankenversicherung fällig wäre.

Angestellte mit Aussichten

Auch wer Gehaltserhöhungen erwartet, liegt mit der privaten Krankenversicherung besser. Denn bei der gesetzlichen Krankenkasse steigen die Beiträge mit wachsendem Einkommen bis die Beitragsbemessungsgrenze überschritten wird. Sie liegt im Jahr 2016 bei einem jährlichen Bruttoeinkommen von 50.850 Euro. Erst wenn der Gehaltszettel einen höheren Wert ausweist, steigen die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr an.

Gesundheitsbewusste

Ob Knochendichtemessung oder Reha –Maßnahmen: Die gesetzlichen Krankenversicherer kürzen aus finanziellen Gründen immer mehr Leistungen.  Gesundheitsbewusste zahlen dann immer wieder Untersuchungen aus der eigenen Tasche. Ein Trend, der sich künftig noch  verstärken dürfte. Bei der privaten Krankenversicherung ist hingegen jede Leistung im entsprechenden Tarif bis ins Kleinste geregelt. Der Privatpatient kann sich darauf verlassen, dass die private Krankenversicherung genau die Kosten übernimmt, die individuell und vertraglich vereinbart wurden, unabhängig vom politischen Klima.

Private oder gesetzliche Krankenversicherung für Angestellte:
Und was ist mit Familien?

Auf den ersten Blick ist die Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkassen nicht zu schlagen. Denn sind die Eltern gesetzlich versichert, können Kinder kostenlos mitversichert werden. Bei der privaten Krankenversicherung ist für jedes Kind hingegen ein separater Vertrag nötig, für den Beiträge fällig werden. Doch wer auf eine qualitativ hochwertige Versorgung Wert legt, der findet zur privaten Krankenversicherung keine ernst zu nehmende Alternative. Zudem wird es für den Nachwuchs, der früh privat versichert ist, günstiger im Alter. Wie der große Private-Krankenversicherungs-Vergleich-2016 zeigt, bieten die Anbieter für die Kleinen und Kleinsten sehr günstige Tarife, so dass mit vergleichsweise geringen Beiträgen eine optimale Versorgung gewährleistet ist.

Der große Vergleich privater Krankenversicherungen für Angestellte

Der Test

Die Stiftung Warentest hat unter den Verbrauchern in Deutschland einen Ruf wie Donnerhall. Gleiches gilt für ihre Publikation „Finanztest“, die sich mit Finanzthemen im beschäftigt. Die Experten haben 38 Tarife für Angestellte von privaten Krankenversicherern verglichen. Konkret: Die Experten nahmen Krankenvollversicherungstarife hinsichtlich ihres Preis-Leistungs-Verhältnisses unter die Lupe.

Die Annahmen

Ein solcher Vergleich ergibt nur Sinn, wenn individuelle Daten eines Mustermannes oder einer Musterfrau zugrunde gelegt werden. So ist beim großen Vergleich der privaten Krankenversicherungen der Stiftung Warentest der Modellkunde 35 Jahre alt. Verglichen wurden Tarife in der privaten Krankenversicherung für ambulante, stationäre sowie für zahnärztliche Behandlungen.

Das Ranking

Beim Vergleich von privaten Krankenversicherungen der Stiftung Warentest für Angestellte liegt der Tarif „Komfort 2“ der HUK-Coburg mit einem Monatsbeitrag von 441 Euro ganz vorn. Noch günstiger ist „VKA+4“ der Provinzial Hannover mit einem Monatsbeitrag von 436 Euro. Bei beiden Anbietern bewerteten die Experten ihr Preis-Leistungs-Verhältnis  mit „sehr gut“. Weitere neun Angebote wurden mit „gut“ bewertet. Hervorzuheben ist hierbei das Angebot „Top6“ der Nürnberger, das nur knapp die Wertung „sehr gut“ verpasste.

Die folgende Tabelle zeigt die fünf Besten der Stiftung Warentest in diesem Vergleich:

Versicherer Preis-Leistung Beitrag Selbstbehalt
Huk-Coburg Sehr gut (1,4) 441 EUR 600 EUR
Provinzial Sehr gut (1,5) 436 EUR 450 EUR
Nürnberger Gut (1,8) 439 EUR 600 EUR
Gothaer Gut (2,1) 470 EUR 500 EUR
Debeka Gut (2,2) 502 EUR 400 EUR

In Kooperation mit:

 
logo-handelsblatt.png
logos-wirtschaftswoche.png
logos-tagesspiegel.png

Private oder gesetzliche Krankenversicherungen für Angestellte:
Laufende Verträge anpassen

Steigende Kosten

Egal ob in der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung: Menschen werden mit zunehmenden Jahren von mehr Krankheiten geplagt. Das zeigt ein Vergleich des Gesundheitsministeriums: So liegen die Behandlungskosten der unter 45-jährigen Deutschen bei durchschnittlich 1.700 Euro pro Jahr. Bei den 65- bis 80-Jährigen sind es 6.000 Euro. Somit wird also auch die Krankenversicherung für Kunden mehr Geld für Behandlungskosten ausgeben, wenn er ein höheres Alter erreicht.

Beitragserhöhungen

Die Kosten für die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen steigen daher. Die gesetzlichen Kassen streichen daher den Leistungskatalog immer mehr zusammen. Bei der privaten Krankenversicherung, so warnen Experten der Stiftung Warentest, wird der Beitrag im Laufe des Lebens stark steigen. Für eine Police, die ein 35-Jähriger Angestellter heute abschließen würde, so die Rechnung müsste der Versicherte im Alter etwa dreimal so viel zahlen. Würden  also heute 400 Euro monatlich fällig, wäre beim Renteneintritt mit 67 Jahren mit 1.200 Euro Beitrag zu kalkulieren.

Kaufkraftverlust

Eine Steigerung von 400 auf 1.200 Euro klingt erst einmal erschreckend. Doch allein bei einer geschätzten durchschnittlichen Inflationsrate von zwei Prozentwerte bei einem Zeitraum von 32 Jahren bis zum Renteneintritt mit einem Beitrag von etwa 750 Euro zu zu kalkulieren, um Kaufkraftverluste zu berücksichtigen.

Ersparnis

Beim Renteneintritt würde zudem in der privaten Krankenversicherung der Kostenanteil für die Altersrückstellung wegfallen. Daher sinkt der Beitrag dann um zehn Prozent. Ähnliches gilt, falls der Versicherte den Baustein Krankentagegeld gewählt hat. Diese Leistung wird dann nicht mehr benötigt, da im Krankheitsfall keine Einkommensverluste anfallen.

Altersrückstellungen

Zudem sorgen private Krankenversicherungen für jeden Versicherten eine Rücklage für spätere Jahre auf. Das bedeutet: Ein Privatpatient zahlt in jungen Jahren einen höheren Beitrag, als aufgrund seines individuellen Risikos fällig wäre. Das nicht benötigte Geld wird als Polster für später auf die hohe Kante gelegt. Der Gesetzgeber hat im Jahr 2000 die Höhe dieser Altersrückstellung auf mindestens zehn Prozent der Beiträge festgelegt. In höherem und hohem Alter fallen die Beiträge für den Versicherten dann entsprechend geringer aus, als sie aufgrund des Gesundheitszustandes sein müssten.

Sparplan

Darüberhinaus gibt es für Kunden von privaten Krankenversicherungen eine weitere Möglichkeit, um sich auf höhere Krankheitskosten im Alter einzustellen: So bietet praktisch jede private Krankenversicherung Einstiegstarife mit teils deutlich niedrigeren Beiträgen als in der gesetzlichen Krankenversicherung. Wer sie wählt, kann die gesparten Krankenversicherungsbeiträge beispielsweise in einen Sparplan mit erstklassigen Investmentfonds investieren. Das über Jahre angehäufte und mit Zinseszins vermehrte Kapital kann später zur Beitragsfinanzierung verwendet werden.

Beitragserstattungen

Privatversicherte profitieren zudem von Beitragserstattungen, wenn die private Krankenversicherung gut gewirtschaftet oder wenn er selbst keine Leistungen in Anspruch genommen hat. Auch sie können für den langfristigen Vermögensaufbau verwendet werden.

Gestaltungsmöglichkeiten, um Kosten zu senken

Wem die Beiträge dennoch zu hoch werden, der sollte wissen: Sobald eine Police teurer wird, gibt es einige Möglichkeiten um den Vertrag an Ihren Bedarf anzupassen.

  • Erhöhung des Selbstbehalts

    Versicherungsnehmer können sich entscheiden, in einem Kalenderjahr einen Teil der Kosten selber zu  zahlen. Die private Krankenversicherung würde nur die Kosten erstatten, die über den vereinbarten Betrag hinausgehen. Wer smart ist, kann so mehr Beitrag sparen, als er beim Selbstgehalt im Krankheitsfall ausgeben muss. Dieser Posten lässt sich sehr individuell gestalten.

  • Leistungsanpassung

    Auch eine Anpassung der Leistungen ist möglich, um den Beitrag zu stabilisieren. Wem der Beitrag zu hoch ist, der kann beispielsweise statt Einbettzimmer im Krankenhaus das Zweibettzimmer wählen und dadurch sparen.

  • Risikozuschläge reduzieren

    Selbst Zuschläge wegen Vorerkrankungen sind in der privaten Krankenversicherung nicht in Stein gemeißelt. So kalkulieren die Versicherer die Beiträge auch nach dem Gesundheitszustand des Versicherten. Bei gewissen Schwächen werden manchmal Risikozuschläge erhoben. Falls aber eine Behandlung Erfolg hat, kann der Kunde einer privaten Krankenversicherung von seinem Anbieter überprüfen lassen, dass er von dem betreffenden Leiden kuriert wurde oder eine merkliche Besserung eingetreten ist. Kommt dieser zu demselben Ergebnis, wird der Risikozuschlag verringert oder sogar gestrichen. Und Versicherte sparen so über die Jahre viel Geld.

Tipp für Angestellte mit einer privaten Krankenversicherung:

Manchmal kann es sinnvoll sein, in neuere Tarife desselben Anbieters zu wechseln, die ähnliche Leistungen bieten. Sie sind oft günstiger als ältere Varianten.

In Kooperation mit:

 
logo-handelsblatt.png
logos-wirtschaftswoche.png
logos-tagesspiegel.png

Private Krankenversicherung 2016:
Was Angestellte sonst noch wissen müssen

Pflicht zur Wahrheit

Zu den wichtigsten Obliegenheiten bei einem Wechsel in die private Krankenversicherung gehört die vollständige und wahrheitsgetreue Beantwortung der Gesundheitsfragen des Antragstellers vor dem Vertragsabschluss. Dabei geht es um Vorerkrankungen. Die Analyse der Antworten ist wichtig für Beitragskalkulation und kann dazu führen, dass Risikozuschläge vorgenommen werden oder bei bestimmten, bereits bestehenden schwerwiegenden Erkrankungen Leistungen ausgeschlossen werden. Versicherungsnehmer, die bei Antworten mogeln, riskieren daher ihren Versicherungsschutz.

Tarifwechsel

Der Tarifwechsel bei derselben privaten Krankenversicherung erfordert keine erneute Gesundheitsprüfung, sofern der Leistungsumfang im neuen Tarif nicht größer oder qualitativ höherwertiger als beim alten Tarif ist. Falls doch, ist zwar eine erneute Gesundheitsprüfung nötig. Sie betrifft allerdings ausschließlich die zusätzlichen Leistungen im neuen Tarif.

Rückkehr in die gesetzliche Krankenkasse

Wer zurück in eine gesetzliche Krankenkasse wechseln will, muss wissen: Eine Rückkehr ist nur möglich, wenn Sie als Angestellte(r) mit Ihrem jährlichen Bruttoeinkommen die Jahresarbeitsentgeltgrenze, (JAEG), von derzeit 56.250 Euro unterschreiten. Wer mehr verdient und dennoch aussteigen möchte, hat folgende  Möglichkeiten: So können Sie beispielsweise einen Teil Ihres Bruttogehalts in Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung umwandeln. Oder Sie lassen sich einen Teil Ihres Gehalts variabel auszahlen. Bei der ersten Ausstiegsoption wird Ihr Jahres-Bruttoeinkommen unter den Grenzwert gedrückt. Bei der zweiten Variante ist ausschlaggebend, dass die Jahresarbeitsentgeltgrenze allein ihr Festeinkommen betrifft. Natürlich können Sie auch nach einer Phase der Arbeitslosigkeit neu entscheiden.

In Kooperation mit:

 
logo-handelsblatt.png
logos-wirtschaftswoche.png
logos-tagesspiegel.png