Wissen > > Hauck & Aufhäuser: „Noch stehen die Konjunkturampeln auf Grün“
© Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG

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Fondsmanager Nils Bartram ist mittlerweile seit 20 Jahren beim traditionsreichen Bankhaus Hauck & Aufhäuser Privatbankiers tätig. Seit 2003 managt er den H & A Aktien Small Cap EMU Fonds. Im Interview mit moneymeets spricht er über die Stärken des deutschen Mittelstands und seine Erwartungen an die Märkte.

In den ersten Monaten des Jahres konnte der SDAX – im Gegensatz zu DAX und MDAX – ein Plus verbuchen. Bei den Small Caps scheint es also weiter bergauf zu gehen. Welche Entwicklung erwarten Sie in den kommenden Monaten?

Nils Bartram: Die weitere Entwicklung der Small Caps wird von den konjunkturellen Aussichten abhängen. Noch stehen die Konjunkturampeln auf Grün. Mithin bestehen gute Chancen, dass die Unternehmen die erwarteten Gewinnzuwächse abliefern werden bzw. sogar übererfüllen können. Dies wird aber auch nötig sein, da der lange Kursaufschwung zu einer höheren Bewertung des Aktienmarktes geführt hat. Viel Spielraum für Enttäuschungen besteht nicht.

Sie managen seit 2003 den H & A Aktien Small Cap EMU. Im letzten Jahr konnten Sie den MSCI Europe Small Cap NR EUR Index deutlich schlagen. Auch seit Jahresbeginn haben Sie es bisher geschafft, diese Benchmark zu schlagen. Wie ist Ihre Prognose bis zum Jahresende?

Bartram: Seit Umstellung des Fonds auf einen Mid-/Small-Cap-Ansatz zum 01.01.2014 konnten wir in jedem Jahr die Benchmark schlagen. Outperformance ist letztlich das Ergebnis vieler kleiner Entscheidungen. Maßgeblich wird sein, dass wir die Gewinnentwicklung der von uns favorisierten Unternehmen richtig einschätzen.

Von welchen Unternehmen versprechen Sie sich bezüglich der Performance aktuell am meisten?

Bartram: Unser größter Favorit ist der Druckmaschinenproduzent König & Bauer, der 2018 weiter die Früchte eines mehrjährigen Restrukturierungsprozesses ernten sollte. Druckereien wurden durch das Internet als neues Kommunikationsmedium und die selektive Kreditvergabe der Banken in der Finanzkrise doppelt belastet. Infolgedessen mussten die Hersteller von Druckmaschinen ihre Produktpalette neu ausrichten und ihre Kapazitäten an die neue Marktlage anpassen. Ein weiterer Favorit ist United Internet, die mit relativ wenig Kapitaleinsatz den Markt der Mobilfunk-Discounter konsolidieren und Effizienzgewinne ernten sollten.

In Ihrem Portfolio finden sich zum Großteil Aktien deutscher Unternehmen. Was ist der Grund dafür?

Bartram: Ein Grund ist das Phänomen der Hidden Champions, die in Deutschland häufig zu finden sind. Hierunter versteht man kleine, fokussierte Unternehmen, die sich in ihren Marktnischen weltmarktführende Positionen erarbeitet haben. Idealerweise handelt es sich dabei um familiengeführte Unternehmen, die ihre Investitionsentscheidungen langfristig treffen und mit hohen Eigenkapitalanteilen unterlegen.

Zudem bestehen in Deutschland günstige Voraussetzungen, um von dem Trend Industrie 4.0 / Digitalisierung zu profitieren. Zu nennen sind hier die starke Marktstellung in der Automatisierungs-, Fertigungs- und Verfahrenstechnik, die gut ausgebildete Facharbeiterschaft und günstige Finanzierungskonditionen.

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Der deutsche Mittelstand ist ja bekanntlich sehr exportorientiert. Wie würden sich die von US-Präsident Trump geplanten Schutzzölle auf die Unternehmen in Ihrem Portfolio auswirken?

Per se sind Zölle negativ zu werten, weil sie die preisliche Wettbewerbsfähigkeit verzerren. Sollten z. B. die USA die Zölle für deutsche Autos anheben, stellt sich für BMW & Co. die Frage, ob Wertschöpfung aus Deutschland in die USA verlagert werden muss. Bei etwaigen Kapazitätserweiterungen werden die oftmals im Mid-/Small-Cap-Segment angesiedelten Zulieferer mitziehen müssen. Dies belastet die Personaldecke und die Finanzkraft dieser Unternehmen.

Senkt die EU dagegen die Zölle für US-Autoimporte, wird dies meines Erachtens nicht zu einer Importschwemme amerikanischer Autos führen. Vielmehr besteht dann das Problem, dass auch japanischen Automobilherstellern der Marktzugang erleichtert werden müsste. Die Folgen wären Preisdruck und Marktanteilsverluste deutscher Hersteller und deren Zulieferer. Deshalb werden wir die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen und hoffentlich die richtigen Schlüsse ziehen.

Ihr Fonds investiert – wie eingangs schon erwähnt – in Small Caps. Wie handeln Sie, wenn eines der Unternehmen, in das Sie investiert haben, eine zu hohe Marktkapitalisierung erreicht?

Es macht keinen Sinn, sich aufgrund einer eher willkürlich gesetzten Grenze bei der Marktkapitalisierung die Chance auf weitere Kursgewinne abzuschneiden und verkaufen zu müssen. Unsere Regel ist es, dass wir bei Überschreiten einer Marktkapitalisierung von 10 Mrd. EUR nicht weiter kaufen, aber bestehende Positionen halten dürfen.

Wie sollten langfristig orientierte Anleger Small Caps in ihren Portfolien gewichten?

Je nach Risikotragfähigkeit können es zwischen 5 und 10% sein.

Herr Bertram, vielen Dank für das Gespräch!

Hier erfahren Interessierte mehr zum H & A Aktien Small Cap EMU Fonds.

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