Wissen > > Deutsche fürchten sich vor dem Ruhestand
© weyo/Fotolia

© weyo/Fotolia

Der AXA Deutschland-Report 2018 offenbart einen großen Vertrauensverlust in die deutsche Rentenpolitik. Bei vielen Menschen dominiert mittlerweile die Angst, in die Altersarmut zu rutschen. Darüber, wie sich die Rentenlücke am besten schließen lässt, herrscht allerdings Uneinigkeit.

Die Deutschen haben das Vertrauen in das umlagefinanzierte Rentensystem weitestgehend verloren – das legen die Ergebnisse des AXA Deutschland-Reports 2018 nahe. Der Versicherungskonzern hat insgesamt 3.368 Menschen ab 18 Jahren zur Rentenpolitik der Bundesregierung und ihrer eigenen Ruhestandsplanung befragen lassen. Die Ergebnisse der Studie im Überblick.

Politik verspielt Vertrauen

Seit der Rentenreform 1957 baut das deutsche Rentensystem auf dem sogenannten „Generationenvertrag“ auf: Der arbeitende Teil der Bevölkerung finanziert mit seinen Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung den Ruhestand der älteren Generationen. Zugleich erwerben alle Beitragszahler Ansprüche auf eine spätere staatliche Rente.

Viele Deutsche scheinen allerdings mittlerweile daran zu zweifeln, dass der Staat ihnen noch eine auskömmliche Rente garantieren kann. So stimmen 71 Prozent der Studienteilnehmer der Aussage „Ich habe mein Vertrauen in die Politik beim Thema Altersvorsorge verloren“ uneingeschränkt zu. Am höchsten ist die Zahl der Renten-Pessimisten in Thüringen mit 84 Prozent. Deutlich optimistischer scheinen dagegen die Menschen in Hessen (59 Prozent) und dem Saarland (58 Prozent) zu sein.

Forderung nach höheren Renten dominiert

Ein großer Teil der Deutschen sieht, was die Höhe der staatlichen Renten angeht, akuten Handlungsbedarf: Sieben von zehn Befragten geben an, dass es die wichtigste Aufgabe des Staates sei, für höhere Renten zu sorgen. Besonders bei den Ruheständlern selbst (74 Prozent) und den Babyboomer-Jahrgängen (81 Prozent) ist diese Ansicht weit verbreitet. Bei den Berufstätigen unter 30 Jahren spielt das Thema hingegen eine deutlich geringere Rolle. Lediglich jeder Zweite in dieser Altersgruppe fordert, Menschen im Ruhestand finanziell besser zu stellen.

Die Ergebnisse lassen eine klare Tendenz erkennen: Je näher die Befragten selbst am Rentenalter sind, desto wichtiger ist ihnen auch das finanzielle Auskommen im Ruhestand.

Nur wenige freuen sich auf den Lebensabend

Ein großer Teil der Erwerbstätigen blickt, was den eigenen Ruhestand angeht, eher skeptisch in die Zukunft. Bei 51 Prozent der Probanden überwiegt die Sorge über das finanzielle Auskommen als Rentner. Lediglich jeder Dritte gibt an, in dieser Hinsicht eher zuversichtlich zu sein.

Zudem scheint das Thema Altersvorsorge vielen Menschen mehr Angst zu machen als noch vor einigen Jahren. Fast zwei Drittel aller Erwerbstätigen stimmen dieser Einschätzung zu. Lediglich 27 Prozent sind in dieser Hinsicht weiterhin optimistisch.

Angst vor Alterarmut wächst

Laut dem Europäischen Statstikamt (Eurostat) hat sich die Anzahl der von Altersarmut bedrohten Menschen hierzulande seit 2010 mehr als verdoppelt. Mittlerweile zählen etwa 1,3 Millionen Deutsche zu dieser Risikogruppe. Angesichts solcher Zahlen erscheint es nachvollziehbar, dass acht von zehn Deutschen angeben, dass Altersarmut in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis ein zentrales Gesprächsthema ist. 31 Prozent fürchten sich zudem davor, selbst im Ruhestand zu verarmen.

Anrechnung von Erziehungszeiten wichtiger als Mindestrente

Bei der Frage, welche Reformen nötig sind, um das Rentensystem zu retten, sind sich die Deutschen einig: Fast 80 Prozent sind der Meinung, dass sich Erziehungszeiten stärker auf die Höhe der Rentenansprüche auswirken sollten. Drei von vier Befragten fordern zudem, dass in Zukunft auch Selbstständige und Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen sollen. Einen ähnlichen Ansatz forderten SPD, Grüne und Linke schon im letzten Bundestagswahlkampf mit ihrem Konzept der „Bürgerversicherung“.

Deutlich weniger attraktiv scheint für viele die Einführung einer verbindlichen Mindestrente für alle Ruheständler zu sein. Nur die Hälfte der Deutschen hält diese Maßnahme für sinnvoll. Auch für höhere Beiträge (31 Prozent) und die Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters (9 Prozent) können sich nur die Wenigsten begeistern.

Privat vorsorgen als Alternative

Wer sich unsicher ist, wie hoch die eigene Rente später ausfallen wird – und ob diese ausreicht, um den gewohnten Lebensstandard aufrecht zu erhalten – sollte zunächst die eigene Rentenlücke berechnen. Diese beschreibt die Differenz zwischen dem aktuell erzielten Einkommen und der zu erwartenden Altersrente. Rechner zur Ermittlung der Rentenlücke finden Interessierte etwa auf der Homepage des Bundesverbandes Investment und Asset Management (BVI).

Sobald klar ist, wie viel zusätzliches Einkommen notwendig ist, um die Rentenlücke zu schließen, gilt es abzuwägen: Welche Art der privaten Vorsorge ist für die eigenen Bedürfnisse am sinnvollsten?

Riester: Staatliche Förderung winkt

Seit 2002 kann jeder, der privat für den Ruhestand vorsorgen möchte, mit einem Riester-Vertrag Kapital für eine Zusatzrente ansammeln. Sparer können zwischen Bank- oder Fondssparplänen, Versicherungsprodukten sowie Riester-Bausparverträgen wählen.

Als Anreiz bietet der Staat unter anderem attraktive Zulagen: Neben der jährlichen Grundzulage von 175 Euro, die jedem Riester-Sparer zusteht, erhalten Eltern zusätzlich eine Kinderzulage. Für Kinder, die vor 2008 geboren sind, zahlt der Staat 185 Euro. Ab dem Geburtsjahr 2008 sind es sogar 300 Euro. Alternativ besteht die Möglichkeit, die Beiträge steuerlich abzusetzen. Insgesamt 2.100 Euro können Arbeitnehmer als Sonderausgaben geltend machen.

Im Rahmen der sogenannten „Günstigerprüfung“ rechnet das Finanzamt beide Förderungen gegeneinander auf. Der Sparer erhält nur die Förderung, die für ihn vorteilhafter ist.

Junge Frau steckt Euro in Sparschwein

Staatliche Förderung für Ihre Altersvorsorge

So einfach sorgen Sie für den Ruhestand vor: Wunschdaten eingeben - Versicherung auswählen - Vertrag digital beantragen.

Mit Fondssparplänen Chancen an den Börsen nutzen

Wer monatlich Geld für den Ruhestand zurücklegen und dabei die Chancen an den Kapitalmärkten nutzen möchte, der ist mit einem Fondssparplan gut beraten. Zudem können Sparer die Raten flexibel an ihre finanziellen Rahmenbedingungen anpassen: Wenn das Geld einmal knapp ist, ist es jederzeit möglich, Raten zu senken oder auszusetzen. Sollte der finanzielle Spielraum mal größer sein, können Sparer natürlich auch ihre Rate erhöhen oder Einmal-Einzahlungen tätigen.

moneymeets Tipp: Bei moneymeets können Anleger nahezu alle in Deutschland handelbaren Investmentfonds und mehr als 6.500 Sparpläne zu Bestpreisen erwerben. Beim Fondskauf über eine unserer Partnerbanken entfällt für Sie der Ausgabeaufschlag, der oft bis zu fünf Prozent der Anlagesumme ausmacht.

Erstellt am:

War dieser Artikel hilfreich für Sie?

Testen Sie unseren kostenlosen Newsletter – und verpassen Sie keine Tipps rund um Ihre Finanzen & Versicherungen.