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© Stockfotos-MG

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2018 steigen die Beiträge zur Kfz-Versicherung. Als Grund dafür führen Versicherer Preiserhöhungen bei Ersatzteilen und gestiegene Reparaturkosten an. Versicherte können von ihrem gesetzlich festgeschriebenen Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen.

Ein solches „Geschenk“ wünscht sich wohl niemand unter dem Weihnachtsbaum: Deutsche Autofahrer müssen ab 2018 bei der Kfz-Versicherung tiefer in die Tasche greifen als bisher.

Andreas Kelb, der als Manager der Hannover Rück die meisten Kfz-Versicherer in der Bundesrepublik als Kunden betreut, gibt an, dass die kommenden Beitragserhöhungen bereits fest bei den meisten Versicherungsunternehmen eingeplant seien.

Als maßgeblichen Grund dafür nennt er die Tatsache, dass die Ausstattung moderner Autos durch zahlreiche technische Finessen immer hochwertiger und teurer wird. Das führt in der Praxis zu höheren Schäden bei Unfällen, für deren Regulierung die Versicherer deutlich mehr zahlen müssen als in der Vergangenheit.

Sowohl Haftpflicht als auch Kasko-Versicherungen betroffen

Die Versicherungsprämien dürften 2018 um ein bis zwei Prozent steigen, so die Prognose von Kelb. Dass die Versicherer die gestiegenen Kosten vermehrt auf ihre Kunden umlegen, ist auch schon in diesem Jahr erkennbar gewesen: Der Versicherungsverband GDV gibt an, dass bereits in diesem Jahr die Kfz-Haftpflichtversicherung im Mittel 1,7 Prozent teurer wurde. Ähnliches gilt für Vollkasko-Policen: Hier sind es sogar 2,2 Prozent, die Versicherte zusätzlich hinblättern müssen.

Einzig, wer eine Teilkasko abgeschlossen hat, kann sich freuen: Hier sanken die Beiträge im Schnitt um 0,8 Prozent.

Ersatzteile deutlich teurer geworden

Zusätzlich zu den gestiegenen Kosten durch die Nutzung technisch aufwendiger Bauteile, wie beispielsweise Sensoren an Stoßstangen oder Außenspiegeln, fallen auch höhere Preise für konventionelle Ersatzteile deutlich ins Gewicht.

Zwischen 2013 und 2017 sind nach Angaben von Insurance Europe die Preise nahezu aller wichtigen Fahrzeug-Ersatzteile im Schnitt um ein Fünftel gestiegen. Am höchsten ist die Zunahme bei Kofferraumklappen (+29 Prozent) und bei Rückleuchten (+40 Prozent).

Auch in ferner Zukunft sind bereits Beitragserhöhungen abzusehen: Bis 2035 sollen die Reparaturkosten allein durch den vermehrten Einsatz von Fahrassistenzsystemen und automatisierten Fahrfunktionen um acht Prozent in der Kfz-Haftpflicht und um zehn Prozent in der Kaskoversicherung zunehmen.

Sonderkündigungsrecht nutzen

Eine ordentliche Kündigung der Kfz-Versicherung ist für Autobesitzer in der Regel bis zu einem Monat vor Ende des Versicherungsjahres möglich. Da dieses meist identisch mit dem Kalenderjahr ist, müssen Wechselwillige Ihre Kündigung spätestens am 30.11. eingereicht haben.

Wer diesen Termin 2017 verpasst hat, hat bei einer Beitragserhöhung trotzdem noch ein Ass im Ärmel: Erhöht der Versicherer die Beiträge bei gleichbleibenden Versicherungsbedingungen und Leistungen, können Versicherte ihr gesetzlich festgeschriebenes Sonderkündigungsrecht geltend machen. Die Kündigungsfrist liegt bei einem Monat und beginnt mit dem Tag, an dem die Beitragserhöhung angekündigt wird.

Doch es ist Vorsicht geboten: Wenn der Versicherte die Beitragserhöhung durch einen Wohnortswechsel, das Eintragen weiterer Fahrer oder durch regulierte Versicherungsschäden selbst herbeiführt, entfällt das Sonderkündigungsrecht. Gleiches gilt, wenn die Beiträge nur durch eine Erhöhung der Versicherungssteuer oder durch eine Änderung der Regionalklassen steigen.

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