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© fotogestoeber

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„Wir glauben, dass sich unser Einkaufsverhalten für Finanzprodukte genau so verändert, wie Amazon, ebay und Co. unser Einkaufsverhalten zu Weihnachten geändert hat“. So das Fazit eines spannenden Gespräches unter den Gründern von moneymeets im Dezember 2010.

Die Ausgangsfragen zu diesem Gespräch waren:

Glauben wir, das Bankberatung die Qualität erreichen kann, die Verbraucher in Zeiten von absoluter Transparenz im Internet erwarten? Glauben wir, das Bankberatung in Zeiten massiver Regulation für Banken bezahlbar bleibt? Glauben wir, dass Verbraucher in Zeiten von Crowdsourcing-Mechanismen, Web 2.0, Netzwerken wie facebook, XING & Co. klassische Bankberatung zeitgemäß finden? Die Fragen haben wir letztlich mit „Nein“ beantwortet. Und in diesem Zusammenhang noch eine Frage entwickelt: Müssen, wenn die Fragen mit nein beantwortet werden, die Preise für Finanzprodukte nicht ebenso sinken, wie bei Konsumgütern, die über Amazon gehandelt werden? Lothar Lochmaier fragte jüngst in seinem neuen Buch: Wie wird die Killerapp aussehen, die Bank zur Bank 2.0 macht?

Der Weg zur Bank 2.0

Wir als Gründer von moneymeets sind mit klassischen Bankprodukten nicht nur groß geworden, sondern wir glauben auch an sie. Und wir sind sicher, dass klassische Produkte ihr Potenzial noch gar nicht ausspielen, weil die Produzenten noch nicht wirklich mit den Konsumenten kommunizieren. Welche Investmentfondsgesellschaft kennt ihre Kunden? Hervorragende Ansätze wie smava mit P2P-Krediten, innovestment oder seedmatch mit Crowdfunding für Unternehmen sind Entwicklungen, die für einen Bankvorstand vor fünf Jahren eher nicht vorstellbar waren und die heute 100.000 € in wenigen Stunden platzieren. Wir glauben, dass diese Themen sehr spannend sind, weil Bankprodukte Vertrauensverluste erlitten haben und die genannten Plattformen profitieren, weil sie Investments zum Anfassen bieten.

Können die neuen Produkte die Bankenwelt verändern und die Funktion der Risikotransformation von Banken ablösen? Amazon hat keine Produkte neu erfunden, sondern nur den Weg, diese Produkte zu erwerben, neu definiert, vereinfacht und verbessert. Also wird die Killerapp für Bankprodukte den Weg neu definieren – welche Produkte, Bank 1.0 oder/und Bank 2.0 wird der Verbraucher entscheiden.

Bei Amazon erbringen die Kunden die Beratungsfunktion. Durch ihre Bewertungen erhält der Interessent „objektive“ Informationen über die Qualität des Produktes durch die Erfahrungen der anderen Kunden, ohne Marketing und andere verkaufsfördernde Aspekte. Dabei ist die Bewertung der Produkte im Internet unumstritten einer der Hauptfaktoren für Vertrauen in das Produkt – Verbraucher glauben an die Bewertungen der Menschen, die diese Produkte selber erworben haben.

Soziale Medien als zukunftsweisende Kommunikationsplattform

Bei Waschmaschinen kann man in ein Fachgeschäft gehen – komplexere Finanzprodukte sind keine haptischen Produkte, sie sind nur mit unseren Augen, Ohren und dem Blick in den Rückspiegel zu erfassen und werden über Vertrauen gekauft. Im Film „the social network“ war Mark Zuckerberg überzeugt, dass der Wunsch nach sozialen Beziehungen der Treiber für facebook werden. Soziale Beziehungen beeinflussen die Frage entscheidend, wie Menschen Wohlstand erreichen und sich absichern möchten. Geld ist also für die Menschen ebenso ein Treiber wie soziale Beziehungen es sind. Und soziale Beziehungen sind es, die Banken und Finanzdienstleister heute nutzen, um über früher funktionierende Vertrauensmechanismen Finanzprodukte an ihre Kunden zu verkaufen. Verbraucher vertrauen heute anderen Verbrauchern – deren echten Entscheidungen. Entwickeln sich Zweifel – beispielsweise bei Hotelbewertungsportalen – wird es schwierig mit der Glaubwürdigkeit.

Wir brauchen also ein soziales Netzwerk, in dem sich Menschen austauschen können. Austauschen, um über Wissen der Vielen die richtigen Entscheidungen für Finanzprodukte treffen zu können, die für sie richtig sind. facebook und Co. belohnen uns für unsere soziale Aktivität. Apropos Belohnung: Wenn die Preise für anfassbare Produkte durch Amazon und Co. auf Großhandelpreisniveau gesunken sind, ist dieser Weg für Finanzprodukte vorgezeichnet. Und der Spielraum geschaffen, um Verbraucher, die anderen Rat geben, sozial und materiell zu belohnen.

Nun sind Preise schon bei einfach vergleichbaren Produkten unter Druck gekommen: Bei Direktbanken mit Tagesgeldprodukten funktioniert der Wettbewerb, ebenso bei Hypotheken mit Plattformen wie interhyp. Aber gilt dies fünfzehn Jahre nach dem Start von Amazon auch für andere Finanzprodukte? Discountbroker haben ein wenig bewegt aber 10.000 € Geldanlage in Aktien-Investmentfonds kosten selbst mit Discount bei einer Direktbank 250 € in Form des Ausgabeaufschlages, 70 € pro Jahr an Rückvergütungen, welche die Bank von der Fondsgesellschaft erhält und das neben den Depotgebühren. Unter Großhandelspreisen stellen wir uns Anderes vor. Für die Umsetzung des Themas Preisführer für alle relevanten Produkte brauchen wir eine Handelsfunktion auf moneymeets. Und eine übersichtliche Darstellung am besten über alle Entscheidungen.

Es war also ein langes Gespräch an diesem Dezembertag 2010. Viele Gespräche folgten und im August 2012 werden wir online sein. Wir freuen uns auf Ihre Anregungen, Ihre Kommentare und werden hier weiter berichten.

Johannes Cremer

…und Danke an alle, die geholfen haben, die Idee bis heute zu perfektionieren.

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