Wissen > Rente & Alter > Rente und Altersvorsorge: Das ist 2019 neu
© JackF/Adobe Stock

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Auch in diesem Jahr müssen sich die Deutschen wieder auf Neuerungen bei der gesetzlichen Rente sowie bei der betrieblichen und privaten Altersvorsorge einstellen. Die wichtigsten Änderungen im Überblick.

Ob Mütterrente II, Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung oder Einführung der Zuschusspflicht für Arbeitgeber bei der Betriebsrente – 2019 ändert sich einiges für Rentner und Erwerbstätige.

Gesetzliche Rente steigt

Ab dem 1. Juli 2019 sollen die Renten im Westen um 3,18 und im Osten um 3,91 Prozent steigen. So sieht es der Entwurf des Rentenversicherungsberichts 2018 der Bundesregierung vor. Die Anpassung gilt für alle Altersrenten, für Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten, für gesetzliche Unfallrenten sowie für die Renten der Landwirte aus der landwirtschaftlichen Rentenkasse.

Eine monatliche Rente von 1.000 Euro würde sich nach den aktuellen Zahlen in den alten Bundesländern um 31,80 Euro erhöhen, in den neuen wären es 39,10 Euro. Ein Rentner, der 45 Jahre lang exakt das Durchschnittseinkommen erzielt und entsprechend Beiträge gezahlt hat (der sogenannte „Eckrentner“), bekäme pro Monat rund 45 Euro mehr.

Wie hoch die Rentenanpassung 2019 letztendlich ausfällt, entscheidet sich im Frühjahr, sobald die genauen Zahlen der Lohnstatistik vorliegen.

Mütterrente II kommt

Eltern, deren Kinder vor dem 1. Januar 1992 geboren sind, können seit Jahresbeginn mit einer höheren gesetzlichen Rente rechnen: Der Elternteil, der überwiegend für die Erziehung des Nachwuchses zuständig war, bekommt jetzt 2,5 statt bisher zwei Entgeltpunkte pro Kind gutgeschrieben. Diese Änderung bei der „Anerkennung von Kindererziehungszeiten auf die gesetzliche Rente“ – auch als Mütterrente II bekannt – ist Teil des von der schwarz-roten Bundesregierung beschlossenen Rentenpaketes.

Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft, wie sich diese Änderung in Ost und West auswirkt:

  Wert eines Rentenpunktes 2019 (vorläufig)   Rentenerhöhung bei  
    einem Kind zwei Kindern drei Kindern
Ost 33,05 Euro 16,05 Euro 33,05 Euro 49,55 Euro
West 31,89 Euro 15,95 Euro 31,89 Euro 47,84 Euro

Quelle: Deutsche Rentenversicherung Bund

Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung steigt

Die monatliche Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung (West) liegt 2019 bei 6.700 Euro (80.400 Euro p.a.). Im vergangenen Jahr waren es 6.500 Euro pro Monat. Für Erwerbstätige im Osten wurde sie von 5.800 auf 6.150 Euro pro Monat erhöht, jährlich sind das 73.800 Euro. Allgemein geben die o.g. Beträge die maximale Höhe des Arbeitsentgelts an, das zur Berechnung des Rentenversicherungsbeitrags herangezogen wird. Auf Besserverdiener kommen in diesem Jahr also leicht höhere Abgaben zu.

Arbeitgeber müssen bei der Betriebsrente zuzahlen

Schon jetzt beteiligen sich viele Unternehmen freiwillig an den Beiträgen ihrer Mitarbeiter zur Betriebsrente. Seit Beginn des Jahres haben Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf Zuschüsse vom Arbeitgeber. So sieht es das Betriebsrentenstärkungsgesetz vor.

Der Zuschuss liegt pauschal bei 15 Prozent der Summe, die der Arbeitnehmer monatlich in die betriebliche Altersvorsorge einzahlt. Das gilt allerdings nur, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  1. Es handelt sich um einen Neuvertrag (Abschluss ab dem 1.Januar 2019).

  2. Die Einzahlungen erfolgen über eine Entgeltumwandlung.

  3. Der Arbeitgeber spart infolge der Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge ein.

  4. Es handelt sich um einen der versicherungsförmigen Durchführungswege Pensionskasse, Pensionsfonds oder Direktversicherung.

Wer bereits seit längerem eine betriebliche Altersvorsorge besitzt, profitiert spätestens ab 2022 von der neuen Regelung. Ab dann sind die Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichtet, den Zuschuss auch für Altverträge zu zahlen.

Sonderausgabenabzug bei Rürup steigt

Wer eine Basisrente („Rürup-Rente“) abgeschlossen hat, kann 2019 wieder einen größeren Teil seiner Beiträge als Sonderausgaben beim Fiskus geltend machen. Zum einen erkennt das Finanzamt statt 86 nun 88 Prozent der eingezahlten Beiträge als Sonderausgaben an. Zum anderen ist der steuerlich anerkannte Höchstbetrag auf 24.305 Euro gestiegen. Somit sind nun bis zu 21.388 Euro abzugsfähig.

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