E-Scooter haben sich in kurzer Zeit zu einem beliebten innerstädtischen Verkehrsmittel entwickelt. Sie ermöglichen es ihren Nutzern, schnell und emissionsfrei von einem Ort zum anderen zu gelangen. Doch was gilt es bei der Nutzung zu beachten und welche Versicherungen sollten E-Scooter-Fahrer im Gepäck haben?

Seit dem 15. Juni sind E-Scooter für die Nutzung auf Deutschlands Straßen zugelassen. Seitdem hat sich ein enormer Hype um die elektrisch betriebenen Tretroller entwickelt. In insgesamt 14 deutschen Großstädten stellen die vier großen Anbieter circ, lime, TIER und VOI dem Verbraucher die Geräte mittels App-basierter Leihmodelle zur Verfügung.

Darüber, ob E-Scooter ein wichtiger Baustein für ein nachhaltiges Mobilitätskonzept oder nur ein Freizeitvergnügen ohne Mehrwert für den innerstädtischen Verkehr sind, scheiden sich die Geister. Eins ist jedoch klar: Auch wenn noch keine offiziellen Verkaufszahlen vorliegen, spricht die Zahl der Leihgeräte auf deutschen Straßen – derzeit sind es bereits über 13.000 – für ein großes Interesse seitens der Verbraucher. Wie bei anderen Verkehrsmitteln stellt sich dabei auch die Frage, welche Versicherungen Nutzer benötigen und welche Regeln es zu beachten gilt. Die wichtigsten Informationen im Überblick.

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Kfz-Haftpflicht bei Kauf obligatorisch

Grundsätzlich gelten E-Scooter genau wie Autos oder Motorräder als Kraftfahrzeuge. Der Grund für diese Einstufung: Der Nutzer muss, anders als etwa bei E-Bikes, die nur einen Hilfsmotor besitzen, keine eigene Kraft für die Fortbewegung aufwenden. E-Scooter dürfen daher nur im Straßenverkehr genutzt werden, wenn der Fahrzeughalter eine Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat. Verursacht der Rollerfahrer einen Schaden gegenüber einer dritten Person, kommt die Versicherung für die Kosten auf. Zusätzlich lassen sich Schäden am eigenen Fahrzeug mit einer Teil- oder Vollkasko-Police absichern.

Bei Leihrollern kümmert sich der jeweilige Anbieter als Eigentümer der Fahrzeuge um die Absicherung. Wer hingegen beabsichtigt, einen E-Scooter zu kaufen, muss sich selbst um eine Police bemühen. Liegt der Versicherungsschutz dann vor, ist es Pflicht, dies mit einer selbstklebenden Versicherungsplakette deutlich zu machen. Zudem müssen Nutzer ein Typenschild mit der Bezeichnung „Elektrokleinstfahrzeug“ und einer Fahrzeug-Identifizierungs-Nummer (FIN) an ihrem E-Scooter anbringen.

Gegen Unfälle absichern

Die zugelassene Höchstgeschwindigkeit für E-Scooter liegt laut Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) bei 20km/h. Auch wenn das nicht nach allzu viel klingt, ist das Risiko ernsthafter Verletzungen bei Unfällen nicht zu unterschätzen. Ärzte berichten bereits von zahlreichen Prellungen und Hautverletzungen, aber auch von Knochenbrüchen oder gefährlichen Kopfverletzungen. In Frankreich und Schweden haben die Behörden sogar schon die ersten Unfalltoten vermeldet.

Angesichts dieser Risiken ist es durchaus sinnvoll, über eine private Unfallversicherung nachzudenken. Sie kommt für die Kosten auf, wenn der Versicherte infolge eines Unfalls eine dauerhafte körperliche Beeinträchtigung davonträgt. Wichtig ist eine solche Versicherung für alle, die in der Freizeit mit einem E-Scooter unterwegs sind. Bei Unfällen auf dem Arbeitsweg greift hingegen die gesetzliche Unfallversicherung. Gleiches gilt, wenn die Roller im innerbetrieblichen Verkehr zum Einsatz kommen.

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Was E-Scooter-Fahrer außerdem beachten sollten

Mit einem E-Scooter fahren dürfen grundsätzlich alle Bundesbürger, die mindestens 14 Jahre alt sind. Ein spezieller Führerschein ist hierfür nicht notwendig. Auch von einer Helmpflicht sieht der Gesetzgeber aktuell noch ab.

Genutzt werden dürfen die Elektro-Tretroller auf Radwegen, Radfahrstreifen und in Fahrradstraßen. Fehlen diese, müssen Nutzer auf die Straße ausweichen. Fahren auf dem Gehweg oder in Fußgängerzonen ist hingegen tabu. Wer bei einem Regelverstoß erwischt wird, muss ein Bußgeld von mindestens 15 Euro zahlen. Folgende Strafen sieht der Bußgeldkatalog der Behörden dabei im Einzelnen vor:

Bußgelder bei Verkehrsverstößen mit E-Scootern

Tatbestand Bußgeld
Bei Rot über die Ampel fahren 60-180 Euro
Fahren auf dem Gehweg 15-30 Euro
Fahren auf der Autobahn 20 Euro
Fahren ohne Versicherungskennzeichen 40 Euro
Fahren mit einem Scooter ohne Betriebserlaubnis 70 Euro
Nebeneinander fahren 15-30 Euro

Quelle: ADAC

Zudem gelten für E-Scooter-Fahrer hinsichtlich Alkoholkonsum die gleichen Regeln wie für Autofahrer. Wer mit 0,5 bis 1,09 Promille fährt und keine alkoholbedingte Auffälligkeit zeigt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Geahndet wird das in der Regel mit einem Bußgeld von 500 Euro, einem Monat Fahrverbot und 2 Punkten in Flensburg. Ab 1,1 Promille – oder grundsätzlich bei alkoholbedingten Ausfallserscheinungen – liegt eine Straftat vor. Diese wird mit dem Entzug des Führerscheins oder schlimmstenfalls mit einer Freiheitsstrafe sanktioniert. Für Fahranfänger gilt ohne Ausnahmen die 0,0-Promille-Grenze.

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