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Die Lebenserwartung hierzulande ist derzeit so hoch wie nie zuvor. Die gute medizinische Versorgung und ein gesünderer Lebensstil sind die Hauptgründe dafür. Diese – grundsätzlich positive – Entwicklung stellt das deutsche Rentensystem allerdings vor eine Bewährungsprobe.

Prognosen des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR) zufolge soll jedes dritte in 2019 neugeborene Mädchen (37 Prozent) mindestens 100 Jahre alt werden. Von den Jungen kann jeder zehnte (11 Prozent) darauf hoffen, dieses Jubiläum zu erreichen.

Die Angaben des MPIDR basieren auf Vorhersagen der Vereinten Nationen. Sie unterstellen, dass die aktuellen Fortschritte bei der Lebenserwartung anhalten.

Lebenserwartung so hoch wie nie

Durchschnittlich sollen laut des MPIDR heute geborene Mädchen ein Alter von 94,8 Jahren erreichen. Bei den Männern sind es mit 88,6 Jahren rund sechs Jahre weniger.

Noch zu Beginn der 1970er-Jahre lag die durchschnittliche Lebenserwartung deutlich geringer: Männer wurden damals im Mittel 67,4 Jahre alt und Frauen 73,8 Jahre – Werte, die heutzutage selbst in wenig entwickelten Ländern wie El Salvador oder Nicaragua erreicht werden.

Medizin, Lebensstil und Bildung als Hauptgründe

Die gestiegene Lebenserwartung führen Forscher auf mehrere Faktoren zurück. Ein zentraler Aspekt sei der medizinische Fortschritt, der zu einer deutlich geringeren Sterblichkeit bei typischen Altersleiden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt. Zudem leben viele Menschen deutlich gesundheitsbewusster als noch vor einigen Jahrzehnten: Beispielsweise lag der Anteil der Raucher an der Gesamtbevölkerung im Jahr 1978 noch bei 43 Prozent, heute sind es nur noch 26 Prozent.

Ebenfalls maßgeblich ist das gestiegene Bildungsniveau eines Großteils der Deutschen. Zahlreiche Studien belegen, dass gebildete Menschen sich besser ernähren, mehr Sport treiben und häufiger zu Vorsorgeuntersuchungen gehen – alles Faktoren, die ein längeres Leben begünstigen.

Probleme für Rentenkasse

So erfreulich eine höhere Lebenserwartung grundsätzlich auch sein mag, sie stellt das Rentensystem vor große Probleme. Prognosen der Bundesregierung zufolge soll bis 2060 jeder dritte Bundesbürger (34 Prozent) 65 Jahre oder älter sein. Zum Vergleich: Aktuell sind es rund 18 Prozent, also nur rund halb so viel.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass der Anteil der Menschen im erwerbsfähigen Alter – bei gleichbleibender Geburtenrate – in den kommenden Jahrzehnten deutlich sinken wird. Dadurch fehlen dem Rentensystem auf lange Sicht hunderttausende Beitragszahler.

Zukunft des Rentensystems offen

Das Rentenniveau liegt derzeit bei 48,1 Prozent. Das bedeutet, dass ein Rentner, der 45 Jahre lang das Durchschnittseinkommen verdient und entsprechend Beiträge bezahlt hat, eine monatliche Bruttorente von 1.441 Euro (West) bzw. 1.381 Euro (Ost) erhält. Bis 2025 ist dieses Niveau noch festgeschrieben.

Wie es danach weitergeht, darüber wird derzeit noch diskutiert: Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission soll bis März 2020 Konzepte für die Zukunft des Rentensystems erarbeiten. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat Anfang des Jahres mit seiner Idee einer Grundrente (auch „Respekt-Rente“ genannt) zudem einen ersten Reform-Vorstoß gewagt.

Allerdings reicht die gesetzliche Rente in vielen Fällen schon heute nicht mehr aus, um im Alter den gewohnten Lebensstandard beizubehalten. Daher ist es sinnvoll, während des Erwerbslebens zusätzlich privat vorzusorgen, um die drohende Rentenlücke möglichst gering zu halten.

Vorsorge mit Fondssparplänen

Insbesondere Menschen, die noch einige Jahrzehnte Zeit bis zur Rente haben, können mit Fondssparplänen beträchtliche Summen ansparen. Dabei eine jährliche Rendite von vier Prozent oder mehr zu erreichen, ist über lange Laufzeiten nicht unrealistisch. Das zeigen aktuelle Daten des Bundesverband Investment und Asset Management e.V.(BVI):

Historische Sparplan-Renditen diverser Anlageklassen

Laufzeit/ Kategorie 10 Jahre (in % p.a.) 20 Jahre (in % p.a.) 30 Jahre (in % p.a.)
Aktien Deutschland 5,0 4,8 5,8
Aktien Europa 5,1 3,5 4,0
Aktien Welt 6,8 5,0 6,4
Anleihen Euro (Langläufer) 4,3 3,4 3,8
Mischfonds Euro 2,4 3,0 4,5
Offene Immobilienfonds 1,7 2,6 3,3

Quelle: BVI (Stand 31.03.2019)

moneymeets Tipp: Bei moneymeets können Anleger nahezu alle in Deutschland handelbaren Investmentfonds und mehr als 6.500 Sparpläne zu Bestpreisen erwerben. Beim Fondskauf über eine unserer vier Partnerbanken entfällt der Ausgabeaufschlag, der oft bis zu fünf Prozent der Anlagesumme ausmacht.

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