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© Gorodenkoff/Fotolia

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Jahr für Jahr strömen tausende neue Studenten an die Universitäten. Spätestens, wenn der Studienplatz gesichert und die erste Unterkunft außerhalb des Elternhauses gefunden ist, gilt es, sich Gedanken über die eigenen Finanzen zu machen. Eine besondere Rolle spielt dabei das Thema Versicherungen.

Anfang dieses Monats hat an Deutschlands Hochschulen das Wintersemester 2018/19 begonnen. Für tausende Studenten beginnt jetzt mit dem Einstieg ins Studium ein neuer Lebensabschnitt.

Sobald mit der Suche nach einer Unterkunft der erste große Kraftakt gemeistert ist, stehen viele Erstsemester vor der nächsten Herausforderung: Zum ersten Mal im Leben gilt es, die eigenen Finanzen selbstständig zu managen. Insbesondere das Thema Versicherungen ist dabei nicht zu unterschätzen. Wo benötigen Studenten eigene Policen und wo sind Risiken weiter über die Eltern abgesichert?

Gesetzlich oder privat krankenversichert?

Ohne Krankenversicherung kann sich hierzulande niemand für ein Studium einschreiben. Angehende Studenten müssen ihrem Immatrikulationsantrag deshalb einen Nachweis über ihre Krankenversicherung beifügen.

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, zwischen der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung zu wählen. Welche Variante sich lohnt, hängt dabei in erster Linie vom Elternhaus ab:

  • Sind beide Elternteile oder der Hauptverdiener gesetzlich versichert, können Studenten bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres kostenfrei in die gesetzliche Familienversicherung aufgenommen werden. Das ist allerdings nur möglich, wenn sie selbst maximal 435 Euro monatlich verdienen oder aber als „Mini-Jobber“ tätig sind. Dann liegt die Grenze bei 450 Euro im Monat.

  • Wer bereits Mitglied in der privaten Krankenversicherung ist, weil ein oder beide Elternteile dort versichert sind, kann sich zu Beginn des Studiums zwischen gesetzlicher und privater Absicherung entscheiden. Eine private Krankenversicherung lohnt sich insbesondere für Kinder von Beamten. Diese sind bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres beihilfeberechtigt. Der Staat übernimmt dann bis zu 80 Prozent der Krankheitskosten. Der Rest kann kostengünstig über eine eigene private Restkostenversicherung abgesichert werden. Achtung: Die Beihilfe entfällt für alle Studenten, die mehr als 640 Euro im Monat verdienen.

moneymeets Tipp: Wer BAföG erhält und nicht familienversichert ist, kann einen Zuschuss zur gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung beantragen. Die Voraussetzung dafür ist, dass die BAföG-Förderung unterhalb des Höchstsatzes liegt. Dieser beträgt seit 2016 735 Euro monatlich. Wer diese Bedingung erfüllt, kann bis zu 86 Euro monatlich für seine Kranken- und Pflegeversicherung erhalten.

Haftpflichtversicherung: Nicht verpflichtend, aber unverzichtbar

Bei Studenten ist das Geld zwar oft knapp, dennoch sollten sie auf keinen Fall auf eine private Haftpflichtversicherung verzichten. Wer direkt nach der Schule oder im Anschluss an eine Ausbildung ein Studium beginnt, hat dabei einen Vorteil: Für die Dauer des Studiums besteht meist die Möglichkeit, sich über die Haftpflichtversicherung der Eltern mitversichern zu lassen.

Diese Regelung gilt allerdings meist nur für das erste Studium. Wer später ein Zweitstudium beginnt, muss sich um einen eigenen Vertrag bemühen. Einige Versicherer sehen zudem eine Altersgrenze vor. Studenten, die diese überschreiten, benötigen ebenfalls eine eigene Haftpflichtversicherung. Gleiches gilt übrigens für Studenten, die ihren Hauptwohnsitz nicht mehr bei den Eltern haben.

umgekipptes Glas Rotwein auf dem Teppich

Rundum abgesichert im Alltag

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Hausratversicherung – Nicht immer ein Muss

Der alte Küchentisch der Großeltern, das Sofa aus dem Gästezimmer der Eltern: Die meisten Studenten haben in ihrer ersten Wohnung noch keinen teuren Hausrat, den es abzusichern gilt. Dennoch ist es in der Regel sinnvoll, eine Hausratversicherung zu besitzen, um etwa bei Wasserschäden die Kosten ersetzt zu bekommen.

Ob und in welchem Umfang dabei ein eigener Vertrag notwendig ist, hängt von der konkreten Wohnsituation ab. Folgende Szenarien sind dabei zu unterscheiden:

  1. Eigene Wohnung: Sobald Studenten ihr Elternhaus dauerhaft verlassen, benötigen sie auch eine eigene Hausratversicherung für ihr Hab und Gut.

  2. WG mit einem Gemeinschafts-Mietvertrag: In dieser Konstellation sind alle WG-Mitglieder gleichberechtigte Mieter. Daher lässt sich der gesamte Hausrat mit einer gemeinsamen Police absichern.

  3. WG mit einem Untermietervertrag: Besteht die WG aus einem Hauptmieter, der mit weiteren Personen einen Untermietervertrag abgeschlossen hat, muss jeder Mitbewohner für sich selbst vorsorgen. Gemeinsam genutzte Bereiche wie Küche oder Badezimmer sind allerdings oft schon über den Vertrag des Hauptmieters abgesichert. In diesem Fall müssen nur die privat genutzten Räumlichkeiten versichert werden.

  4. Wohnung im Studentenwohnheim: Wohnheime werden oft von Studentenwerken oder kirchlichen Trägern betrieben. Einige Studentenwerke bieten ihren Bewohnern beim Abschluss des Mietvertrags eine gemeinschaftliche Hausratversicherung an, sodass kein separater Vertrag notwendig ist. Gehört das Wohnheim hingegen einem privaten Träger, so ist dies in der Regel nicht der Fall.

Wohnzimmer mit Couch und Stehlampe

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Kfz-Versicherung

In Deutschland muss jeder Autobesitzer eine Kfz-Haftpflicht-Police abschließen, um am Straßenverkehr teilnehmen zu dürfen. An dieser Versicherung kommen also auch Studenten nicht vorbei, wenn sie selbst Halter eines Kfz sind. Eine Kaskoversicherung hingegen, die auch selbstverschuldete Schäden am eigenen Fahrzeug absichert, ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Gerade bei neuen Fahrzeugen ist eine Vollkasko-Police jedoch sinnvoll.

Risikoschutz im Ausland

Immer mehr Studenten entscheiden sich dafür, Auslandssemester oder -praktika zu absolvieren, um neue Erfahrungen zu sammeln oder ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Viele nutzen zudem ihre freie Zeit für ausgiebige Urlaubsreisen. Hier ist es im Vorfeld sinnvoll, sich die eigene Krankenversicherung genauer anzusehen. Bei privaten Krankenversicherern ist der internationale Schutz oftmals inklusive, bei gesetzlich versicherten Studenten ist es hingegen etwas komplizierter:

Grundsätzlich gilt der gesetzliche Versicherungsschutz in den Ländern, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat. Das ist für die meisten europäischen Länder, aber beispielsweise auch für Israel, die Türkei oder Tunesien der Fall. Für diese Länder stellt die gesetzliche Krankenversicherung ihren Mitgliedern die so genannte European Health Insurance Card (EHIC) aus. Der Rücktransport nach Deutschland bei schweren Erkrankungen oder Verletzungen ist hier allerdings nur selten inbegriffen. Wer sich außerhalb der oben genannten Länder aufhält oder einfach auf Nummer sicher gehen möchte, der sollte über den Abschluss einer Auslandskrankenversicherung nachdenken.

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