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© yarohork

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In der vergangenen Woche fegte mit Burglind das erste heftige Sturmtief des Jahres über Deutschland hinweg. Die Schäden bewegen sich im dreistelligen Millionenbereich. Wie Sie sich mit den passenden Versicherungen gegen die finanziellen Folgen solcher Naturkatastrophen wappnen.

Ob Axel, Xavier oder Herwart – schon im vergangenen Jahr hielten zahlreiche Unwetter weite Teile Deutschlands in Atem. Und auch dieses Jahr beginnt in der Bundesrepublik stürmisch: In der vergangenen Woche wütete Sturmtief Burglinde in weiten Landesteilen.

Es kam auf Straßen und Bahnstrecken zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen durch umgestürzte Bäume. Vielerorts traten zudem Flüsse über die Ufer. Besonders hart getroffen hat es den Süden und den Südwesten Deutschlands. Wegen der Rekordregenfälle musste der Schiffsverkehr auf der Mosel und auf Teilen des Neckars zeitweise eingestellt werden.

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Hohe Schäden durch Burglind

Glücklicherweise hat der Sturm in Deutschland keine Todesopfer gefordert, doch für Versicherer könnte der Januar durch die enormen Sachschäden ein sehr teurer Monat werden.

Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) schätzt, dass Burglind bundesweit Schäden in dreistelliger Millionenhöhe hinterlassen hat.

Der erste verheerende Sturm dieses Jahres zeigt es wieder einmal: Wenn die Natur ihre Muskeln spielen lässt, können die meisten Menschen nur noch Schadenbegrenzung betreiben. Vor allem Eigentümer von Immobilien, Mieter und Autobesitzer sollten daher wissen, wie sie sich vor den finanziellen Schäden durch Naturgewalten schützen können.

Wie schütze ich die eigenen vier Wände?

Dass Unwetter und Stürme Keller überfluten oder Dächer abdecken, lässt sich leider nicht verhindern, allerdings können Sie sich mit den richtigen Versicherungen zumindest gegen die finanziellen Folgen solcher Naturkatastrophen wappnen.

Schäden am Haus absichern

Die Wohngebäudeversicherung ist die mit Abstand wichtigste Versicherung bei Sturmschäden. Zum Leistungsumfang zählen beispielsweise die Übernahme der Reparaturkosten eines abgedeckten oder beschädigten Daches und die Folgekosten für die Beseitigung von Schäden durch in ein Gebäude eintretendes Regenwasser. Wichtig: Sie sollten in jedem Fall nicht nur das Hauptgebäude, sondern auch Nebengebäude wie Gartenhäuser, aber auch Carports und Garagen in den Versicherungsschutz einbeziehen.

Wer an der Küste oder in der Nähe eines Flusses – und damit in einer hochwassergefährdeten Region – lebt, der ist gut beraten, Elementarschäden mitzuversichern. Die Basistarife der meisten Versicherer schließen Schäden durch Überschwemmungen oder Starkregen nämlich in der Regel nicht ein.

Die Inneneinrichtung schützen

Wenn ein Sturm das Dach abdeckt und in Folge dessen Mobiliar und andere Einrichtungsgegenstände Schaden nehmen, kommt Ihre Hausratversicherung dafür auf. Auch für Möbel und Wertgegenstände, die in einem überfluteten Keller in Mitleidenschaft gezogen werden, gilt der Versicherungsschutz.

moneymeets-Tipp: Achten Sie in jedem Fall darauf, Ihren Sorgfaltspflichten als Versicherungsnehmer nachzukommen, sonst kann es schnell passieren, dass sich die Versicherung weigert zu zahlen. Daher sollten Sie bei einem Unwetter alle Fenster schließen, lose Gegenstände wie Blumenkästen auf Balkonen und Terrassen sichern und eventuell vorhandene Rückstaueinrichtungen aktivieren.

Autofahrer brauchen eine Kaskoversicherung

Die entscheidende Frage, die sich Pkw- und Motorradbesitzer stellen müssen, ist, ob ihnen als Versicherungsschutz eine Kfz-Teilkasko reicht oder ob sie sich lieber umfassend mit einer Vollkasko-Police absichern. Deren Leistungen unterscheiden sich nach Sturm- oder Orkanschäden am Kfz oder Zweirad erheblich.

Konkret bedeutet das, dass Sie erst ab Windstärke 8 damit rechnen können, dass die Teilkasko den Schaden übernimmt. Besitzen Sie hingegen eine Vollkaskoversicherung, leistet der Versicherer auch schon bei geringeren Windstärken.

Wichtig: Wer bei einem Orkan oder einem Sturm noch mit dem fahrbaren Untersatz unterwegs ist und dabei einen Unfall hat, bekommt nur von der Vollkasko die Schäden am eigenen Fahrzeug ersetzt.

Das richtige Verhalten im Schadensfall

Schäden müssen dem Versicherer unverzüglich gemeldet werden – möglich ist das schriftlich, per Telefon oder per E-Mail. Zur Dokumentation sollten Sie Fotos machen und eine detaillierte Aufstellung der Schäden anfertigen. Zudem sollten lädierte oder zerstörte Gegenstände erst dann entsorgt werden, wenn die Versicherung ihre explizite Zustimmung dazu gegeben hat.

Falls ein Gutachter den Schaden schätzen muss, sollten Sie diesen nicht selbst bestellen, denn die meisten Assekuranzen zahlen nur für Gutachter, die sie selbst beauftragen.

Zu guter Letzt haben Sie als Versicherungsnehmer eine “Schadensminderungspflicht”. Das bedeutet, dass Sie Maßnahmen ergreifen müssen, die sicherstellen, dass der Schaden nicht noch größer wird. Dazu gehört unter anderem, dass Sie zerbrochene Fensterscheiben abdichten oder Hausratgegenstände in Sicherheit bringen.

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