Wissen > > Deutsche frustriert über Kapitalanlagen
© Kenishirotie/Adobe Stock

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Laut einer Studie des Bankenverbandes sind die meisten Anleger hierzulande enttäuscht von der Performance ihrer Kapitalanlagen. Entsprechend favorisieren viele von ihnen 2019 andere Anlageformen als im Vorjahr.

Die letzten Jahre waren geprägt von einer beispiellosen Kursrallye an den internationalen Handelsplätzen. Wer – wie auch die Mehrheit der Analysten – damit gerechnet hatte, dass sich der Höhenflug auch 2018 fortsetzt, wurde allerdings schnell eines Besseren belehrt: Schon im Frühjahr brachen die Kurse an zahlreichen Börsen deutlich ein. Bis auf einige kurze Phasen der Erholung setzte sich die Talfahrt das restliche Jahr über unvermindert fort. Zum Jahresende schloss beispielsweise der MSCI World um 11,4 Prozent niedriger als Ende 2017. Noch schlimmer traf es den deutschen Leitindex DAX, der 2018 insgesamt 18 Prozent verlor.

Angesichts der Kombination aus teils erheblichen Verlusten an den Kapitalmärkten und unverändert niedrigen Zinsen für Sparprodukte ist es naheliegend, dass der Unmut vieler Deutscher über die Entwicklung ihrer Kapitalanlagen derzeit hoch ist. Eine aktuelle Studie des Meinungsforschungsinstituts Kantar TNS im Auftrag des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) zeigt dies deutlich. Befragt wurden 1.019 Menschen ab 18 Jahren. 498 von ihnen gaben an, im vergangenen Jahr Geld angelegt zu haben.

Mehrheit unzufrieden mit Kapitalanlagen

Den Studienergebnissen zufolge sind nur 38 Prozent der Anleger zufrieden mit der Wertentwicklung ihrer Investments in den vergangenen zwölf Monaten. Bei der letzten Befragung im Jahr 2016 war es noch rund die Hälfte (47 Prozent). Diese Diskrepanz dürfte in direktem Zusammenhang mit der unterschiedlichen Performance der Kapitalmärkte in beiden Jahren stehen: 2016 verbuchte etwa der DAX ein Plus von 6,9 Prozent zum Jahresende, beim globalen Börsenbarometer MSCI World waren es damals immerhin 5,3 Prozent. Das Jahr 2018 hingegen konnte keiner der international relevanten Indizes mit einem positiven Vorzeichen abschließen.

Risikoaversion sehr hoch

Die Deutschen gelten seit jeher als eher risikoscheue Anleger. Daran hat auch die Entwicklung der vergangenen zwölf Monate scheinbar kaum etwas geändert: Lediglich 14 Prozent der Studienteilnehmer wären demnach bereit, in diesem Jahr zugunsten einer höheren Rendite höhere Risiken als bisher einzugehen.

Akzeptanz höherer Risiken für höhere Renditen

sehr hohe Akzeptanz 4
hohe Akzeptanz 10
geringe Akzeptanz 28
gar keine Akzeptanz 58

Hinweis: Alle Angaben in Prozent, n=1.019

Screenshot Anlagestrategie Detailansicht

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Sparbuch und Fonds waren 2018 am beliebtesten

Obwohl sie seit Jahren praktisch keine Zinsen mehr abwerfen, stehen klassische Sparprodukte bei den Anlegern hierzulande hoch im Kurs. Entsprechend haben vier von zehn Anlegern ihr Geld 2018 auf einem Sparkonto „geparkt“. Ebenfalls beliebt waren – trotz der traditionell hohen Risikoaversion der Deutschen – Fonds (34 Prozent) und Aktien (26 Prozent).

Am wenigsten begeistern konnten im vergangenen Jahr hingegen Investments in Edelmetalle (6 Prozent, Gold ausgenommen) oder Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum (3 Prozent).

Bevorzugte Anlageformen 2018

Anlageform Investments der Studienteilnehmer in 2018 (Mehrfachnennungen möglich)
Sparkonten 39
Fondsanteile 34
Aktien 26
Immobilien 26
Tagesgeld 24
Festgeld 20
Gold 14
Festverzinsliche Wertpapiere 9
Edelmetalle (ohne Gold) 6
Kryptowährungen 3

Hinweis: Alle Angaben in Prozent, n=498

Favorit für 2019: Immobilien

In diesem Jahr würden die befragten Anleger, sofern sie einen größeren Geldbetrag zur freien Verfügung hätten, anders investieren als sie es noch 2018 taten: 58 Prozent von ihnen würden Immobilien anderen Assetklassen vorziehen. Im Vergleich zu den tatsächlich getätigten Vorjahres-Investments ist hier eine deutliche Steigerung der Beliebtheit des „Betongoldes“ (+32 Prozent) erkennbar.

Ebenfalls hoch im Kurs stehen im Jahr 2019 Fondsanteile (47 Prozent). Vier von zehn Anlegern können sich zudem vorstellen, in Aktien (39 Prozent) oder Gold (38 Prozent) zu investieren. Bemerkenswert ist dabei, dass das als Krisenwährung bekannte Gold – ähnlich wie auch Immobilien – deutlich an Popularität gewonnen hat (+24 Prozent).

Am wenigsten gefragt sind weiterhin Edelmetalle (15 Prozent, Gold ausgenommen) und Kryptowährungen (7 Prozent).

Anlagewünsche 2019

Anlageform Beliebtheit bei Anlegern (Mehrfachnennungen möglich) Steigerung im Vergleich zu den tatsächlich getätigten Investments in 2018
Immobilien 58 +32
Fondsanteile 47 +13
Aktien 39 +13
Gold 38 +24
Sparkonten 35 -4
Festgeld 33 +13
Tagesgeld 32 +12
Festverzinsliche Wertpapiere 28 +19
Edelmetalle (ohne Gold) 15 +9
Kryptowährungen 7 +4

Hinweis: Alle Angaben in Prozent, n=498

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