Wissen > > Von 1774 bis heute: Die Geschichte der Investmentfonds
© Photocreo Bednarek

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Den weltweit ersten Investmentfonds legte der Niederländer Abraham van Ketwich schon im Jahre 1774 auf. Seit 2012 findet am 19. April – dem Geburtstag des Investment-Pioniers – der Weltfondstag statt. Wir haben anlässlich des Aktionstages die Geschichte dieser Anlageklasse einmal genauer unter die Lupe genommen.

Am 19. April 1744 kam Abraham van Ketwich zur Welt – der Mann, der im Jahre 1774 den weltweit ersten Investmentfonds auflegte. 2012 hat der Bundesverband Investment und Asset Management e.V. (BVI) van Ketwichs Geburtstag zum Weltfondstag auserkoren. Seitdem findet dieser Aktionstag jährlich am 19. April statt.

Eintracht macht stark: Der erste Fonds

Lange Zeit hielt sich der Glaube, dass die „West Cornwall Mines Investment Company“ im Jahr 1836 den weltweit ersten Investmentfonds emittierte. Inzwischen sind sich die Experten jedoch darüber einig, dass der niederländische Kaufmann Abraham van Ketwich diese Anlageform schon viel früher ins Leben rief.

Im Jahr 1774 legte van Ketwich seinen Fonds unter dem Namen „Eendracht Maakt Magt“ (deutsche Übersetzung: „Eintracht macht stark“) auf. Rund 2.000 Fondsanteile verkaufte er damals an interessierte Anleger. Deren Rechte und die Anlagephilosophie waren schon damals in einem Fondsprospekt klar definiert.

Das Prinzip der Risikostreuung war dem Niederländer dabei ein besonderes Anliegen: Einige Jahre zuvor hatte er beobachtet, wie die sorglose Kreditvergabe britischer Banken an ihre Kolonien zahlreiche Geldhäuser in die Insolvenz trieb. Van Ketwich war davon überzeugt, dass sich solche Pleiten nur mit einer angemessenen Risikostreuung vermeiden ließen.

Das Kapital der Anleger investierte er daher in 2.000 verschiedene Einzeltitel – fast ausschließlich Anleihen. Diese stammten überwiegend aus Europa, den niederländischen Kolonien in Amerika, Afrika und Asien sowie Mittel- und Südamerika.

Durchschnittlich erreichte der Fonds während seines Bestehens eine jährliche Rendite von rund vier Prozent. Dem gegenüber standen für heutige Verhältnisse sehr geringe Kosten: Anleger mussten lediglich einen Ausgabeaufschlag von 0,5 Prozent und eine Managementgebühr von 0,2 Prozent p.a. zahlen.

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Pioneer Fund: Alt, aber immer noch aktiv

Den ältesten Fonds, der heute noch aktiv ist, legte die US-Gesellschaft Pioneer Investments im Jahr 1928 auf. Der „Pioneer Fund“ (ISIN US7236821002) investiert vornehmlich in Aktien amerikanischer Großunternehmen.

Seit seinem Start konnte der Fonds einen Gesamtwertzuwachs von fast 1.900 Prozent verbuchen. Pro Jahr entspricht das einer durchschnittlichen Performance von 11,5 Prozent. Diese Leistung beeindruckte auch Star-Investor Warren Buffet, der den Fonds als „den besten langfristigen Anlageerfolg der Geschichte Amerikas“ lobte.

Die Marke Pioneer Investments ist übrigens mittlerweile Geschichte: Im Sommer 2017 übernahm die Fondsgesellschaft Amundi das Unternehmen, das zuvor zur italienischen Bankengruppe Unicredit gehörte. Durch die Übernahme avancierten die Franzosen zum derzeit größten Vermögensverwalter Europas.

Erster deutscher Fonds erst 1950

In Deutschland begann die Erfolgsgeschichte der Investmentfonds erst nach dem Ende des zweiten Weltkriegs. In den Nachkriegsjahren benötigten die Unternehmen in der Bundesrepublik dringend Geld, um in den Wiederaufbau ihrer Produktion investieren zu können.

Die Investmentgesellschaft ADIG erkannte damals die Zeichen der Zeit und legte 1950 den Aktienfonds Fondak (ISIN DE0008471012) auf. Der Fonds war gleich zu Beginn ein voller Erfolg: Alleine zwischen 1950 und 1959 konnte er eine Performance von insgesamt 1.024 Prozent erzielen.

Bis heute investiert der Fonds, der mittlerweile zur Allianz Global Investors GmbH gehört, in deutsche Standardwerte. In den rund 68 Jahren seines Bestehens erzielte er eine jährliche Durchschnittsperformance von 18,2 Prozent. Damit schlägt der Fondak auf lange Sicht seine Benchmark – den Dax – deutlich. Seit 1959 konnten der deutsche Leitindex und sein Vorgänger, der Index der Börsen-Zeitung, „nur“ durchschnittlich 14,7 Prozent pro Jahr erreichen.

Bis heute beliebt

Die Erfolgsgeschichte geht weiter: Mittlerweile verwalten Fondsmanager rund um den Globus mehr als 31 Billionen Euro - fast das Zehnfache des deutschen Bruttoinlandsprodukts im vergangenen Jahr. Alleine 2,8 Billionen Euro davon stammen von Anlegern aus der Bundesrepublik.

Insgesamt kämpfen derzeit mehr als 110.000 Fonds weltweit um die Gunst der Anleger. Rund 22.000 davon sind auch in Deutschland verfügbar.

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