Sprachassistenten haben inzwischen in vielen deutschen Haushalten Einzug gehalten. Zunehmend nutzen auch Versicherer das Potential solcher Systeme. Das Repertoire reicht hierbei von Unterhaltungsangeboten bis hin zu vollwertigen Abschlussstrecken.

Termine planen, Bestellungen tätigen oder einfach Musik abspielen – das sind nur einige der Funktionen, mit denen Sprachassistenten ihren Nutzern im Alltag zur Seite stehen. Einer aktuellen Umfrage der Postbank zufolge nutzen bereits 32 Prozent der Bundesbürger solche digitalen Helfer. Bei den sogenannten „Digital Natives“ sind es sogar 48 Prozent.

Angesichts dieser Zahlen verwundert es nicht, dass immer mehr Unternehmen Alexa und Co. als attraktive Möglichkeit sehen, neue Kunden zu erreichen und ihren Vertrieb anzukurbeln. Auch in der Versicherungsbranche wächst das Interesse an der Nutzung von Sprachassistenten stetig.

Breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten

Die digitale Unterstützung des Vertriebs durch Sprachassistenten ist für Versicherer in vielerlei Hinsicht interessant. Hat ein Kunde beispielsweise eine allgemeine Frage zu einer bestimmten Versicherungsart, erhält er schnell und unkompliziert eine Antwort. Auch Rückruf- oder Terminwünsche lassen sich mit digitaler Unterstützung problemlos übermitteln – etwa, wenn der Kunde bei einer komplexeren Fragestellung menschliche Unterstützung wünscht. Wer auf der Suche nach einer neuen Versicherung ist, kann über den Sprachassistenten zudem direkt einen Vertrag abschließen.

Damit Kunden diese und andere Funktionen nutzen können, müssen die Versicherer ihnen sogenannte „Skills“ zur Verfügung stellen. Dabei handelt es sich um Anwendungen, die der Nutzer zusätzlich auf seinem Sprachassistenten installiert und mittels eines entsprechenden Sprachbefehls startet.

Bereits erste Abschlussstrecken im Einsatz

Einige deutsche Versicherer sind bereits dazu übergegangen, ihren Kunden den Vertragsabschluss per Sprachassistent zu ermöglichen. Beispielsweise bieten die Deutsche Familienversicherung und die Europäische Reiseversicherung den volldigitalen Abschluss einer Auslandsreiseversicherung über Alexa an. Andere Anbieter – etwa Allianz, Württembergische oder Zurich – verfügen zwar noch nicht über Abschlussstrecken, offerieren aber immerhin Anwendungen, die Kunden bei allgemeinen oder produktspezifischen Fragen weiterhelfen.

Unter den Angeboten der Versicherer finden sich auch zahlreiche Skills, die in keinem direkten Zusammenhang mit dem Thema Versicherungen stehen. In diese Kategorie fällt zum Beispiel der Yoga-Skill der VGH-Versicherungen, der Alexa-Nutzern bei der Entspannung helfen soll.

Menschliche Berater weiterhin wichtig

Auch wenn Sprachassistenten zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen dürften, ist es eher unwahrscheinlich, dass sie menschliche Berater und Vermittler vollständig ersetzen werden. Der Grund: Die meisten Menschen beschäftigen sich ohne äußere Impulse kaum oder gar nicht mit dem Thema Versicherungen. Deshalb ist es weiterhin wichtig, dass Kunden aktiv angesprochen und auf eventuelle Deckungslücken oder Optimierungspotentiale aufmerksam gemacht werden.