Wissen > > 750 Millionen für die Beine von Lionel Messi
© Kalim/Fotolia

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Alle vier Jahre zieht die Fußball-WM Milliarden Menschen rund um den Globus in ihren Bann. Wer am Ende den begehrten WM-Pokal in die Höhe heben kann, zeigt sich in etwa einem Monat. Eins steht aber jetzt schon fest: Die FIFA und die nationalen Fußballverbände haben viel Geld in die Hand genommen, um sich gegen alle möglichen Risiken während des Turniers zu versichern.

Mehr als eine Milliarde Menschen haben 2014 den Sieg der deutschen Nationalmannschaft im WM-Endspiel gegen Argentinien mitverfolgt. Insgesamt haben im Verlauf des Turniers sogar 3,2 Milliarden Menschen zugeschaltet. Laut dem Fußball-Weltverband FIFA ist das alle vier Jahre stattfindende Turnier damit offiziell die „größte Show der Welt“. Für die WM in Russland, die am vergangenen Donnerstag begonnen hat, rechnen Experten mit ähnlichen Zuschauerzahlen.

Mit Kosten von geschätzten 11,8 Milliarden Dollar und Preisgeldern von insgesamt 400 Millionen Dollar gilt die WM auch in finanzieller Hinsicht als Wettbewerb der Superlative. Und da es um viel Geld geht, versuchen sich die Beteiligten gegen alle möglichen Risiken abzusichern. Von der Eintrittskarte bis zum WM-Pokal – für alles, was während des Turniers wichtig ist, haben die FIFA und die 32 Nationalverbände mit entsprechenden Versicherungen vorgesorgt. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) anlässlich der WM.

Versicherungen zugunsten von Vereinen für 134 Millionen US-Dollar

Seit September 2012 übernimmt die FIFA die Kosten für die sogenannte „Spielerversicherung“. Dabei handelt es sich um eine Unfallversicherung, die Vereine entschädigt, deren Spieler sich bei einem Spiel ihrer Nationalmannschaft verletzen. Bis zu 27.000 Dollar am Tag zahlt die Versicherung dem abstellenden Verein in diesem Fall. Diese Absicherung kostet die FIFA nach eigenen Angaben rund 134 Millionen Dollar – und das alleine für die Zeit der WM.

Die Nationalverbände sichern ihre Spiele darüber hinaus auch mit eigenen Versicherungen ab. Gerüchten zufolge hat etwa der argentinische Verband für Superstar Lionel Messi eine Unfall-Police mit einer Deckungssumme von 750 Millionen Dollar abgeschlossen.

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WM-Pokal mit Diebstahlschutz

36,8 cm hoch, 6175 Gramm schwer, davon 4900 Gramm aus echtem Gold – das sind die Eckdaten zum WM-Pokal. Der reine Materialwert der Trophäe, die der neue Fußballweltmeister am 15. Juli erhält, liegt bei rund 130.000 Dollar. Nach Angaben des GDV hat die FIFA den Pokal mit 230.000 Dollar versichert. Diese Summe wäre fällig, wenn ihn Diebe während oder nach der WM entwenden.

In der Vergangenheit ist das bereits zweimal passiert: 1966 in England und 1983 in Brasilien. Im ersten Fall hatten ihn die Diebe im Vorfeld der WM 1966 aus einer Ausstellung entwendet. Nach knapp einer Woche fand ihn ein Bewohner eines Londoner Vorortes beim Gassi gehen mit seinem Hund – vergraben in einem Vorgarten. Als sich der Vorfall 17 Jahre später in einem Museum in Rio wiederholte, hatten die Verantwortlichen weniger Glück. Der Pokal ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Die brasilianische Polizei vermutet, dass ihn die Diebe damals eingeschmolzen haben, um ihre Spuren zu verwischen.

Entschädigung auch bei Spielabsagen oder Terminänderungen

Findet ein Spiel nicht wie geplant statt, verursacht das hohe Kosten. Auch für diesen Fall haben sowohl die FIFA als auch der russische Staat Versicherungen abgeschlossen. Fällt ein Spiel etwa aufgrund einer Naturkatastrophe oder eines Terroranschlags aus, zahlt der Versicherer eine entsprechende Entschädigung. Das gilt auch für den Fall, dass ein Spiel in ein anderes Stadion verlegt oder das Turnier gar komplett abgesagt werden müsste.

Zwar gab es solche Situationen bei einer Fußball-WM bisher noch nicht, bei anderen großen Sport-Veranstaltungen allerdings schon. So sorgte beispielsweise ein Erdbeben bei der Rugby-WM 2011 in Neuseeland dafür, dass acht Spiele erst zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr stattfinden konnten.

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