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© Robert Kneschke/Adobe Stock

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Eine Wohngebäudeversicherung gehört für Immobilienbesitzer zum obligatorischen Risikoschutz. Ohne Absicherung können die Kosten für Schäden am Gebäude schnell existenzbedrohende Ausmaße annehmen. Doch was macht eine gute Police aus? Die Experten von Finanztest erklären, welche Leistungen jeder Versicherte benötigt und welche im Einzelfall sinnvoll sind.

Stürme, Hochwasser und andere Naturgewalten können zu enormen Schäden an der eigenen Immobilie führen und hohe Folgekosten verursachen. Eigenheimbesitzer sollten daher auf keinen Fall auf eine Wohngebäudeversicherung verzichten. Sie kommt für die Kosten von Schäden am Gebäude auf und zahlt – sollte das Haus nicht mehr bewohnbar sein – auch den Bau einer neuen Immobilie.

Wer schon eine Police besitzt, sollte diese hin und wieder unter die Lupe nehmen. Gerade bei älteren Verträgen drohen nämlich häufig Deckungslücken, warnen die Experten von Finanztest. Das Verbrauchermagazin erklärt in seiner neuesten Ausgabe, auf welche Vertragsbestandteile Versicherte besonders achten sollten.

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Vierfachschutz als Basis

Grundsätzlich kann eine Wohngebäudeversicherung die Kosten für Schäden übernehmen, die durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Elementargefahren wie Hochwasser entstehen. Die Voraussetzung dafür ist, dass die genannten Bausteine wurden auch alle vertraglich vereinbart wurden. Hierbei gilt es für Versicherte, auf zahlreiche Dinge zu achten:

Feuer/Brand

Der Schutz gegen Feuer ist für Immobilienbesitzer besonders wichtig, denn ein außer Kontrolle geratener Brand kann leicht zu einem Totalschaden am Gebäude führen. Neben den Kosten, die durch den eigentlichen Brand entstehen, kommt die Versicherung auch für Folgeschäden auf. Dazu zählen beispielsweise Wasserschäden durch das Eindringen von Löschwasser.

Als Brand im versicherungsrechtlichen Sinn gelten offene Feuer, die sich aus eigener Kraft ausbreiten können. Nicht ohne Weiteres mitversichert sind daher Sengschäden, die etwa durch glimmende Zigarettenasche oder defekte Elektrogeräte entstehen Wer hier auf der sicheren Seite sein möchte, sollte seinen Versicherungsschutz um eine Klausel gegen Sengschäden erweitern.

Leistungswasser

Die meisten Schäden, die die Wohngebäudeversicherer hierzulande regulieren, werden durch marode Wasserleitungen verursacht. Alleine im vergangenen Jahr waren es laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mehr als 1,14 Millionen Schadensfälle – also 3.123 pro Tag.

Entsteht ein Wasserschaden durch einen Rohrbruch, kommt der Versicherer in der Regel für die Kosten auf. Das gilt für folgende Arten von Rohren und Installationen:

  • Rohre der Wasserversorgung
  • Rohre von Heizungs-, Klima- und Solarheizungsanlagen
  • Sanitärinstallationen, Heizkörper und Boiler
  • Wasserlöschanlagen

Nicht automatisch abgedeckt sind hingegen Schäden durch:

  • Hochwasser
  • Grundwasser
  • Abwasser-Rückstau
  • Regenrinnen und Fallrohre
  • Wasser aus Behältern wie Eimern oder Gießkannen
  • Badewasser
  • Reinigungswasser
  • Sprinkleranlagen

Diese Risiken lassen sich aber über entsprechende Zusatzklauseln im Vertrag ebenfalls mitversichern.

Sturm und Hagel

In der Wohngebäudeversicherung sind Sturmschäden durch Windbewegungen ab Windstärke 8 sowie Hagelschäden abgesichert. Der Schutz greift unter anderem bei abgedeckten Dächern, eingedrückten oder zerschlagenen Scheiben oder Schäden durch Bäume, die auf das Haus stürzen.

Hier ist es sinnvoll, zu überprüfen, ob der Versicherungsschutz auch Nebengebäude wie Schuppen, Gartenhäuser oder Gewächshäuser umfasst. Manche Versicherer schließen ohne entsprechende Zusatzvereinbarung Schäden an Nebengebäuden aus oder setzen viel zu niedrige Entschädigungsgrenzen an.

Elementargefahren

Der Schutz gegen Elementarschäden ist nicht nur in Gegenden wichtig, die nah an Flüssen liegen. Auch Menschen, die in vermeintlich sicheren Gegenden leben, können unter den Launen der Natur leiden. Ist etwa die Kanalisation nach starken Regenfällen überlastet, passiert es schnell, dass verschmutztes Abwasser in den Keller oder ins Haus läuft. Manche Versicherer zahlen in solchen Fällen allerdings nur, wenn das Haus mit einer Rückstauklappe gesichert ist. Hier gilt es, die Versicherungsbedingungen genau zu überprüfen und den Risikoschutz gegebenenfalls zu erweitern.

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Diese Zusatzleistungen braucht jeder Eigenheimbesitzer

Eine gute Wohngebäudeversicherung sollte – unabhängig von den bereits genannten Vertragsbausteinen – folgende Leistungen bieten:

1. Verzicht auf den Einwand grober Fahrlässigkeit: Viele Versicherer kürzen ihre Leistungen, wenn der Versicherte grob fahrlässig handelt und dadurch einen Schaden verursacht. Gerade für Hausbesitzer kann diese Regelung schnell existenzbedrohende Folgen haben. Eine Wohngebäudeversicherung sollte auch bei grober Fahrlässigkeit mindestens in Höhe der Versicherungssumme Schutz bieten.

2. Bewegungs- und Schutzkosten: Nach einem schweren Schaden kann es notwendig sein, Möbel und andere Habseligkeiten zwischenzulagern, weil eine Renovierung ansteht. Die Kosten hierfür können in Extremfällen in den fünfstelligen Bereich gehen. Mit einer entsprecheden Klausel kommt der Versicherer auch hierfür auf.

3. Dekontamination: Wenn Heizöl ausläuft oder die Feuerwehr einen Brand mit Schaum löscht, führt das häufig dazu, dass sich Chemikalien im Boden rund um die Immobilie ablagern. Oftmals muss die kontaminierte Erde dann abgetragen und auf einer Deponie entsorgt werden. Mit der Klausel „Kosten für die Dekontamination von Erdreich“ lässt sich auch diese Gefahr versichern.

4. Überspannungsschäden: Überspannungsschäden entstehen durch Blitzeinschläge, die zu hohe Strommengen durch die Leitungen fließen lassen. Sie sind meist nur in der Wohngebäudeversicherung enthalten, wenn sie unmittelbar durch den Blitzeinschlag entstehen. Schlägt der Blitz aber beim Nachbarn ein und greift auf das eigene Haus über, ersetzt der Versicherer den Schaden nur, wenn dies zusätzlich vereinbart wurde.

Solaranlage & Co. – Im Einzelfall wichtig

Einige Zusatzklauseln zur Wohngebäudeversicherung sind nicht für alle Versicherten wichtig, sondern nur für bestimmte Personengruppen. Dazu zählen:

1. Ableitungsrohre: Ableitungsrohre, die sich innerhalb des Gebäudes befinden, sind üblicherweise gegen Frost- und Bruchschäden versichert. Rohre, die außerhalb der Immobilie unter dem Grundstück verlaufen, sind dagegen oft nur in geringem Umfang in der Wohngebäudeversicherung inbegriffen. Je länger die Rohrstrecke ist, die unter dem eigenen Grundstück verläuft, umso sinnvoller ist eine Erweiterung der Absicherung.

2. Zuleitungsrohre: Rohre, die der Wasserversorgung des versicherten Gebäudes dienen, sind standardmäßig über die Wohngebäudeversicherung abgesichert. Das gilt allerdings nicht für Zuleitungsrohre, die zu einer Teichanlage im Garten oder zu nicht versicherten Nebengebäuden führen.

3. Solaranlage: Wer sich eine Photovoltaik-Anlage anschafft, sollte diese unbedingt in den Versicherungsschutz aufnehmen. Wichtig ist, dass die Anlage gegen Sturm, Hagel, Überspannung, Feuer, Diebstahl, Schneedruck und Marderbisse abgesichert ist.

4. Aufräumkosten für Bäume: Stürzt bei einem Sturm ein Baum auf das Gebäude und beschädigt dieses, zahlt der Versicherer. Die Kosten für den Abtransport eines Baumes, der auf das Grundstück stürzt, ohne Schaden am Gebäude anzurichten, übernehmen viele Versicherer hingegen nicht. Wer ein großes Grundstück mit vielen Bäumen besitzt, sollte auf diese Zusatzklauseln nicht verzichten.

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