In den Ferien wollen sich die meisten Menschen einfach vom Alltagsstress erholen. Damit der wohlverdienten Auszeit nichts im Wege steht, gilt es, auch auf den passenden Versicherungsschutz zu achten. Welche Policen besonders wichtig sind und worauf Versicherte achten sollten.

Spanien, Griechenland und die Türkei – das sind laut dem Deutschen Reiseverband (DRV) die Top-Auslandsreiseziele der Deutschen in diesem Jahr. Am beliebtesten ist jedoch nach wie vor der Urlaub im eigenen Land. Doch egal, wie das Reiseziel heißt, auf eines sollten Urlauber in jedem Fall achten: den passenden Risikoschutz. Wir haben daher zusammengefasst, welche Versicherungen für eine sorgenfreie Auszeit am wichtigsten sind.

Auslandskrankenversicherung für gesetzlich Versicherte

Wer Mitglied einer privaten Krankenversicherung ist, genießt im europäischen Ausland den vollen Versicherungsschutz. Auch weiter entfernte Reiseziele sind in der Regel abgesichert. Der globale Risikoschutz gilt in der Regel mindestens für einen Monat, häufig aber auch drei Monate oder mehr – in jedem Fall lange genug für einen erholsamen Urlaub.

Bei gesetzlich Krankenversicherten ist die Lage hingegen etwas komplizierter: In Ländern, mit denen die Bundesrepublik ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat, sind Reisende abgesichert. Das ist für die meisten europäischen Staaten, aber beispielsweise auch für Israel, die Türkei oder Tunesien der Fall. Für diese Länder stellen die gesetzlichen Krankenkassen ihren Mitgliedern die sogenannte European Health Insurance Card (EHIC) aus. In Deutschland ist diese auf die Rückseite der Versichertenkarte gedruckt. Allerdings gilt es, im Hinblick auf den Risikoschutz im Ausland einige Einschränkungen zu beachten. Zum einem übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung nur die Kosten, die bei einer Behandlung in Deutschland entstanden wären. Eine eventuelle Differenz trägt der Versicherte selbst. Zudem ist der Rücktransport nach Deutschland im Falle einer schweren Erkrankung meist nicht im Versicherungsumfang enthalten.

Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung, die Wert auf eine umfassende Absicherung legen oder ihren Urlaub außerhalb des EHIC-Geltungsraumes verbringen, benötigen demnach zusätzlichen Risikoschutz. Zu empfehlen ist der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung. Urlauber können grundsätzlich zwischen einem Einmalschutz für die Dauer einer Reise und ganzjährig gültigen Policen wählen, die Schutz für alle Reisen eines Jahres bieten. Bei einer Jahresschutzpolice ist darauf zu achten, dass ein nicht mehr benötigter Vertrag rechtzeitig gekündigt wird. Ansonsten verlängert sich die Police automatisch um ein weiteres Jahr.

Mallorca-Police für den Mietwagen

Reisende, die im Ausland einen Mietwagen nutzen, sollten ihre Kfz-Versicherung oder ihre Privat-Haftpflichtversicherung um eine „Versicherung für den Gebrauch fremder, versicherungspflichtiger Fahrzeuge“ (auch als „Mallorca-Police“ bekannt) erweitern. Durch diese Vertragsklausel ist der Mietwagen entweder mit der gleichen Versicherungssumme wie das heimische Auto haftpflichtversichert oder zumindest mit der in Deutschland gesetzlich vorgeschriebenen Summe.

Ohne diesen Zusatz richtet sich der Versicherungsschutz grundsätzlich nach den Vorschriften des jeweiligen Landes. Sinnvoll ist eine Mallorca-Police insbesondere für Reisen in Länder außerhalb der EU, da dort die Mindestdeckungssummen für Sach- und Personenschäden meist deutlich niedriger sind. Der Schutz gilt in der Regel im geografischen Europa, also auch im europäischen Teil Russlands oder der Türkei. Mit weltweiter Gültigkeit heißt der Schutz Traveller-Police.

Reiserücktrittsversicherung in Einzelfällen sinnvoll

Manchmal kommt es vor, dass der wohlverdiente Urlaub kurzfristig abgesagt werden muss. Die meisten Reiseanbieter erheben in diesem Fall Stornogebühren. Wie hoch diese ausfallen, lässt sich in den Allgemeinen Reisebedingungen (ARB) des jeweiligen Veranstalters nachlesen.

Eine Reiserücktrittsversicherung übernimmt diese Kosten, sofern Versicherte eine Reise aus unvorhersehbaren Gründen absagen müssen. Dazu zählen unter anderem:

  • Todesfälle in der Familie
  • Unerwartete Krankheiten
  • Impfunverträglichkeiten
  • Unfälle und schwere Verletzungen
  • Vorladungen vor Gericht
  • Eine zum Buchungszeitpunkt nicht bekannte Schwangerschaft
  • Unerwarteter Verlust des Arbeitsplatzes

Einige dieser Gründe sind allerdings auslegungsbedürftig – etwa die Frage, in welchen Fällen eine Krankheit oder eine Kündigung tatsächlich als nicht vorhersehbar gilt. Unklarheiten bei der Interpretation von Vertragsbedingungen haben schon vielfach zu Rechtsstreitigkeiten geführt.

Sportliche Urlauber brauchen Unfallversicherung

Viele Menschen nutzen ihre Urlaubstage, um neue Sportarten wie Surfen oder Tauchen auszuprobieren. Wer eine private Unfallversicherung besitzt, ist bei solchen Aktivitäten grundsätzlich weltweit abgesichert. Manche Versicherer schließen allerdings bestimmte Risikosportarten aus. Hier gilt es, die Versicherungsbedingungen genau zu prüfen.

Für sportliche Urlauber, die nicht privat unfallversichert sind, kann der Abschluss einer Reiseunfallversicherung sinnvoll sein. Diese bietet üblicherweise die gleichen Leistungen wie eine „normale“ private Unfallversicherung. Ein wesentlicher Unterschied ist jedoch, dass die Absicherung zeitlich begrenzt ist. Üblich sind Zeiträume zwischen 45 und 56 Tagen am Stück. Für einen ausgiebigen Sommerurlaub sollte eine solche Police in den allermeisten Fällen also ausreichen.

Interessierte sollten allerdings genau prüfen, ob eine reine Reiseunfallversicherung – etwa bei mehreren Reisen im Jahr – nicht auf Dauer teurer ist als ein ganzjähriger Vertrag, der abgesehen vom möglichen Preisvorteil auch außerhalb der Urlaubszeit Schutz bietet.

Gepäck oft über Hausratversicherung abgedeckt

Versicherer empfehlen Urlaubern häufig den Abschluss einer Gepäckversicherung, um ihr Hab und Gut auf Reisen abzusichern. Auf den ersten Blick mag eine solche Police sinnvoll erscheinen, allerdings ist die Liste der Ausschlüsse und Einschränkungen in den Versicherungsbedingungen häufig lang. Verschwinden beispielsweise Bargeld, Kreditkarten oder Flugtickets und Fahrkarten leistet die Versicherung in der Regel nicht. Kameras, Wertsachen und Laptops ersetzen die Anbieter meist nur bis zu einer vertraglich festgelegten Obergrenze.

Sinnvoller ist für Urlauber der Blick in die Bedingungen ihrer Hausratversicherung. Oft ist das Gepäck auf Reisen über die Außenversicherung der Police abgedeckt. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Wertsachen aus dem verschlossenen Hotelzimmer oder bei einem Raubüberfall auf der Straße gestohlen werden. Auch wenn Diebe das Gepäck aus dem Auto entwenden, leistet die Versicherung in der Regel. Voraussetzung hierfür ist, dass der Wagen in einem geschlossenen Gebäude steht, etwa in einer Garage oder einem Parkhaus mit Schranke. Ob es sich um das eigene Auto oder um einen Mietwagen handelt, ist dabei irrelevant.

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